Kind fast geköpft

11. August 2015 07:01; Akt: 11.08.2015 10:07 Print

Sniper erschiesst im letzten Moment IS-Henker

Ein Henker der Terrormiliz IS will einen Mann und dessen Sohn exekutieren. Zur gleichen Zeit legt einen Kilometer entfernt ein britischer Scharfschütze an ...

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Ein Sniper der britischen Spezialeinheit Special Air Service (SAS) hat Mitte Juli einem Vater und seinem Kind in Syrien das Leben gerettet. Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wollten die beiden exekutieren. Beim IS werden auch Kinder zu skrupellosen Henkern und Selbstmordattentätern ausgebildet. Mindestens 1100 Kinder unter 16 Jahren sollen in diesem Jahr bereits dem IS beigetreten sein. Viele von ihnen werden in den Kampf nach Syrien und in den Irak geschickt. In Trainingslagern wird den Jungen etwa gezeigt, wie man jemanden im Exekutionsstil aus nächster Nähe erschiesst. Der IS braucht Nachwuchs. Diesen rekrutiert oder entführt die Terrormiliz. In seinen Gebieten betreibt der IS diverse Trainingslager, Waisenhäuser und Schulen. Mitglieder des IS rekrutieren Kinder auf den Strassen mit Süssigkeiten und Spielzeug. Hier schenkt ein IS-Kämpfer einem Jungen einen Fussball in Tel Abyad bei Raqqa, der Hauptstadt des IS-Kalifats. Auch mit Softdrinks, Süssigkeiten, Keksen und religiöse Flyern sollen die Kinder angelockt werden. In den Schulen verteilen IS-Kämpfer Plastiksäcke mit Schreibwaren und anderen Geschenken an die Kinder, wie hier in Mosul. Der IS kontrolliert das Schulsystem in seinen Gebieten, was einige Eltern dazu veranlasst, ihre Kinder aus dem Unterricht zu nehmen, um sie vor der Indoktrinierung der Terrormiliz zu schützen. In vom IS kontrollierten Städten zeigen Kämpfer jungen Menschen in Strassenbuden Videos, es gibt Veranstaltungen im Freien mit kostenlosen Getränken und Süssigkeiten - plus Propaganda. Ziel der Indoktrination sind meistens sunnitische Kinder. Oft müssen diese Enthauptungsvideos anschauen und dann selbst zur Tat schreiten. Sie erhalten ein Schwert und eine Puppe und erhalten das Kommando, dieser den Kopf abzuschneiden, um die Technik zu üben. Auch Jahia (13) ist unter den entführten Kindern. Er gehört zur Minderheit der Jesiden. Vergangenen August nahm der IS ihn, seine Mutter und seinen kleinen Bruder sowie Hunderte weitere Jesiden gefangen und brachte sie nach Raqqa. Dort wurden die Brüder und Dutzende andere Jungen im Alter zwischen 8 und 15 Jahren ins Trainingslager Faruk gesteckt. Sie erhielten muslimisch-arabische Namen, verloren ihre kurdischen. Jahia hatte Glück: Er konnte dem IS-Trainingslager entkommen und flüchtete in den nördlichen Irak.

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Aus 1000 Metern Entfernung hat ein Scharfschütze der britischen Spezialeinheit Special Air Service (SAS) einem Vater und dessen achtjährigem Sohn das Leben gerettet – Augenblicke bevor ein Scharfrichter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sie enthaupten konnte.

Die Szene trug sich Mitte Juli im syrischen IS-Gebiet nahe der türkischen Grenze zu. Hier unterstützen Soldaten der britischen Spezialeinheit seit über einem Jahr syrische und irakische Kämpfer im Kampf gegen die IS-Terroristen.

Diese hatten den Mann und seinen Sohn als «Ungläubige» deklariert und zum Tode verurteilt. Ein Spitzel steckte dem britischen Militär, dass der IS plante, die beiden zu exekutieren.

«Im Sand lagen bereits enthauptete Leichen»

Daraufhin positionierten sich die Soldaten ausserhalb des Dorfes, wo ein Schauprozess stattfand. Durch Ferngläser sahen die Männer, wie im Sand bereits mehrere enthauptete Leichen lagen, wie ein Informant zum britischen «Daily Star» sagte. «Die Zuschauer waren verängstigt, viele weinten», hiess es. Der IS habe sie gezwungen, der Hinrichtung beizuwohnen.

Dann hätten die IS-Männer den Vater und seinen Sohn auf den Platz geschleift. «Sie trugen beide Augenbinden und waren in Panik», berichtet der Informant weiter. Ein grosser, bärtiger Mann habe ein langes Messer gezückt. «Er sprach zur Menge und schlug den Vater und seinen Sohn ins Gesicht. Dann trat er sie zu Boden. Auf beiden Seiten stand jeweils ein IS-Kämpfer, bewaffnet mit einer AK47.»

«Drei Tote mit drei Kugeln»

Die britischen Soldaten überlegten, ob sie eine Drohne einsetzen sollten, fürchteten aber, Unschuldige zu treffen. Darum entschieden sie sich für gezielte Schüsse aus der Distanz. Der Henker holte gerade mit seinem Messer aus, als der Sniper abdrückte: Die Kugel traf den Bärtigen in den Kopf, er sackte tot in sich zusammen. «Alle starrten verwirrt auf das Geschehen», berichtet die Quelle. Der SAS-Schütze habe dann auch noch die anderen zwei IS-Schergen mit je einem einzelnen Schuss getötet – «drei Tote mit drei Kugeln», fasste die Quelle zusammen.

Dann erwachte die Menge aus ihrer Schockstarre: Die Zuschauer banden den Vater und seinen Sohn los. Die Quelle berichtete, dass die Dorfbewohner später ein Fest veranstaltet hätten, um den Tod der IS-Kämpfer zu feiern. Seit drei Wochen sollen keine Mitglieder der Extremistenmiliz IS mehr ins Dorf gekommen sein.

(cfr)