«Maharlika»

14. Februar 2019 19:15; Akt: 14.02.2019 19:15 Print

Duterte will die Philippinen umbenennen

Präsident Rodrigo Duterte mag den Namen seines Landes nicht. Er will die Philippinen umbenennen, so wie es schon der Diktator Ferdinand Marcos geplant hatte.

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Päsident Rodrigo Duterte (im Bild) will die Philippinen umbenennen. Rückhalt erhält er dabei etwa vom einflussreichen Senator Panfilo Lacson: «Philippinen, das ist immer die Erinnerung an 300 Jahre Kolonialherrschaft. Maharlika, das klingt tatsächlich nach uns. Ich wäre stolz, ein Maharlikaner zu sein.» (Bild: Keystone/Mark R. Cristino)

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Präsident Duterte hat eine Idee des verstorbenen Diktators Fernando Marcos aufgegriffen: Die Philippinen sollen unbenannt werden und so ihre Kolonialvergangenheit abschütteln. Denn benannt sind die Inseln nach dem früheren spanischen König Philipp II. (1527–1598): «Las Islas Filipinas».

Neu sollen die Philippinen «Maharlika» heissen. Der Name kommt aus der Sprache der Einheimischen (Tagalog). So hiess, noch bevor die Kolonialherren kamen, auf der grössten von mehr als 7000 Inseln eine besondere Klasse von Kriegern. Wörtlich: Männer von Reichtum, Wissen und Geschick. «Maharlika» lässt sich aber auch mit Adel übersetzen. Oder mit Frieden oder Gelassenheit, wie Duterte das tut. «Marcos hatte recht», sagt er. «Lasst uns das ändern.» Dazu müsste aber auch die Verfassung geändert werden.

Gemischte Reaktionen

Duterte-Anhänger finden die Idee grossartig und fordern im Klima des wachsenden philippinischen Nationalismus eine Rückkehr zu den prähispanischen Wurzeln des Landes. Der einflussreiche Senator Panfilo Lacson stimmt dem Präsidenten zu. «Philippinen, das ist immer die Erinnerung an 300 Jahre Kolonialherrschaft. Maharlika, das klingt tatsächlich nach uns. Ich wäre stolz, ein Maharlikaner zu sein.»

Doch in den sozialen Medien finden auch viele, dass man wichtigere Probleme habe – und das nicht erst seit heute.
So war eine Namensänderung der Philippinen bereits 2017 ein Thema. In einer Onlineumfrage des Medienportals «Rappler» fanden damals 87 Prozent von über 6000 Teilnehmern die Umbenennung eine Furzidee, nur sieben Prozent äusserten Zuspruch.

Bestrebungen auch andernorts

«Philippinen» oder «Maharlika»? Vor solchen grossen Entscheidungen standen schon zahlreiche Staaten. Jüngstes Beispiel ist die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Mazedonien, die seit wenigen Wochen Nordmazedonien heisst.

Auch anderswo wird über eine Umbenennung nachgedacht. In Kasachstan würden manche gern aus Imagegründen den Namen wechseln: weg von der Endsilbe -stan, weil dies (siehe Afghanistan) mit Krieg und Terrorismus in Verbindung gebracht werde. Und auch wegen des Kino-Erfolgs «Borat», in dem das zentralasiatische Land nicht so richtig gut wegkam. Ein Vorschlag lautet: Kasach Eli (in etwa: «Land der Kasachen»).

Auf der anderen Seite der Erdkugel, in Neuseeland, läuft gerade eine Initiative, Aotearoa zum offiziellen Landesnamen zu machen. So nennen die Maori-Ureinwohner ihre Heimat: «Land der langen weissen Wolke». Bis Ende Februar werden noch Unterschriften für eine Volksabstimmung gesammelt. Auf Reisepässen, Geburtsurkunden und Geldscheinen steht Aotearoa übrigens schon, gleichberechtigt neben New Zealand.

So weit ist man auf den Philippinen noch nicht. Dort heissen bislang einige Strassen, Schulen und Restaurants Maharlika. Und die Basketball-Liga des Landes.

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(gux/sda)