China

26. August 2009 07:57; Akt: 26.08.2009 11:57 Print

Spenderorgane aus dem Todestrakt

Die Mehrzahl der in China transplantierten Organe stammen einer staatlichen Zeitung zufolge von hingerichteten Gefangenen. Doch nun krebst die Regierung zurück.

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Eine chinesische Polizistin vor einem Gefängnis in Shenzhen (Bild: Keystone/Jin Ren)

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Rund 65 Prozent der Spenderorgane kämen aus dem Todestrakt, schrieb die Zeitung «China Daily» am Mittwoch. Das Blatt zitierte den stellvertretenden Gesundheitsminister Huang Jiefu mit den Worten, die Häftlinge müssten ihr schriftliches Einverständnis für die Organspende geben. Dennoch handle es sich «nicht um eine angemessene Quelle».

Um Missbrauch zu verhindern, haben das Rote Kreuz und das Gesundheitsministerium dem Bericht zufolge am Dienstag ein neues Organspendesystem eingeführt. Nur rund ein Prozent der schätzungsweise eine Million Menschen in China, die auf eine Transplantation angewiesen sind, erhalten nach Informationen der Zeitung ein Spenderorgan. Der illegale Organhandel ist daher zu einem lukrativen Geschäft geworden.

(ap)