François Hollande

22. April 2012 22:54; Akt: 23.04.2012 12:14 Print

Sieger in der ersten Runde

Der sozialistische Kandidat Francois Hollande hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy gewonnen. Auf Platz drei landet Marine Le Pen mit 18 Prozent.

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Beim ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen in Frankreich hat der Kandidat der Sozialisten, François Hollande, am besten abgeschnitten. Er bekam 28,63 Prozent der Stimmen. Der konservative Amtsinhaber Nicolas Sarkozy kam laut dem offiziellen Endergebnis auf 27,18 Prozent.

Überraschend viele Stimmen konnte die Vorsitzende des rechtsextremistischen Front National (FN), Marine Le Pen, auf sich vereinen. Sie wurde mit 17,9 Prozent Dritte, wie das französische Innenministerium mitteilte. Damit erzielte Le Pen das bisher beste Ergebnis ihrer Partei bei Präsidentenwahlen.

Auf den vierten Platz kam der Linke Jean-Luc Mélenchon mit 11,11 Prozent, Fünfter wurde der Zentrist François Bayrou mit 9,13 Prozent.

Besonders das überraschend gute Abschneiden des Front National rief bei den Gewinnern heftige Reaktionen hervor. «Nicolas Sarkozy hat mit seiner verfehlten Regierung diese Wut-Wahl provoziert», sagte Hollande. Sarkozy umgarnte die FN-Wähler mit der Aussage, sie seien von der internationalen Wirtschaftskrise betroffen und dafür habe er «grosses Verständnis».

Unterschiedliche Ausgangslagen

Als Sieger der ersten Runde hat Hollande für die Stichwahl am 6. Mai die Nase klar vorne. Eine am Montag von der Zeitung «Le Parisien» veröffentlichte Umfrage des Institutes BVA sieht ihn in zwei Wochen bei 53 Prozent gegenüber 47 Prozent für Sarkozy.

Andere linke Kandidaten haben Hollande bereits ihre Unterstützung versprochen. Vor allem Mélenchon, der Kandidat der kommunistisch orientierten Linksfront, forderte seine Anhänger auf, gegen Sarkozy und damit für Hollande zu stimmen.

Sarkozy dagegen kann nicht darauf hoffen, dass Le Pen ihren Anhängern empfiehlt, ihm im entscheidenden zweiten Wahlgang die Stimme zu geben. Der stellvertretende FN-Vorsitzende Louis Aliot sagte am Montagmorgen, vermutlich werde es keine Empfehlung geben.

«Wir sind die einzige unabhängige Opposition», sagt Aliot dem Radiosender France Info. Hollande und Sarkozy seien aus dem selben Holz geschnitzt und schadeten beide der französischen Nation. Offiziell will sich Le Pen erst am 1. Mai bei einer Veranstaltung zu Ehren der Nationalheldin Jeanne d'Arc äussern.

Börse öffnet mit Verlust

Der Sieg des Sozialisten Hollande hatte offenbar auch Auswirkungen auf die Pariser Börse. Sie öffnete am Montagmorgen mit einem Minus. Der wichtige Aktienindex CAC-40 verlor zu Handelsbeginn 1,6 Prozent. Zugleich stiegen die Zinsen für französische Staatsanleihen.

Händler sagten, es handle sich eindeutig um eine Reaktion auf die Aussichten eines Siegs von Hollande im zweiten Wahlgang. Der Sozialist hat unter anderem einen Spitzensteuersatz von 75 Prozent für Einkommen von mehr als einer Million Euro angekündigt.

Zudem lehnt Hollande den europäischen Fiskalpakt in der vorliegenden Fassung ab. Dieser war auf Drängen der deutschen Kanzlerin Angela Merkel entstanden. Mit dem aktuellen Fiskalpakt könnten Haushaltsdefizite automatisch bestraft werden. Hollande will diesen durch Massnahmen für mehr Wachstum ergänzen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Silie am 22.04.2012 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nach Tschüss

    Schweiz... nun auch Tschüss Frankreich :) Die Linke wirds schon richten...

  • Double B am 23.04.2012 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ojeeh

    Die Konzeption, mit der Hollande und alle Sozis Wirtschaft betreiben (die sog. keynesianische Konzeption) hat unter anderem schon Griechenland in den Bankrott geführt... Ich glaube nicht dass das Ziel der französischen Revolution war, einen solchen Präsidenten hervorzubringen... Wer war vor Hollande schon mal Sozialist und Präsident?

