13 Foltertechniken

10. Dezember 2014 09:27; Akt: 10.12.2014 10:18 Print

So brutal folterte die CIA ihre Gefangenen

Erweiterte Verhörtechniken heissen die Foltermethoden, welche die CIA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 anwenden durfte. Was darunter zu verstehen ist.

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In seinem neuen Bericht beschreibt der Geheimdienstausschuss des US-Senats genau, wie die CIA Terrorverdächtige grausamen Folterverhören unterzog. Der Bericht ist hoch umstritten. Bild: Szene aus dem Spielfilm «Zero Dark Thirty». US-Aussenminister ist sehr besorgt, dass die Veröffentlichung des Folterberichts im Dezember 2014 Amerikaner auf der ganzen Welt bedroht. Der Bericht enthält die Schlussfolgerungen einer Untersuchung des Internierungs- und Verhörprogramms der CIA unter dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush. Dieser Meinung ist auch , Vorsitzender des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus. «Sehr wahrscheinlich werden Menschen mit dem Leben dafür büssen, wenn dieser Bericht veröffentlicht wird», sagte er. Der ehemalige CIA-Chef schliesslich sieht die US-Interessen in der Nahostregion gefährdet, da manche der verbündeten Staaten durch die Zusammenarbeit mit den USA politische Risiken eingingen und daher auf Diskretion angewiesen seien. Hayden war Chef der CIA während der vom Geheimdienstausschuss untersuchten Zeitspanne. Verfasst wurde der Folterbericht vom Geheimdiensttausschuss unter dem Vorsitz der Demokratin . US-Präsident hat den Bericht bereits kommentiert: «Wir haben einige Leute gefoltert.» Der Bericht kommt zum Schluss, dass die CIA nicht nur legale Verhörtechniken, sondern auch Folter wie Waterboarding angewendet hat. Diese Foltermethode simuliert den Ertrinkungstod. Ausserdem steht im Bericht, dass die Folterungen der CIA zu keinen wichtigen Informationen geführt hat und dass die CIA das Weisse Haus, den Kongress und das Justizdepartement systematisch angelogen hatte. Dass Foltermethoden wie Waterboarding zum Einsatz kamen, war schon im Vorfeld bekannt. Doch die Untersuchungen ergaben, dass die Methoden noch brutaler waren. So steckten die Agenten zum Beispiel Mohammed hat die CIA-Folter überlebt und liess sich in Gefangenschaft auf Guantánamo Bay einen langen Bart wachsen. Schlimmen Verhören wurde auch unterzogen, ein Leutnant von Osama bin Laden. Auch Der Zerstörer USS Cole lag im Hafen von Aden in Jemen vor Anker, als er von einem Boot aus mit einer Bombe angegriffen wurde. Diese schlimmeren Verhörmethoden sind in einem Bericht des US-Senats erwähnt. Doch CIA-Direktor will weite Teile des Texts mit schwarzen Balken abdecken. Dagegen opponiert Senatorin Dianne Feinstein aus Kalifornien. Sie will möglichst viele Namen und Einzelheiten des Folterprogramms veröffentlichen.

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Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York wollten die Ermittler möglichst schnell möglichst viele Informationen über die Terroristen. Zu diesem Zweck erlaubte die US-Regierung unter George W. Bush sogenannte erweiterte Verhörtechniken. Diese stehen im Zentrum des CIA-Folterberichts. Diesen 13 Methoden waren die Gefangenen ausgesetzt:

Umfrage
Ist Folter unter gewissen Umständen zu rechtfertigen?
62 %
38 %
Insgesamt 10675 Teilnehmer

1. Schläge in den Unterleib

Verlauf: Der Vernehmungsbeamte steht knapp 30 Zentimeter vor dem Bauch des Inhaftierten und schlägt mit dem Handrücken zu. Die Peiniger sind angewiesen, die Hand bei den Schlägen in den Unterleib ausgestreckt und die Finger zusammen zu halten. Ziel ist es, Angst und Hoffnungslosigkeit auslösen, die Gefangenen zu erniedrigen und zu beleidigen.
Anwendung: Die CIA nutzte diese Technik vor 2004 mit Genehmigung des US-Justizministeriums.

2. Aufmerksamkeit erzwingen

Verlauf: Der Befrager greift den Gefangenen mit beiden Händen am Kragen und zieht ihn zu sich heran.
Anwendung: Diese Technik wurde etwa bei dem Al-Kaida-Mitglied Abu Subajdah angewendet.

