Thomas-Cook-Konkurs

22. September 2019 12:46; Akt: 23.09.2019 17:58 Print

Touristen dürfen Hotel verlassen

Weil ein tunesisches Hotel befürchtete, dass die Firma Thomas Cook nicht für seine Touristen aufkommt, hielt es diese fest. Einen Tag später durften sie gehen

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Zahlreiche Touristen steckten am Sonntag in einem Hotel in Tunesien fest. Medienberichten zufolge wurden sie von bewaffneten Sicherheitskräften festgehalten. Der Grund: Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook war bei seiner finanziellen Sanierung auf Schwierigkeiten gestossen und bangte am Sonntag um sein Überleben.

Banken forderten zusätzlich zu einem schon ausgehandelten etwa 1 Milliarde Franken schweren Rettungspaket zusätzlich knapp 250 Millionen Franken. Rund 600'000 Touristen drohten weltweit zu stranden. Und auch das Hotel «Les Orangers» in Tunesien befürchtete, dass die Firma nicht für den Aufenthalt seiner Kunden aufkommen kann.

In den sozialen Medien posteten verängstigte Touristen Videos und Bilder.

Notfallpläne eingerichtet

Nach gescheiterten Gesprächen über eine Rettung des Reisekonzerns Thomas Cook hat das britische Traditionsunternehmen am Montag schliesslich Insolvenz angemeldet. Der britische Aussenminister Dominic Raab sagte am Sonntag noch, dass keine Urlauber im Ausland hängen gelassen würden. «Wir hoffen, dass es weitergehen kann», sagte er. Aber man habe Notfallpläne eingerichtet, «um sicherzustellen, dass wir im schlimmsten Fall alle diejenigen unterstützen können, die sonst gestrandet wären», sagte Raab der BBC.

Tatsächlich gaben die tunesischen Behörden am Montag bekannt, dass die festgehaltenen Touristen das Hotel nun verlassen dürften. Sie seien zum Flughafen eskortiert worden. Die Hoteldirektion wurde vom Präsident des Hotelverbandes für ihr Verhalten kritisiert, schreibt «Focus».

21'000 Mitarbeiter in 16 Ländern

Der 1841 gegründete Reiseveranstalter beschäftigt 21'000 Mitarbeiter in 16 Ländern. Pro Jahr entscheiden sich 19 Millionen Personen für eine Reise mit Thomas Cook. Von der Pleite betroffen sind auch Hauptreiseländer wie Spanien, Griechenland oder die Türkei.

Thomas Cook, der weltweit zweitgrösste Reisekonzern nach TUI, war durch eine milliardenschwere Abschreibung auf ein britisches Tochterunternehmen und ein schwächeres Reisegeschäft ins Schleudern geraten. Stärker als TUI leidet Thomas Cook unter der mit Brexit und schwächerem Pfund einhergehenden Reiseunlust der Briten.


(mon/reuters)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Darion am 22.09.2019 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, aber...

    Die Frage, die es kier zu klären gilt: Ist es überhaupt in Ordnung die Touristen festzuhalten, mit angeblicher Andrihung von Waffengewalt? Für mich klingt das eher nach Geisselnahme!

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  • Marcus0 am 22.09.2019 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Erste Auswirkungen

    Und mit den zukünftigen CO2 Aussichten wird es wohl nicht besser werden. Stellt euch auf schwierige wirtschaftliche Situationen ein, denn die ganzen wirtschaftlichen Auswirkungen der CO2 Reduktion kommen erst noch. Autoindustrie und Zulieferer, Reisen, Fracht, Lebensmittel, Baugewerbe, da kommt noch einiges..

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  • kottan53 am 22.09.2019 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wird niemand interessieren,

    aber vielleicht sollte man sich doch merken, wie man in Tunesien mit Touristen umzugehen bereit und fähig ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto Petitprince am 22.09.2019 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Hotel Direktor entführen

    Spannender Ansatz von Gastfreundschaft, ein Grund nicht mehr nach Tunesien zu fliegen. Den Hoteldirektor sollte man entführen und im Austausch gegen die Gäste als Pfand festhalten.

  • Sila am 22.09.2019 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    So siehts aus...

    Interessant: wenn im Hotel was ist, dann sagen die man soll mit dem Reiseveranstalter schauen, aber wenn es andersrum ist....

  • Elch.Test am 22.09.2019 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    @ kritiker

    Es war eben billig!

  • tuxepo am 22.09.2019 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Die Welt ist Schweiz

    Für viele Schweizer ist es wichtig andere Länder zu besuchen um die Welt ein wenig besser zu verstehen. Es gibt aber auch Andere...

  • Frisi am 22.09.2019 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Rotstift

    So, so: Tunesien nimmt Touristen als Geiseln. Diese Destination merk ich mir. Und das Reiseunternehmen auch.