Kennen Sie diese Objekte?

02. Februar 2019 17:28; Akt: 02.02.2019 17:28 Print

So können Sie helfen, Pädophile zu enttarnen

Europol hat am Freitag Bilder von Objekten und Hintergründen aus kinderpornografischem Material online gestellt. Leute aus der ganzen Welt können so helfen, Pädophilen auf die Schliche zu kommen.

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«Can you recognise this baby girl's shirt?» (Erkennen Sie das Shirt dieses Mädchens?) fragen Ermittler aus Europa auf der Website von Europol. Mit der Publikation des Bildes erhoffen sie sich, Hinweise zum Opfer und somit auch zum Täter zu bekommen. Auch Tatorte von Kindesmissbräuchen versucht man mithilfe der weltweiten Bevölkerung zu verorten. Bei diesem Tatort scheint die Sonne, ein Pool mit Plastikstühlen ist zu sehen. Im Hintergrund des Bildes ist ein bebauter Hügel zu sehen. Europol hofft, dass die Ortschaft jemandem bekannt vorkommt. Asien? Südamerika? Europa? Wer die Ortschaft erkennt oder die Region eingrenzen kann, soll sich bei Europol melden. Auch in dieser Halle wurde ein Kind Opfer einer Tat. Personen wurde nachträglich aus dem Bild entfernt. Wer kann Hinweise zu diesem Tatort liefern? Auch in dieser Ortschaft scheint ein Pädophiler sein Unwesen zu treiben. Kann jemand sagen, wo das ist? Auch wer weiss, wo dieser Rucksack gekauft werden kann, würde den Ermittlern bei ihrer Suche nach dem Kriminellen helfen. Erkennen Sie dieses Schreibheft? Oder ist es gar ein bestimmtes Buch, auf das Sie in Ihrem Leben bereits einmal irgendwo gestossen sind? Jeder auch noch so kleine Hinweis könnte den Ermittlern zum Durchbruch verhelfen. Oder auch ein Hinweis zu diesem Bügeleisen wäre bei der akribischen Suche nach dem Täter dieses Falls hilfreich. Badetücher, die vielleicht von einem bestimmten Hersteller aus einem bestimmten Land stammen? Jeder Hinweis ist für die Ermittler von Nutzen. Ein Paar ausgezogene Jeans mit Blumen drauf. Europol möchte wissen: «Erkennen Sie die Marke dieser Hose und wissen Sie, wo man diese kaufen kann?» «Erkennen Sie diese Box?» Auch mit Kleidungsstücken von Missbrauchsopfern will man dem Täter auf die Schliche kommen. «Das ist das Oberteil eines Pyjamas. Können Sie dieses Kleidungsstück verorten?» «Das ist ein T-Shirt. Wissen Sie, wo das Kleidungsstück verkauft wird?» Wo gibt es diese Jacke zu kaufen? Man möchte das Opfer identifizieren und damit den Täter so schnell wie möglich ausfindig machen. Wolves Cheerleaders? Von welcher Highschool stammt dieses Shirt? Fragen, die sich die Fahnder beim Ermitteln stellen müssen. Hier sucht Europol nach einem fehlenden Wort. Auf dem Gegenstand steht «Quality products from...». Was dort in Rot zu sehen ist, möchte Europol nun entschlüsseln. «Das dürfte ein Puzzle sein – haben Sie das bereits irgendwo gesehen?», fragt Europol. Ein Kalender, der vielleicht Hinweise auf den Ort des Verbrechens gibt? «Have you seen this calendar before?» Sagt Ihnen das Objekt, das auf einer Ablage steht, etwas? Europol hofft auch hier auf Hinweise. Eine Lampe, die im Hintergrund von explizitem Material aufgetaucht ist, könnte ebenfalls Hinweise liefern. «Erkennen Sie diese Box?» Diese Tasche mit Einhörnern gibt es vielleicht in einem bestimmten Laden in einem bestimmten Land zu kaufen. Wer Angaben zur Tasche machen kann, soll sich bei Europol melden. Das Logo eines Unternehmens soll hier identifiziert werden. So könnte die Region, in der dieser Pädophile seine Taten begeht, eingegrenzt werden. Auch hier hofft man, dass die Aufschrift des Plastiksacks Licht ins Dunkel bringt. Ein Engelchen oder das Abbild eines Mädchens an der Wand, eine Plastikflasche und ein kleines Plüschtierchen: Mit dem Hintergrund eines Kinderpornos sollen Rückschlüsse zum Täter gezogen werden können. Das Logo auf diesem Kissen könnte den Ermittlungen zum Durchbruch verhelfen. Ein Elch-Kissen? Wissen Sie, wo dieses Objekt fabriziert wird? Am Freitagmorgen hat Europol weitere Objekte ins Internet gestellt, die zu identifizieren sind. So dieses Kindershirt... ... dieses Sportshirt ... ... ein Oberteil mit einem Cartoon ... ... ein Shirt einer Sportmannschaft ... ... und dieses rote Oberteil. Erkennen Sie das Logo des Sportvereins? Unscharf, aber vielleicht dennoch wichtig für die Ermittler. «Erkennen Sie diese beiden Pappbecher?», fragt Europol. Auch von diesen Plastikflaschen will man die genaue Marke wissen. Nun, am Freitagmorgen, wurden auch die Bilder dieser Ort ins Internet gestellt. Ein Platz an einem See in nordischer Umgebung soll lokalisiert werden. Vielleicht kennt jemand die Stadt im Hintergrund. Oder diese Landschaft? In welcher Stadt könnte diese Aufnahme gemacht worden sein? Erkennt jemand den Eingang dieses Hauses?