3. Einsperren in enge Boxen

Verlauf: Der Vernehmer sperrt den Häftling für bis zu 18 Stunden in eine Box, in der ein Erwachsener in der Regel stehen kann. Oder in eine Box, die gerade einmal gross genug ist, um eingerollt darin auszuharren. Hierin verbrachten Häftlinge bis zu zwei Stunden. Der zugewiesene Beamte hat zudem die Möglichkeit, ein «harmloses» Insekt in die kleinere der Boxen zu stecken.
Anwendung: Diese Technik wurde etwa bei Subajdah angewendet, weil dieser Käfer gehasst habe.

4. Nahrungsmanipulation

Verlauf: Der Gefangene muss von fester Nahrung auf flüssige umsteigen.
Anwendung: Subajdah wurde im August 2002 in eine Diät mit Flüssignahrung versetzt, die aus einem Nahrungsergänzungsmittel und Wasser bestand.

5. Haltegriff ums Gesicht

Verlauf: Der Vernehmungsbeamte hält den Kopf des Gefangenen so, dass er nicht bewegt werden kann. Er legt jeweils eine Hand auf beide Seiten des Gesichts und hält die Fingerspitzen in Sichtweite weg von den Augen des Häftlings.

6. Der Schlag ins Gesicht

Verlauf: Mit gespreizten Fingern wird dem Häftling mitten ins Gesicht zwischen Kinn und Ohrläppchen geschlagen. Damit soll der Gefangene «von der irrtümlichen Vorstellung befreit werden, dass er nicht körperlich verletzt würde».

7. Nacktheit

Verlauf: Der Häftling muss lange Zeit nackt stehen. Diese Technik wird kombiniert mit anderen Methoden genutzt.

8. Druckbelastungen

Verlauf:
Der Häftling soll mit Hilfe von ausgedehntem Muskelgebrauch Unbehagen fühlen. Eine Position besteht darin, mit nach vorn ausgestreckten Beinen zu sitzen, während die Hände über dem Kopf gehalten werden. Eine andere darin, auf dem Boden zu knien und sich dabei in einem 45-Grad-Winkel zurückzulehnen.

9. Tagelanger Schlafentzug

Verlauf: Der Häftling wird bis zu 180 Stunden lang wach gehalten, meist, indem er eine aufrechte oder unangenehme Stellung einnehmen muss. Manchmal werden dabei seine Hände über dem Kopf festgebunden. Wegen dieser Technik hatten mindestens fünf Opfer laut dem Folterbericht «verstörende Halluzinationen» – in zwei Fällen setzte die CIA die Praxis trotzdem fort.
Anwendung: Ein Inhaftierter, Arsala Khan, halluzinierte im Oktober 2003 nach 56 Stunden Schlafentzug im Stehen. Danach kam der Auslandsgeheimdienst zu dem Schluss, dass der Mann offenbar nicht in geplante Aktivitäten gegen die USA verwickelt ist. Statt ihn freizulassen, wurde Khan in militärische Einrichtungen gebracht, wo er für vier weitere Jahre inhaftiert war.

10. Vor der Wand stehen

Verlauf: Dabei muss das Opfer mit ausgestreckten Armen und dem Gesicht zur Wand aufrecht stehen, so dass es mit den Fingern die Mauer berührt. Diese Position muss er unbefristet lang halten.
Anwendung: Auch Subajdah war dieser Methode ausgesetzt.

11. Walling

Verlauf: Die Vernehmungsbeamten schleudern den Häftling gegen eine Wand.
Anwendung: Laut Senatsbericht war dies eine der unzähligen Techniken, die bei Subajdah angewendet wurden. Auch der Al-Kaida-Anführer Chalid Scheich Mohammed war am 22. März 2003 «intensiven» Befragungen und Walling ausgesetzt. Als das nichts brachte, nutzten die Vernehmenden eine noch härtere Methode, das Waterboarding.

