Nach Buschbränden

25. November 2019 21:04; Akt: 25.11.2019 22:12 Print

Sind Koalas praktisch ausgestorben?

Nach den Buschbränden in Australien ist die Population der Koalas gemäss Experten nun so begrenzt, dass sie im Ökosystem keine bedeutende Rolle mehr spielen.

Ein Koala mit schweren Verbrennung hat Glück: Eine mutige Passantin schnappt ihn und bringt ihn ins nächstgelegene Spital. (Video: AP)
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Die Vorsitzende der Australian Koala Foundation (AKF), Deborah Tabart, schätzt, dass bei den verheerenden Bränden, die derzeit in Australien wüten, über 1000 Koalas getötet und 80 Prozent ihres Lebensraums zerstört worden sind. Somit seien sie praktisch ausgestorben – sprich die Population sei so begrenzt, dass sie keine bedeutende Rolle im Ökosystem mehr spiele und längerfristig nicht mehr lebensfähig sei.

Wie das Forbes Magazine schreibt, zerstören die Abholzung sowie die Buschfeuer derzeit die Hauptnahrungsquelle der Koalas, den Eukalyptusbaum. Ein erwachsener Koala isst bis zu 900 Gramm Eukalyptusblätter pro Tag.

Nun würden viele die australische Regierung dazu auffordern, den «Koala Protection Act» zu erlassen, der 2016 zwar verfasst, aber nie in Kraft gesetzt wurde. Diese Auflage zielt darauf ab, Lebensräume und Bäume zu schützen, die für Koalas lebenswichtig sind, sowie Koalas davor zu bewahren, gejagt zu werden.

2016 waren es noch 330'000 Koalas

Wie der Stern schreibt, sind zwischen 1890 und 1927 mehr als acht Millionen erlegte Koalas nach London verschifft worden. Der Grund war ihr Fell. 2016 durchgeführte Untersuchungen hätten ergeben, dass in Australien noch rund 330'000 Koalas leben. Die Koala Foundation habe nun aber nur noch rund 80'000 Exemplare gezählt.

Einige Forscher stellen laut dem «Forbes»-Magazin jedoch infrage, dass die Koalas tatsächlich ausgestorben sind. Dies, weil es schwierig sei, die Tiere in ihrer Gesamtzahl zu messen. «Die Populationen könnten viel grösser sein als von der AKF geschätzt», so die Forscher.

(rab)