Bildungspolitik

15. Februar 2015 14:44; Akt: 15.02.2015 14:44 Print

Spanische Schüler sollen Schach lernen

Das spanische Parlament will Schach zum Schulfach machen. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen: Kinder können davon nur profitieren.

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Schach statt Mathe? Spanische Schüler sollen die Kunst des Strategiespiels lernen. (Bild: Keystone/AP/Kerry Maloney)

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Schach soll an allen Schulen in Spanien unterrichtet werden. Wie die Zeitung ABC berichtet, hat der spanische Kongress am Donnerstag die Aufnahme von Schach als Pflichtfach einstimmig gebilligt.

Die parlamentarische Initiative «Förderung von Schach als Sport in Schulen und öffentlichen Räumen» war vom sozialistischen Abgeordneten Paul Martin Peré vorgeschlagen worden. Nun soll die Kunst des Strategiespiels Teil des Unterrichts werden.

In Deutschland und Indien gibt es schon Schach in den Schulen

In 28 Ländern ist Schach heute schon Bestandteil des Lehrplans. Die Erfahrungen — etwa in in Kanada, Deutschland oder Indien — haben gezeigt, dass besonders die schwächeren Schüler vom Schulschach profitierten. Laut einer Studie der Universität Trier fördere Schach insgesamt die Entwicklung der Kinder. Deutschen Schachschüler waren in Mathe doppelt so gut wie der Landesdurchschnitt, gab die Studie an. Noch mehr aber nütze das Denkpiel dem Leseverständnis.

Ähnlich Erfahrungen hat Indien gemacht: Seit einigen Jahren bieten die meisten Primar- und Mittelschulen Schach als Freifach an. In den Gliedstaaten Gujarat und Tamil Nadu wurde die Disziplin offiziell in den Lehrplan aufgenommen. Auch in Delhi haben viele Schulen Schach zum Pflichtfach erklärt. Der indische Schachlehrer Gagan Chitkara erklärte gegenüber der NZZ. «Viele Kinder können heute nicht mehr stillsitzen. Beim Schachspielen lernen sie, sich zu konzentrieren. Zudem gewöhnen sie sich an, strategisch zu denken und überlegte Entscheide zu treffen.»

(kle)