12. Waterboarding

Verlauf: Bei dieser wohl berüchtigsten CIA-Technik wird der Häftling an einem Tisch oder einer Bank festgeschnallt. Danach wird Wasser über sein Gesicht gegossen, was ihm das Gefühl gibt, zu ertrinken. Laut dem Senatsbericht sorgte die Methode für Erbrechen, unmittelbare Aufnahme der Flüssigkeit und unfreiwillige Krampfzustände in Beinen, Brust oder Armen.
Anwendung: Abu Subajdah wurde «vollkommen unempfänglich, mit Blasen, die aus seinem offenen, vollen Mund hochkamen». Er sei «hysterisch» und unfähig zum Kommunizieren gewesen. Chalid Scheich Mohammed wurde zwischen dem Nachmittag des 12. März 2003 und dem darauffolgenden Morgen insgesamt 65-mal der Prozedur des Waterboardings ausgesetzt.

13. Eisbäder

Verlauf: Der nackte Häftling wird auf einer Plane festgehalten. Die Plane wird darauf an seinen Enden hochgezogen, so dass sich eine Art Badewanne bildet. Dann wird eiskaltes Wasser über den Gefangenen gekippt.

(kmo/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Informatiker am 10.12.2014 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Was habt ihr erwartet?

    Wir reden hier von der USA, wenn es um ihre "Sicherheit" und vor allem um Ihre Macht geht, kennen auch die keine Menschenrechte mehr. Aber überall gleich intervenieren, wenn ihnen etwas im Ausland nicht passt...

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  • S.K. am 10.12.2014 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erwartungsgemäss

    Das ist das wahre Gesicht unserer sogenannten amerikanischen Freunde. Folter, Polizeigewalt, weltweite Kriege, Unterdrückung und eine sehr hohe Armut. Aber sie gehören ja zu den "Guten"

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  • Ruth Imgrüth am 10.12.2014 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Bashing CH:

    Dieser Staat hat nichts mehr mit einem Rechtsstaat zu tun! Das war schon vor der Publikation dieses Bericht klar ... Und wer zieht nun endlich die Konsequezen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus Bader am 13.12.2014 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brutal und menschenverachtend

    wenn man bedenkt, dass sich keine Anschläge verhindern liessen und auch sonst nichts Wichtiges bei diesen Verhören rausgefunden wurde, sind alle diese Menschen unschuldig und sinnlos kapputt gemacht worden. Die USA outet sich hier mal wieder als brutaler und menschenverachtender Staat.

  • Marco S am 11.12.2014 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Dilemma

    Das Fatale am Ganzen: Die Uneinsichtigkeit der USA...Das Spiel fängt von vorne an.

  • Vigilante am 11.12.2014 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nur um den Blickwinkel

    Die CIA hat nur einen Schritt gewagt den wir nicht wagen. Sie haben festgelegt, dass die Menschenrechte eines Mannes der Menschenrechte verachtet weniger wert sind als die Leben von hundert Menschen.

    • @Vigilante am 11.12.2014 17:56 Report Diesen Beitrag melden

      es geht nicht um den Blickwinkel

      Naja....schlimm ist dann eben, dass die CIA ihren Blickwinkel schon festgelegt hat, BEVOR sie überhaupt wissen, ob der "Mann" (danke für die präzise Bezeichnung...) überhaupt Menschenrechte verachtet...oder ob er einfach nur Pech hatte und denen, welche die Menschenrechte eben wirklich verachten vor "die Flinte gelaufen ist".

    • Rudi Ratlos am 11.12.2014 18:10 Report Diesen Beitrag melden

      wer und wie...

      bewertet, welche Person deinem Schema entspricht? Genau da liegt der Knackpunkt: es gibt keine Formulierung, die so eine Idee "sauber" abgrenzt. Sobald du verdächtig erscheinst - was auch immer das genau heissen möge - die "Sicherheit der vereinigten Staaten" möglicherweise gefährden zu können, bist du bereits eine potentielle Zielperson, das ist dir schon klar? Deine Idee ist stammtischtauglich, mehr nicht.

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  • Thomas Mann am 11.12.2014 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Weltweite Studie

    Mich nähme eine weltweite Beliebtheitsstudie über die USA wunder. Nehme mal an, die würden in etwa gleich gerankt werden wie Fusspilz, ISIS, dem weissen Zeugs das sich im Mundwinkel ansammelt wenn man durstig ist und, natürlich, Mahnungen aller Art. Oder?

  • Beat Christian Huwiler am 11.12.2014 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    abgesegnet

    Und alles wurde damals im Namen Gottes von G.W. Bush abgesegnet. Schlecht ist diese Welt und die Anführer scheinen die schlimmsten zu sein!