Bomben-Bilder

27. Juli 2014 17:08; Akt: 28.07.2014 08:42 Print

So verarbeiten Künstler den Horror in Gaza

Täglich fallen Bomben auf den dicht besiedelten Gazastreifen und verbreiten Tod und Verwüstung. Israelische und palästinensische Künstler verarbeiten die Schreckensbilder.

Bildstrecke im Grossformat »
Unheimliche Bilder vom Gaza-Krieg im Juli 2014: Wie ein Monster erhebt sich die Rauchwolke nach einem Bombenabwurf über Gaza Stadt. Solche Bilder dienten israelischen und palästinensischen Kritikern der Bombardierungen als Vorlage für Kunstwerke. Minarette vor orangenem Hingergrund. Bis zum 25. Juli forderte der Krieg im Gazastreifen über 850 Tote, 817 Palästinenser und 35 Israelis. Politiker verhandeln seit Tagen über eine mögliche Waffenruhe. Offizielles Ziel des israelischen Angriffs ist die Zerstörung des weitverzweigten Tunnelnetzes, durch das die Hamas Waffen in den Gazastreifen schmuggelt. Ein Kampfhelikopter feuert Blitze ab. Seit dem 8. Juli feuerte die Hamas über 2100 Raketen auf Israel ab. Ein Grossteil der Opfer auf palästinensischer Seite sind Zivilisten, bei den Israelis kamen vorwiegend Soldaten ums Leben. Die Sonne kämpft sich durch den Rauch. Internationale Kritik gab es, weil die Israelis auch Schulen und Moscheen bombardierten, in denen Zivilisten Schutz suchten. Israel wehrt sich mit dem Argument, dass die Hamas ihre Kämpfer und ihre Waffen in zivilen Anlagen verstecke. Mit den Leuchtbomben sorgen die Israelis für Licht für die Bodenoffensiven. Der Uno-Menschenrechtsrat forderte eine Untersuchung wegen möglicher Kriegsverbrechen. Weder Israel noch die Hamas würden genügend tun, um die Zivilbevölkerung zu schützen, kritisierte Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pilay. Der Gazastreifen ist sehr dicht besiedelt. Hunderttausende versuchen zu fliehen, doch die Grenzen sind geschlossen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Während die Menschen im Gazastreifen um ihr Leben fürchten und Politiker um eine Waffenruhe ringen, gehen Künstler auf israelischer und palästinensischer Seite auf ihre Weise mit dem täglichen Horror um. Sie verarbeiten die Schreckensbilder mit Photoshop zu Kunstwerken. Via Twitter erreichen sie die Weltöffentlichkeit, wie die «Global Post» berichtete.


Einer von ihnen ist der palästinensische Fotograf Belal Khaled, der zurzeit im Gazastreifen lebt. Damit wolle er zeigen, dass die Menschen in der Region «trotz der Not den Frieden und das Leben lieben», wie er der Zeitung «Arab Spring» sagte.


Ob wirklich alle der folgenden Bilder ebenfalls von Khaled stammen oder ob er weitere Künstler inspirierte, ist unklar.




Doch nicht nur auf palästinensischer Seite inspirieren die Bilder Künstler, wie das Werk des Israelis Amir Schiby zeigt. Es ist seine Reaktion auf den Tod von vier Kindern, die nach einem Bombenangriff im Gazastreifen ums Leben kamen:


Amir Schiby hat sich in Israel mit satirischen Collagen einen Namen gemacht. Auf seiner Facebook-Seite schreibt er, dass das Strandbild eine Hommage an alle Kinder sei, die in Kriegsgebieten leben.

Die Kinder waren zehn bis elf Jahre alt und hiessen Ahed Atef Bakr, Zakaria Ahed Bakr, Mohamed Ramez Bakr und Ismael Mohamed Bakr. Der NBC-Journalist Ayman Mohyeldin hatte zuvor getwittert, dass er kurz vor ihrem Tod noch mit den Jungs am Strand Fussball gespielt hatte:


(kmo)