Nach Mladic-Auslieferung

03. Juni 2011 06:33; Akt: 03.06.2011 06:53 Print

Serbien drängt in die EU

Den bosnisch-serbischen General Ratko Mladic zu Ergreifen, war Voraussetzung für einen EU-Beitritt. Deshalb fordert Serbien den EU-Kandidatenstatus. Einige Reformen sind aber noch nötig.

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Will vorwärts machen: Serbiens Präsident Boris Tadic. (Bild: Keystone)

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Serbien verliert keine Zeit im Zusammenhang mit einem möglichen EU-Beitritt. Der Balkanstaat will nebst dem EU-Kandidatenstatus ein Datum für den Beginn von Beitrittsverhandlungen erhalten.

«Serbien hat die gleiche Behandlung wie unser Nachbarland Kroatien verdient, dem gleichzeitig der Kandidatenstatus und das Datum für den Beginn von Beitrittsverhandlungen verliehen wurde», sagte Präsident Boris Tadic der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Freitagsausgabe) laut Vorabbericht. Es gebe keinen Grund, Serbien anders zu behandeln.

Es sind noch Reformen abzuschliessen

Die Ergreifung des mutmasslichen Kriegsverbrechers gilt als Voraussetzung für einen Beitritt Serbiens zur Europäischen Union. Das Land muss zuvor aber noch demokratische, rechtliche und wirtschaftliche Reformen abschliessen.

Tadic räumte ein, er glaube, dass Mladic bis Anfang 2008 von staatlichen Stellen bei seiner Flucht unterstützt worden sei. Mladic war - obwohl offiziell gesucht - Medienberichten zufolge immer wieder in der Öffentlichkeit zu sehen, etwa beim Besuch von Fussballspielen.

Mladic ist wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt, die ihm den Beinamen «Schlächter vom Balkan» einbrachten. Dazu zählen das Massaker an 8000 Muslimen in Srebrenica und die dreieinhalb Jahre dauernde Belagerung von Sarajevo, die ebenfalls Tausenden Menschen das Leben kostete.

(sda)