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  • Der Tom am 22.04.2012 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    müssen jetzt helfen

    Vielleicht könnten wir den Franzosen ein paar Inseln abkaufen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Paris-Berlin am 23.04.2012 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat Angst vor dem roten Mann ....

    Provokante Frage. Aber: Es lohnt sich, François Hollande zu googlen. Viele werden es vermutlich nicht glauben - aber er hat von allen bisherigen Präsidenten die beste Ausbilung: Hollande hat mehrere (!) Hochschulabschlüsse (Jura, Wirtschaft, Politik). Er war Wirtschaftsberater von Mitterrand (kennt also die damaligen Fehler der Sozialisten). Sein erstes Arbeitsverhältnis startete am Französischen Rechnungshof (!). Muss man da wirklich Angst haben? Warten wir es vielleicht ersteinmal ab ...

    • Emmanuel Thoma am 23.04.2012 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Herr

      Ich wundere mich warum die Ausbildung eine grosse Rolle spielt?

    • mMee am 23.04.2012 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      Genau warum spielt die Ausbildung nur

      eine Rolle? Evt. weil jemand mit dieser Vorbildung besser ein Land führen kann, als zB ein Metzger ?

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  • Politologe am 23.04.2012 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ganz einfach

    die stimmen von le pen gehen an sarkozy, die linke an hollande.. macht dann summasumarum: 45 % für sakozy und knapp 40 % für le pen.. Sarkozy wird also wiedergewählt!

    • franz. Sozialist am 23.04.2012 11:50 Report Diesen Beitrag melden

      exakt

      sehe ich genau so, sehr gut überlegt!

    • Alex Ramseyer am 23.04.2012 12:29 Report Diesen Beitrag melden

      nicht ganz so einfach...

      Da würd ich jetzt noch nicht tippen, in Umfragen erhält Hollande in der Stichwahl knapp mehr stimmen. Klar ist hingegen das Frankreich mit einer sozialistischen Regierung kein Wirtschaftswachstum erzeugen und somit als starker EU Pfeiler neben Deutschland ausfallen wird. Was wohl der Deutsche Steuerzahler dazu sagen wird? Und was wahl die Finanzmärkete dazu sagen werden? Da wird wohl die Notenpresse bis zum bitteren Ende rotieren müssen. Armes Europa...

    • Paris-Berlin am 23.04.2012 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      Theoretisch ja, aber ....

      Dies setzt voraus, dass Marine Le Pen Sarkozy unterstützt. Sie hat allerdings klar gesagt, das dies nicht der Fall sein wird. Aus knallhartem Kalkül: Gegen einen Sozialisten lässt sich in 5 Jahren leichter Wahlkampf machen, als gegen Sarkozy. Sie ist an Sarkozy´s Wähler-Stimmen interessiert um in 2017 selbst Präsidentschaftskandidatin zu werden. Die Wahl ist gelaufen. Hollande wird der nächste Präsident Frankreichs.

    • rufer am 23.04.2012 12:44 Report Diesen Beitrag melden

      so einfach

      wär's nur, wenn im 'le pen lager' nicht auch knapp die hälfte sakozy-überdrüssige wähler wären... könnte gut sein, dass diese leer oder garnicht einlegen

    • Hirschmann am 23.04.2012 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      vergleichen wir es mal so..

      wenn ich als SVP-Wähler keine Chance auf einen Bundesrat habe, wähle ich doch lieber FDP.. aber totsicher niemals SP! Nur so ein Vergleich zum Nachdenken..

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  • Double B am 23.04.2012 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ojeeh

    Die Konzeption, mit der Hollande und alle Sozis Wirtschaft betreiben (die sog. keynesianische Konzeption) hat unter anderem schon Griechenland in den Bankrott geführt... Ich glaube nicht dass das Ziel der französischen Revolution war, einen solchen Präsidenten hervorzubringen... Wer war vor Hollande schon mal Sozialist und Präsident?

    • F. M. am 23.04.2012 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      Gab es schon

      François Mitterand

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  • Homo politicus am 23.04.2012 04:04 Report Diesen Beitrag melden

    Zukünftig

    wird Frankreich durch Holland(e) fremdregiert. Dies beschleunigt den Untergang der EU, zumal der FN mit 18% aktiv mitmischen wird.

  • Le Marseillais am 23.04.2012 03:58 Report Diesen Beitrag melden

    Am 6. Mai

    nageln die Franzosen den Sarko-Phag!