Kirchturm eingestürzt

20. Mai 2012 05:10; Akt: 21.05.2012 05:07 Print

Starkes Nachbeben im Norden Italiens

Nach dem Erdbeben der Stärke 5,9 in der Region um Bologna in Norditalien ist ein siebtes Todesopfer zu beklagen. Rund 100 Nachbeben folgten - eines davon besonders heftig.

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Nach dem heftigen Erdbeben vom 20. Mai und den Nachbeben vom 21. Mai suchen Feuerwehrleute nach Überlebenden. Bild: Rettungskräfte bei der Arbeit in Sant'Agostino. Die Erdbeben haben sieben Menschen das Leben gekostet. Aus Angst vor Nachbeben suchen am 20. Mai viele Menschen in einer kleinen Tennishalle in Finale Emilia Zuflucht. Hier warten die Menschen, bis sie wieder in ihre Unterkünfte gehen können - sofern diese nicht durch das Erdbeben komplett zerstört worden sind. Diese Familie erholt sich in einem Kindergarten in Mirabello von den Strapazen. Die Menschen sind geschockt und getrauen sich nicht mehr in ihre Häuser zurück. Besonders heftig hat des den Ort Finale Emilia getroffen. Nicht nur die Kirche wurde stark beschädigt. Auch der alte Turm stürzte ein. Zunächst «nur» teilweise ... ... nach einem heftigen Nachbeben der Stärke 5,1 am Sonntagnachmittag krachte der Turm komplett zusammen. Dieses Bild des einstigen Turms in Finale Emilia wird wohl nicht so schnell vergessen. Auch der Turm der Stadthalle von Finale Emilia ist zerstört. Das zerstörte Castello Delle Rocche in Finale Emilia. Ein weiteres havariertes Gebäude in Finale Emilia. Nicht nur historische Bauten, auch Autos ... ... und Läden wurden beschädigt. Die meisten Menschen - wie hier in Finale Emilia - können nicht mehr zurück in ihre Häuser. Sie werden in Zelten untergebracht. Es ist ungewiss, wie lange sie hier wohnen müssen. Manche müssen zurzeit in Massenschlägen wohnen - riesige Zelte, die rudimentär mit Campingbetten, -tischen und -stühlen ausgerüstet sind. Auch in Sant' Agostino, rund 12 Kilometer nordwestlich von Finale Emilia, hat das Beben grosse Schäden hinterlassen. Im Bild ist das Rathaus nach dem ersten Beben ... ... und nach den Nachbeben. Ein Keramikfabrik in Sant' Agostino ist völlig in sich zusammengebrochen. In Santuario wurde der Glockenturm der Kirche beschädigt. Die Kirche von San Carlo ist beinahe vollständig zerstört. Der Blick auf eine Heiligenstatue der Kirche von San Carlo. Bloss ein paar Mauern und ein paar Statuen stehen noch. Oriano Caretti betrachtet die Schäden an seiner Käserei in San Giovanni in Persiceto. Noch kann er den Schaden nicht beziffern. In Burana sind Silos eingestürzt. Bilder des Schreckens auch aus San Felice sul Panaro. Das Dach dieses Gebäudes und ein Teil der Fassade in San Felice Sul Panaro sind eingestürzt. In Ferrara hat es alte und neue Bauten gleichermassen erwischt. Das Epizentrum lag 35 Kilometer nord-nordwestlich von Bologna in San Felice sul Panarao.

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Nach dem schweren Erdbeben in Norditalien haben tausende Menschen die Nacht zum Montag in Notunterkünften oder bei Freunden und Verwandten verbracht. Erneut wurde die Region Emilia Romagna von Nachbeben erschüttert. Die schwersten Erdstösse erreichten dabei in der Nacht eine Stärke von 3,7.

