UNO-Untersuchung gefordert

17. Februar 2011 09:29; Akt: 17.02.2011 09:51 Print

Serbien glaubt der EU nicht

Der serbische Aussenminister Vuk Jeremic hat den UNO-Sicherheitsrat zu einer Untersuchung der Vorwürfe zu illegalem Organhandel während des Kosovo-Kriegs aufgerufen.

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Nach dem Europarats-Bericht von Dick Marty hatte bereits die EU ein Prüfverfahren eingeleitet. Jeremic begrüsste bei einer Sitzung in New York zwar die Prüfung durch die EU, forderte jedoch weitergehende Ermittlungen. «Um Gerechtigkeit herzustellen, sind vollständige und unabhängige strafrechtliche Ermittlungen erforderlich», sagte er.

«Verrätern» die Organe entnommen

Die UNO-Botschafter Grossbritanniens und Frankreichs vertraten in der Sitzung die Meinung, die EU-Untersuchungen seien ausreichend. Der Schweizer FDP-Ständerat Dick Marty hatte als Berichterstatter der Parlamentarischen Versammlung des Europarats im Dezember einen Bericht zu den Vorwürfen vorgelegt.

Darin hiess es, ehemalige Führer der kosovarischen Befreiungsarmee UCK hätten von 1998 bis 2000 Organe von Gefangenen entnehmen lassen und auf dem internationalen Schwarzmarkt verkauft. Die Opfer waren demnach Serben oder Kosovaren, die als «Verräter» galten.

Amtierender Ministerpräsident beschuldigt

Es gebe Beweise dafür, dass die UCK die Gefangenen in Albanien in geheimen Gefängnissen unmenschlicher und erniedrigender Behandlung ausgesetzt habe, hiess es in dem Bericht. Anschliessend seien die Gequälten verschwunden. Zu den Beschuldigten zählt auch der amtierende kosovarische Ministerpräsident Hashim Thaci, der die Vorwürfe zurückweist.

(sda)