Sri Lanka

02. Dezember 2019 02:05; Akt: 02.12.2019 07:41 Print

Colombo glaubt Botschaft-Mitarbeiterin nicht

Was ist der Angestellten der Schweizer Botschaft in Colombo zugestossen? Die lokalen Behörden haben die Vorwürfe der Frau zurückgewiesen.

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Die Behörden Sri Lankas informierten am Sonntag laut eigenen Angaben den Schweizer Botschafter Hanspeter Mock über den Stand der Untersuchung. Dem srilankischen Aussenministerium zufolge soll es Unstimmigkeiten in den Angaben der Botschaftsmitarbeiterin geben. Man habe die Vorwürfe der Angestellten zurückgewiesen.

«Dem Botschafter wurden Beweise vorgelegt, die deutlich zeigen, dass die Abfolge der Ereignisse und die Chronologie des angeblichen Vorfalls (....) in keiner Weise den tatsächlichen Bewegungen des angeblichen Opfers an diesem Tag entsprach», hiess es in einer Erklärung des Ministeriums.

Die Polizei befragte demnach Zeugen und sammelte Beweise wie Taxi-Belege, Aufnahmen von Überwachungskameras, Telefonaufzeichnungen und GPS-Daten. Die Ermittler wollten die Mitarbeiterin interviewen und baten sie, sich einer medizinischen Untersuchung zu unterziehen.

Schweiz fordert lückenlose Aufklärung

Da das mutmassliche Opfer behauptet habe, bei der angeblichen Entführung verletzt worden zu sein, verlangten die Ermittler, dass sich die Frau einer Untersuchung durch einen von den Gerichten im Land anerkannten Vertrauensarzt unterzieht, wie es in der Mitteilung des Ministeriums weiter hiess.

Das Schweizer Aussendepartement EDA hatte zuvor eine rasche und lückenlose Aufklärung des Vorfalls und Sicherheitsgarantien für das Botschaftspersonal verlangt. Die Botschaft arbeitet laut einer früheren Mitteilung mit den srilankischen Behörden zusammen.

Die lokale Botschaftsmitarbeiterin war laut Angaben der Schweizer Vertretung am Montag von unbekannten Männern in einer Strasse von Colombo in ein Auto gezerrt und bedroht worden. Sie sollte den Schweizer Angaben zufolge «botschaftsbezogene» Informationen preisgeben.

Die Mitarbeiterin war auch Tage nach dem angeblichen Vorfall noch nicht vernehmungsfähig. Der Gesundheitszustand der Frau habe sich verschlechtert, heisst es in einer Mitteilung der Botschaft vom Freitag. Die Frau sei deshalb zurzeit nicht in der Verfassung, eine Aussage zu machen. Genauere Angaben zum Gesundheitszustand der Frau machte die Botschaft nicht.

Staatschef unter Korruptionsverdacht

Laut Medienberichten soll die Entführte zur Herausgabe von Mobilfunkdaten von Bürgern Sri Lankas gezwungen worden sein, die kürzlich in der Schweiz Asylanträge gestellt hatten. Nach rund zwei Stunden wurde sie demnach wieder freigelassen.

Der Überfall auf die Angestellte ereignete sich laut Medienberichten einen Tag nach einem angeblichen Asylantrag eines hochrangigen Mitarbeiters der Polizei Sri Lankas bei den Schweizer Behörden. Der hohe Untersuchungsbeamte soll bereits am Sonntag in die Schweiz geflüchtet sein. Von Seiten der Schweizer Behörden gab es dazu keine Angaben.

Der Mann hatte demnach Korruptionsfälle und Menschenrechtsverletzungen in seinem Land untersucht, namentlich während des ersten Rajapaksa-Regimes von 2005 bis 2015. Der Clan hat die Vorwürfe stets bestritten.

In der vergangenen Woche konsolidierten der neue Präsident Gotabaya Rajapaksa und sein älterer Bruder Mahinda als neuer Regierungschef ihre Macht. Die Justizbehörden stellten die Korruptionsermittlungen gegen den 70-jährigen Staatschef unter Hinweis auf seine neu gewonnene Immunität ein.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Petra am 02.12.2019 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorgeschichte fehlt

    Ich kann dem Artikel kaum folgen, da er zu Beginn davon auszugehen scheint, dass ich bereits viele Informationen kenne. Was soll denn passiert sein?

    einklappen einklappen
  • oki am 02.12.2019 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Schutz, keine Botschaft

    Es wäre doch naiv zu glauben das die Regierung die verantwortlich sein soll an der Aufklärung mitarbeitet.Es gibt nur eine Lösung. In einem Staat wo man für die Sicherheit der Botschaft nicht garantieren kann diese schließen und befreundete Staaten um Solidarität bitten.Vorher vielleicht, da eine Aufklärung nicht stattfinden wird ,eine Entschädigung fordern die die Verantwortlichen ohne Gesichtsverlust leisten können aber ihnen weh tut.

  • patricio007 am 02.12.2019 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korupt und Gewalt Regierung

    Dann weg von Sri Lanka, die Regierung ist selbst dahinter. Ich würde auch nie nach Sri Lanka gehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stell@rt am 02.12.2019 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Braut es eine CH Botschaft in Sri Kanka?

    Brauchen wir eine Botschaft in Sri Lanka????? Botschaft schliessen....alles Personal zurück nach CH. So kann kein Personal mehr entführt und bedroht werden.

  • Heidi am 02.12.2019 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso Einheimische

    Warum kann die Schweizer Botschaft nicht auch Schweizerinnen einstellen statt Einheimische? Sprachlich könnten Dolmetscher beigezogen werden falls erforderlich.

    • Zweier am 02.12.2019 09:58 Report Diesen Beitrag melden

      Dolmetscher

      Warum Dolmetscher? Es heisst doch sonst immer, wer in die Schweiz kommt soll eine der Landessprschen können, sonst soll er wieder weg. Na dann, sollen die MitarbeiterInnen schön singalesisch lernen bevor sie dort hingehen.

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  • Petra am 02.12.2019 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorgeschichte fehlt

    Ich kann dem Artikel kaum folgen, da er zu Beginn davon auszugehen scheint, dass ich bereits viele Informationen kenne. Was soll denn passiert sein?

    • Nanuk am 02.12.2019 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Petra

      Unterhalb der Kommentare (zumindest in der App) finden sie links zu vorausgegangenen Artikeln. Die sollte helfen.

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  • oki am 02.12.2019 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Schutz, keine Botschaft

    Es wäre doch naiv zu glauben das die Regierung die verantwortlich sein soll an der Aufklärung mitarbeitet.Es gibt nur eine Lösung. In einem Staat wo man für die Sicherheit der Botschaft nicht garantieren kann diese schließen und befreundete Staaten um Solidarität bitten.Vorher vielleicht, da eine Aufklärung nicht stattfinden wird ,eine Entschädigung fordern die die Verantwortlichen ohne Gesichtsverlust leisten können aber ihnen weh tut.

  • patricio007 am 02.12.2019 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korupt und Gewalt Regierung

    Dann weg von Sri Lanka, die Regierung ist selbst dahinter. Ich würde auch nie nach Sri Lanka gehen.