Afghanistan

21. März 2011 21:17; Akt: 21.03.2011 21:48 Print

Skandal um das US-«Kill Team»

Eine Gruppe von US-Soldaten ist angeklagt, als «Kill Team» in Afghanistan systematisch Unschuldige ermordet zu haben. Die Greueltaten wurden dokumentiert.

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Die US-Soldaten in Afghanistan sind wegen Skandalfotos in Verruf geraten. (afp)

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Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» zeigt amerikanische Soldaten, die in Afghanistan neben getöteten Zivilisten posieren. Das Magazin hat Fotos von mutmasslichen Verbrechen von amerikanischen Soldaten gegen afghanische Zivilisten publiziert. Die jungen Militärs posieren mit ihren Waffen neben den auf dem staubigen Boden liegenden Leichen. «Veröffentlicht wurden Fotografien, auf denen Handlungen zu sehen sind, die uns als Menschen abstossen und im Widerspruch zu den Werten der United States Army stehen», hiess es in einer Stellungnahme der US-amerikanischen Streitkräfte.

Die Morde sollen sich bei Patrouillen im Januar, Februar und Mai 2010 in der Südprovinz Kandahar ereignet haben. Die US-Soldaten stehen im Verdacht, aus reiner Mordlust getötet zu haben. Auch der Korporal Jeremy Morlock und der Soldat Andrew Holmes gehörten zum «Kill Team». Morlock wird sich wegen vorsätzlicher Tötung an drei Afghanen vor Kriegsgericht verantworten müssen. Holmes ist angeklagt, weil er am 15. Januar 2010 an der Ermordung eines unbewaffneten Afghanen beteiligt war.

«Die Fotos stehen in starkem Kontrast zur Disziplin, zur Professionalität und zum Respekt, die das Verhalten unserer Soldaten in den fast zehn Jahren des Einsatzes charakterisierten», steht in einer in Washington veröffentlichten Erklärung. Unklar ist, wie der «Spiegel» an die Aufnahmen kam. Die Fotos wurden ursprünglich von amerikanischen Ermittlern beschlagnahmt.

Die US-Armee hat sich unterdessen entschuldigt. Die Bilder seien «abstossenden». Washington nimmt die Angelegenheit laut Spiegel Online sehr ernst. US-Vizepräsident Joe Biden sprach am Samstagabend mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai über den Fall.

(kub/20 Minuten)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • L.T. am 22.03.2011 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    @Musti Kara

    Er hat die Taten in keinster Weise zu rechtfertigen versucht. Dass eine Armee ihre Soldaten desensibilisiert ist ja verständlich. Und es ist nicht die Armee, sondern der Krieg, der so etwas mit Menschen machen kann. Die riesen Anzahl von tagtäglich im Dienst stehenden Soldaten die sich grösstenteils korrekt verhalten darf man nicht vergessen weil eine Gruppe durchdreht. Mit Wertezerfall hat das nichts zu tun. Es ist ein schlimmes Fehlverhalten einzelner Menschen, welches bestraft werden muss. Wäre die CH Armee im Einsatz, würden solche Dinge auch dort passieren.

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  • Epic Fail am 22.03.2011 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Psycho's gibt es überall...

    Tia, auch in den Armeen gibt es Psycho's. Solche Gewalttäter haben natürlich leichtes Spiel. Leider ziehen sie alle anderen mit hinein, und gefährden diese. Hoffenltich werden sie ordendlich bestraft.

  • Marc am 22.03.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Krieg

    ist einfach abstossend und widerlich. Taten wie diese passieren in jedem Krieg und sind nur eine Frage der Zeit. Nicht um diese Leute in Schutz zu nehmen, aber wer die ganze Zeit den Tod vor Augen hat wird irgendwann selbst zum Todesengel!

Die neusten Leser-Kommentare

  • L.T. am 22.03.2011 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    @Musti Kara

    Er hat die Taten in keinster Weise zu rechtfertigen versucht. Dass eine Armee ihre Soldaten desensibilisiert ist ja verständlich. Und es ist nicht die Armee, sondern der Krieg, der so etwas mit Menschen machen kann. Die riesen Anzahl von tagtäglich im Dienst stehenden Soldaten die sich grösstenteils korrekt verhalten darf man nicht vergessen weil eine Gruppe durchdreht. Mit Wertezerfall hat das nichts zu tun. Es ist ein schlimmes Fehlverhalten einzelner Menschen, welches bestraft werden muss. Wäre die CH Armee im Einsatz, würden solche Dinge auch dort passieren.

