Illegale Waffenexporte?

02. Juli 2014 20:54; Akt: 03.07.2014 14:01 Print

Sig-Sauer-Pistolen landeten in Kolumbien

Der deutsche Waffenhersteller Sig Sauer hat offenbar unerlaubt Pistolen nach Kolumbien exportiert. Eine Schwesterfirma in den USA diente dabei der Verschleierung des Deals.

storybild

Tausende Pistolen des Modells Sig Sauer SP 2022 soll der Hersteller an den deutschen Exportregulierungen vorbei verkauft haben. (Bild: Wikipedia / Augustas Didgalvis)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenn deutsche Waffenhersteller ihre Produkte exportieren möchten, brauchen sie dazu eine Genehmigung des deutschen Staates. Die bekannte Waffenmanufaktur von Sig Sauer beantragte beim Wirtschaftsministerium entsprechend eine Genehmigung, um Tausende Pistolen des Typs SP 2022 in die USA zu exportieren – vorgeblich für den Verkauf an Privatkunden.

Nun haben Recherchen des WDR, NDR und der «Süddeutschen Zeitung» ergeben, dass der Hersteller hier offenbar geschummelt hat. Die Lieferung wurde zwar, wie auf dem Ausfuhrschein angegeben, an eine Schwesterfirma in den USA ausgeliefert. Von dort fand sie aber ihren Weg in das Bürgerkriegsland Kolumbien und an die dortigen Polizeikräfte.

Der Zeitung vorliegende Dokumente unterstreichen dabei, dass sich das Unternehmen der unsauberen Abwicklung offenbar bewusst war. Ein Konzernanwalt habe sogar intern gewarnt, dass das Vorgehen «strengstens verboten» sei und «harte Strafen» zu erwarten seien. Sig Sauer wies die Vorwürfe zurück. Man sehe kein Fehlverhalten.

Die Staatsanwaltschaft hat nun Ermittlungen gegen das Unternehmen aufgenommen. Anscheinend ist Sig Sauer dabei in bester Gesellschaft, denn auch gegen die Konkurrenten Heckler&Koch und Carl Walther laufen Ermittlungen wegen unerlaubter Exporte nach Mexiko und Kolumbien. Damit sind gegen die drei grössten Kleinwaffenhersteller Deutschlands Untersuchungen im Gang. Das Wirtschafstministerium arbeitet ausserdem an einer Reform der Rüstungsexportkontrolle.

(pwe)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto am 02.07.2014 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaft

    Ist gut für die Wirtschaft. Wenn es A nicht verkauft, verkauft es B. Sogar wir in der friedlichen Schweiz haben auch noch Waffen. Der absolute Frieden gibt es nicht.

    einklappen einklappen
  • Beat am 02.07.2014 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Korrektur

    Es heisst nicht Sig Sauer sondern immer noch korrekterweise SIG Sauer. Das ist deshalb wichtig weil SIG für Schweizerische Industrie Gesellschafft steht. Auch wenn im Jahr 2000 der Verkauf von Neuhausen nach Deutschland vollzogen wurde. Wer stellt eigentlich das nächste Sturmgewehr her? Also nicht das man wegen mir noch welche kaufen müsste, aber die Frage stellt sich gerade. Deutsches Importprodukt?

    einklappen einklappen
  • andy zaugg am 02.07.2014 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja und?

    immerhin qualitätsware!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Muhkuh am 03.07.2014 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Und das ist ein Problem...

    ... weil?! - Versteh das Theater nicht wirklich - es sind lediglich Schusswaffen, die tun keinem was. - Der Mensch dahinter, der tut was (ob gut oder schlecht), die Waffe an sich ist nicht gefährlicher als jeder gewöhnliche Stein... Zudem waren sie für Polizeikräfte bestimmt und ich will hoffen dass die was gescheites damit anzustellen wissen.

  • Ronn Sommer am 03.07.2014 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    USA Strippenzieher im Hintergrund

    Weshalb brauchen die Kolumbianer uind Mexikaner noch Waffen? Das Erldigen doch die Amis als Strippenzieher selber. Auszubeuten wo es nur geht und die Menschengruppen gegeneinander Aufhetzen bis es den Amis passt. Wenn es auch dem Ruder läuft, wie im Irak, kann ja notfalls mit dem von den Amis verteufelten Iran ein neues Päcklein geschmiedet werden.

  • s.s am 03.07.2014 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf

    Waffen werden nicht hergestelt um zu Spielen sondern um zu Töten! Ist ja klar das Die Waffen in Kriegsgebite verkauft werden. Macht mal die Augen auf es dreht sich alles nur um Geld und Menschenleben sind schohn lange nichts mehr wert!

  • Chris Fogg am 03.07.2014 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wo liegt das Problem?

    Wo liegt das Problem. Eine Waffenfirma soll ihre Waffen verkaufen können. Sonst machen die Chinesen, Russen oder Amerikaner das Geschäft.

  • Chris am 03.07.2014 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Schweizer Arbeitsplätze

    Seit dem Jahr 2000 gehört die SIG SAUER GmbH & Co.KG der L&O Holding an, zu welcher neben der SIG Sauer GmbH & Co.KG auch die US-Schwester SIG SAUER Inc. in Exeter, New Hampshire, als auch die schweizerische SWISS ARMS in Neuhausen gehört. (Auszug Webseite SIG Sauer) Noch Fragen zur Herkunft - Swissness ist auch dabei