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Der Fall schockiert: Über Jahre konnten drei Pädokriminelle auf einem Campingplatz in Deutschland völlig unbehelligt über 1000-mal zuschlagen – von mindestens 23 betroffenen Kindern ist die Rede, noch sind nicht alle Opfer bekannt. Während die Polizei in Nordrhein-Westfalen weiter ermittelt, versuchen Fahnder auf der ganzen Welt, andere Täter solcher Missbräuche aufzuspüren.

Um den Kriminellen auf die Schliche zu kommen, wenden sich Ermittler auch immer wieder an die weltweite Bevölkerung. Europol – die Polizeibehörde der EU – stellt deshalb Fotos von Objekten und Hintergründen aus kinderpornografischem Bild- und Videomaterial ins Internet.

Gezeigt wird etwa das Muster eines Mädchenpyjamas, der Rucksack eines Schulkindes oder ein herumliegender Plastiksack mit noch nicht entschlüsselter Aufschrift. «Die unschuldigsten Hinweise können manchmal helfen, einen Fall zu lösen», sagt Claire Georges von Europol zu 20 Minuten. Man hoffe, dass Betrachter so Hinweise zur Herkunft der abgebildeten Objekte liefern könnten.

19 neue Fotos aus Kinderpornos online

Am Freitagmorgen hat Europol 19 neue Objekte aus explizitem Material auf der Seite publiziert. Zu einem Bildausschnitt, der einen Platz an einem See in nordischer Umgebung zeigt, fragen die Fahnder: «Erkennen Sie diesen Ort?» Auch will man von Internetnutzern wissen, woher eine Lampe, die im Hintergrund eines Videos entdeckt wurde, stammt.

«Sobald der Ursprung eines Objekts identifiziert ist, informieren wir die zuständige Strafverfolgungsbehörde des betroffenen Landes, damit diese der Spur weiter nachgehen und so die Identifizierung des Täters und des Opfers beschleunigen kann», heisst es bei Europol.

Täter konnte dank der Seite überführt werden

Seit das europäische Polizeiamt die Seite 2017 lanciert hat, sind 22'504 E-Mails mit Hinweisen eingegangen. Und tatsächlich: 57 der insgesamt 283 publizierten Objekte konnten dank Meldungen aus der ganzen Welt identifiziert werden.

Diese Erkenntnisse halfen den Ermittlern schliesslich auch zum Durchbruch: Sie fanden acht Kinder, die Opfer einen Missbrauchs geworden waren, und verhafteten einen pädokriminellen Täter. Man will derzeit – um die Ermittlungsarbeiten nicht zu gefährden – keine genaueren Details bekannt geben. Die Untersuchungen laufen nach wie vor: «In diesem speziellen Bereich der Kriminalität dauern die Ermittlungen lange, da es nicht nur darum geht, einen Täter festzunehmen, sondern das gesamte Netzwerk zu Fall zu bringen», sagt Claire Georges. Man sei über jeden Hinweis dankbar, denn: «Je mehr Menschen die Bilder sehen, desto höher sind die Chancen, Kinder auf ganzer Linie zu schützen.»

HIER geht es direkt zur Europol-Seite.

(miw)