    • musti kara am 22.03.2011 23:19 Report Diesen Beitrag melden

      @ L.T.

      es ist bei weitem nicht die erste schockierende enthüllung von gewaltexzessen der us besatzer im orient. erinnern wir uns an abu graib, oder die heli szene, die von wikileaks veröffentlicht wurde usw usf. die liste ist lang und grausam. wie hoch die dunkelziffer solcher gewaltorgien ist wage ich nicht ma abzuschätzen. das kann man nicht mehr nur als traurige negativfolge des krieges bezeichen. jährlich 700 mrd. für rüstung und 2.5 mrd. für militärpropaganda. das sagt eigentlich schon alles. dass solche systematischen gräuel auch in der schweizer armee möglich wären ist sehr unwarscheinlich.

    • L.T. am 23.03.2011 14:33 Report Diesen Beitrag melden

      Finde ich nicht

      Da bin ich nicht ihrer Meinung, dass die finanziellen Ausgaben für eine Armee mit Gräueltaten in direktem Zusammenhang stehen. Afrikanische Milizen haben kaum hochentwickelte Militärorganisation. Trotzdem ist die Brutalität dieser Kriege am höchsten. Weil die Menschen dort mit dieser Gewalt und dem Krieg aufgewachsen sind. Es wird schwieriger zwischen Recht und Unrecht abzuwägen und eine Kurzschlusshandlung kann im Krieg verheerende Folgen haben. In der CH Armee wäre das ganz sicher möglich. Da spreche ich wirklich aus Erfahrung!

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  • musti kara am 22.03.2011 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    ego shooter "KillTEAM"

    @marc ihr versuch diese untat zu legitimieren ist widerlich! sie haben doch keine ahnung wie krieg ist! bestenfalls waren sie in der schweizer pfadfindertruppe. die us army züchtet doch gezielt solche monster. jährlich werden dafür 2.5 Millarden Dollar ausgegeben. ein beispiel dafür ist das online killerspiel "americas army" es ist gratis und dient nur propaganda zwecken. nein das ist nicht normaler kriegsalltag, das ist der ausdruck vom westlichen wertezerfall. ihre kulturelle arroganz macht sie blind. diese grenzenlose respektlosigkeit wird sich jedoch mit sicherheit noch bitter rächen.

    • Snitsch am 28.03.2011 13:06 Report Diesen Beitrag melden

      Gleiches Mass für alle!

      Westlicher Wertezerfall?Kulturelle Arroganz?Und was ist mit erschossenen, auch friedlichen,Demonstranten, was ist mit rechtlosen Frauen, ist das auch "unsere Arroganz"? Oder messen Sie hier einfach mit verschiedenen Ellen...? Krieg ist einfach nur furchtbar, egal wo!

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  • Marc am 22.03.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Krieg

    ist einfach abstossend und widerlich. Taten wie diese passieren in jedem Krieg und sind nur eine Frage der Zeit. Nicht um diese Leute in Schutz zu nehmen, aber wer die ganze Zeit den Tod vor Augen hat wird irgendwann selbst zum Todesengel!

  • Epic Fail am 22.03.2011 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Psycho's gibt es überall...

    Tia, auch in den Armeen gibt es Psycho's. Solche Gewalttäter haben natürlich leichtes Spiel. Leider ziehen sie alle anderen mit hinein, und gefährden diese. Hoffenltich werden sie ordendlich bestraft.

  • So gehts am 22.03.2011 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Passiert halt.

    Klar das es sollche Spinner gibt, der Militärdienst zieht Menschen die aus lust töten an. Immerhin gibt es in USA auch angemessene Strafen (Todesstrafe oder zumindestens lebenslange Freiheitstrafe, und letztere bedeutet in USA auch wirklich jahrzehntelanges Einsitzen in kargen Zellen, die kommen spätestens als alter Mann mal wieder frei, wenn überhaupt. Also nicht so wie in Deutschland, wo Mörder verhätschelt werden und nach paar Jahren wieder frei sind.