Welche stimmt?

17. März 2014 22:18; Akt: 17.03.2014 22:18 Print

Sechs Theorien zu Geisterflug MH370

Flug MH370 der Malaysia Airlines ist immer noch ein Mysterium. Was könnte passiert sein? Ein Aviatik-Experte prüft die sechs gängigsten Theorien.

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Bereits am berichtete der australische Premierminister Tony Abbott von zwei möglichen Flugzeugteilen, die im Indischen Ozean gesichtet wurden. Der Co-Pilot der verschollenen Maschine wollte seine grosse Liebe Nadira Ramli nach neun Jahren Beziehung heiraten. Seine Verlobte hat noch «einen Schimmer Hoffnung». Die Allianz-Versicherung beginnt mit den Auszahlungen an die Angehörigen und die Fluggesellschaft. Nach unbestätigten Angaben liegt die komplette Versicherungssumme der Zeitung «Handelsblatt» zufolge bei 100 Millionen Dollar. China kritisiert das Vorgehen bei der Suche nach dem verschollenen Flugzeug. Malaysia, Boeing, Rolls-Royce und die USA haben zu schlecht informiert. Am veröffentlicht der US-Radiosender WNYC 634 mögliche Landebahnen für die Boeing 777; ob bei der Auswahl der Strecken auch die Flügelspannweite des Flugzeugs miteinbezogen wurde, ist unklar. Jüngste Erkenntnisse deuten auf eine Flugzeugentführung hin - das lässt Angehörige weiter hoffen. Doch Experten glauben nicht an einen glimpflichen Ausgang. Ein chinesischer Satellit machte diese Aufnahmen im Golf von Thailand. Experten glauben den weissen Fleck als Flugzeugteile identifiziert zu haben. Die Polizei veröffentlichte am die Bilder der mutmasslichen Passdiebe. Der Chef der malaysischen Luftverkehrsbehörde, Azharuddin Abdul Rahman, beschreibt einen der mutmasslichen Passdiebe bei einer Pressekonferenz als ähnlich aussehend wie Mario Balotelli, Stürmer bei der AC Milan. Die USA untersuchen die Fingerabdrücke und Fotos der beiden Männer, die mit gestohlenen Pässen an Bord der Unglücksmaschine gestiegen sind. Die Ermittler gleichen die Informationen mit jenen von bekannten Terroristen ab. Der malaysische Transportminister Hishammuddin Husse informiert darüber, dass Videoaufnahmen der Passdiebe existieren: «Ich kann bestätigen, dass wir Material von Überwachungskameras (über die beiden) haben.» Am Sonntag stand bei den Suchaktionen auf dem Wasser dieses mögliche Wrackteil im Fokus. 40 Schiffe und 22 Flugzeuge sind an der Suche beteiligt. Die Studentin Jessie Yee Wai Ching hatte grosses Glück: Sie hatte ein Ticket für den Unglücksflug gebucht, kam aber zu spät am Flughafen an und verpasste ihn. Diese Luftaufnahme soll die Ölspuren im Meer 250 Kilometer vor Vietnam zeigen. Das Flugzeug der Malaysia Airlines ist rund zwei Stunden nach dem Start verschollen. Es war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. An Bord seien 239 Personen gewesen, erklärt ein Sprecher der Airline am Samstag, 8. März, den Medien. Ein Fischerboot in der Nähe der mutmasslichen Absturzstelle südlich der Insel Phu Quoc. Medien belagern eine Frau am Flughafen von Kuala Lumpur. Ein Mitglied ihrer Familie befand sich an Bord der vermissten Maschine. Angehörige eines Passagiers am Flughafen in Peking. Weinende Frau am Flughafen in Peking. Am Flughafen in Kuala Lumpur wurde ein Bereich für Angehörige der Passagiere des vermissten Flugzeugs eingerichtet.

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Die Suche nach dem Flugzeug der Malaysia Airlines erstreckt sich inzwischen auf zwei etwa 10'000 Kilometer voneinander entfernte Korridore. 26 Länder suchen nach der Maschine. Bisher vergeblich.

Dabei ist gar nicht sicher, ob das Flugzeug tatsächlich irgendwo in den Indischen Ozean gestürzt ist. Das Flugzeug flog nach dem Absetzen des letzten Signals noch stundenlang weiter. Das nährt verschiedene – auch krude – Theorien. Aviatik-Experte Max Ungricht bewertet für 20 Minuten die geläufigsten Theorien.

Terror-Angriff
Max Ungricht: «Durchaus möglich. Was dafür sprechen würde, ist das Abschalten der Signale, die von den Triebwerken an den Hersteller geschickt werden. Ein ‹normaler› Pilot kann dies nicht, dazu braucht es spezielles Fachwissen. Da muss in den Raum unter dem Cockpit gestiegen werden, und nur mit entsprechenden technischen Kenntnissen kann dieses Signal abgeschaltet werden.»

Das Flugzeug ist irgendwo gelandet
«Das schliesse ich völlig aus. Ein so grosses Flugzeug kann nicht unbemerkt irgendwo landen – und wenn es ein stillgelegter Flughafen in Kasachstan ist: Irgendwer kriegt es immer mit.»

Suizid des Piloten
«Auch das ist denkbar. Wenn sich der Pilot oder der Kopilot im Cockpit einschliesst, haben die restlichen Crew-Mitglieder keine Chance, dort reinzukommen. Das hat man beim entführten äthiopischen Flugzeug gesehen, das in Genf gelandet ist. Auch Notsignale kann man von ausserhalb des Cockpits nicht absenden.»

Piloten wurden im Cockpit bewusstlos
«Das Flugzeug wäre in diesem Fall per Autopilot in einer geraden Linie weitergeflogen, bis es schliesslich abgestürzt wäre. Gegen diese Theorie spricht die Kursänderung, die noch vorgenommen wurde. Und das Abschalten der Systeme, die manuell vorgenommen werden mussten.»

Totaler oder teilweiser Stromausfall
«Durchaus denkbar und einigermassen plausibel, was die Frage der Kommunikationssysteme betrifft. Wenn zum Beispiel ein Brand an der falschen Stelle ausbricht, kann dies die gesamte Elektronik lahmlegen. Das Flugzeug fliegt trotzdem weiter, bis der Treibstoff verbraucht ist.»

Vertuschung durch Militärs
«Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Flugzeug von militärischen Radars erfasst wurde – diese aber aus Geheimhaltungsgründen ihre Radarkapazitäten nicht preisgeben wollen. Dass es abgeschossen wurde, glaube ich eher nicht. Irgendjemand hätte den Feuerball, den Absturz, beobachtet. Wenn, dann müsste dies über dem Meer passiert sein.»

Für Ungricht ist denkbar, dass eine Kombination der genannten Szenarien eingetreten ist. «Ein Terrorangriff durch einen Passagier, danach Schüsse im Cockpit, ein Brand – all das könnte geschehen sein.» Aber bisher sei zu diesem Zeitpunkt alles reine Spekulation.

Die Ermittler konzentrieren sich derzeit vor allem auf die Piloten oder zumindest auf einen von ihnen. Denn sie funkten trotz der für sie ersichtlichen Abschaltung eines Kommunikationssystems «Alles klar, gute Nacht» an die Flugkontrolle.

(num)