Am Sonntag hatte ein heftiges Erdbeben der Stärke 5,9 mindestens sieben Menschen in den Tod gerissen. Vier Arbeiter kamen in den Trümmern ihrer Fabriken ums Leben, wie Medien wenige Stunden nach dem Beben berichteten. Dutzende weitere wurden verletzt, wie die Rettungsmannschaften mitteilten.

Regierungschef Mario Monti sagte den Opfern Hilfe zu. «In diesen Momenten fühlt das ganze Land mit denen, die leiden», sagte Monti. Er werde vorzeitig von dem NATO-Gipfel in Chicago abreisen, ergänzte er laut der Nachrichtenagentur Ansa. Als Grund nannte er auch den tödlichen Anschlag auf eine Berufsschule in Brindisi.

Verletzter Feuerwehrmann

Das Epizentrum lag rund 36 Kilometer nördlich von Bologna in der Provinz Modena. Das Beben ereignete sich in einer vergleichbar geringen Tiefe von zehn Kilometern. Es wurden über 100 Nachbeben gemeldet.

Eines davon war am Sonntagnachmittag besonders heftig. Ein Teil des Rathauses von Sant'Agostino di Ferrara, das schon bei dem vorangegangenen Beben am frühen Morgen beschädigt worden war, wurde zerstört. In der Stadt Finale Emilia stürzte ein Kirchturm ein. Ein Feuerwehrmann wurde dabei verletzt. Das Nationale Institut für Geophysik gab die Stärke des Nachbebens mit 5.1 an.

Viele Verletzte

Die Trümmer einer Keramikfabrik erschlugen den Berichten zufolge zwei Beschäftigte der Nachtschicht in Sant'Agostino bei Ferrara. Ein anderer Arbeiter wurde laut Fernsehsender Rai dort unter dem eingestürzten Dach einer Giesserei tot gefunden.

Ein weiteres Todesopfer entdeckte man in einer eingestürzten Fabrikhalle in Bondeno, etwa 15 Kilometer nördlich von Sant'Agostino. Mehrere Dutzend Menschen wurden nach ersten Angaben verletzt.

Anderthalb Stunden nach dem Beben wackelte die Erde erneut: Um 5.35 Uhr habe es ein Nachbeben der Stärke 3,3 geben, um 5.44 Uhr folgten laut Nachrichtenagentur Ansa Stösse der Stärke 2,9. Am schlimmsten betroffen seien die Provinzen von Modena und Ferrara. Betroffen waren aber auch Bologna, Mantova und Rovigo.

Tod wegen Panik

Eine Deutsche starb kurz nach dem Erdbeben. Die 37-Jährige, die sich aus beruflichen Gründen in Sant'Alberto di San Pietro in Casale in der Region von Bologna aufhielt, habe nach den Erdstössen Atemprobleme bekommen und das Bewusstsein verloren, berichtete Ansa.

Gegen 4.40 Uhr habe ein Mann die Rettungskräfte alarmiert. Vermutet wird, dass die Panik den Tod der Frau ausgelöst haben könnte. Die genaue Herkunft der 37-Jährigen wurde nicht bekannt.

In Sant'Agostino kam eine über hundertjährige Frau ums Leben. Laut Ansa könnte auch sie aufgrund des Schrecks gestorben sein. Ein fünfjähriges Mädchen wurde in dem ebenfalls stark betroffenen Ort Finale Emilia aus den Trümmern gerettet.

Das Fernsehen zeigte schwer beschädigte Gebäude, Trümmer lagen vielerorts auf der Strasse. Augenzeugen berichteten, es seien Gebäude, Kirchen und Türme eingestürzt. Manche Menschen seien aus Panik im Schlafanzug auf die Strasse gelaufen.

Auch in Mailand habe Angst geherrscht. Mancherorts wagten sich die Menschen nicht zurück in ihre Häuser. In der Provinz Venetien waren die Stösse ebenfalls zu spüren. In Venedig habe es aber keine Schäden gegeben.

Kirche eingestürzt

Das Epizentrum lag in der Po-Ebene in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern, hiess es unter Berufung auf das Nationale Geophysikalische und Vulkanologische Institut. Die schwersten Schäden gab es Ansa zufolge in dem Ort San Felice und in Finale Emilia.

In San Felice stürzte eine Kirche ein, und viele historische Gebäude wurden schwer beschädigt. In Finale Emilia seien schwer kranke Patienten vorsorglich aus dem Spital gebracht worden. Laut «corriere.it» stürzte in dem Ort auch ein Turm ein.

Die Zahl der Verletzten ist unklar. Das Fernsehen Rai berichtete von 50 Verletzten. Laut Ansa gab es in den Regionen Ferrara und Modena mehr als 200 Notrufe im Zusammenhang mit Verletzten oder Menschen mit sonstigen gesundheitlichen Problemen. Im Raum Ferrara seien 28 Menschen ins Spital gebracht worden, in der Region Modena wurden neun Menschen mittelschwer verletzt.

Die Kommunalwahlen, bei denen die Bürger am Sonntag und Montag in insgesamt rund 120 italienischen Städten und Gemeinden in Stichwahlen ihren neuen Bürgermeister bestimmen, könnten auch im Erdbebengebiet wie geplant stattfinden, berichtet die Rai.

In der Schweiz spürbar

Das Beben sei fast so stark gewesen wie das von Aquila, schreibt die Ansa. Am 6. April 2009 hatte ein Beben der Stärke 6,2 die Stadt in den Abruzzen erschüttert und schwere Schäden angerichtet.

Offenbar war das Beben auch im Süden der Schweiz spürbar. Zahlreiche Leser-Reporter berichten von Erdstössen aus dem Engadin und dem Wallis. Allerdings ist von Schäden hierzulande nichts bekannt.


(Videos: YouTube/SkyTG24)


(Video: YouTube/Youreporter)

Epizentrum in Finale Emilia:

(aeg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andrea S. am 21.05.2012 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Äussere Einflüsse?

    Habe mal gehört, Erdbeben sollen durch einen Kometen oder sowas beeinflusst oder provoziert werden. Da haben sie herausgefunden, dass dieser Komet, immer wenn es ein Erdbeben gab, mit der Erde und einem anderen Planeten auf einer Linie stand. Oder so. Weiss den Namen dieses Himmelskörper leider nicht mehr.

  • Claudia Palovsky am 21.05.2012 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Erdbeben in Lazise am 20.5.12

    Waren in Lazise/Gardasee, haben Sa auf So-Nacht 2x Beben erlebt, in unserem Zimmer hat es geknarzt und gewackelt,das Bett war wie auf einer Welle. War und ist unheimlich und beängstigend.

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  • Alessio Michelli am 20.05.2012 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im falschen Zeitpunkt am falschen Ort

    Ich bin gerade auf dem Heimweg in die Schweiz zurück aus Italien. Mich hatte der Beben auch im Hotelzimme Dolimiti in Abano Terme aus dem Schlaf gerissen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrea S. am 21.05.2012 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Äussere Einflüsse?

    Habe mal gehört, Erdbeben sollen durch einen Kometen oder sowas beeinflusst oder provoziert werden. Da haben sie herausgefunden, dass dieser Komet, immer wenn es ein Erdbeben gab, mit der Erde und einem anderen Planeten auf einer Linie stand. Oder so. Weiss den Namen dieses Himmelskörper leider nicht mehr.

  • Berndt Lang am 21.05.2012 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bett ist hin und hergerutscht!

    So schnell bin ich noch nie aufgewacht, als um 4 Uhr früh in Bardolino am Gardasee unser Hotelbett hin und her rutschte, das Ganze Gebäude ordentlich wackelte und die Halterung des Wandfernsehers laut knarzte. Super-beängstigend, obwohl das Epizentrum ja weit weg lag. Innerhalb von 1 Min war das ganze Hotel auf der Strasse und keiner wollte so recht wieder rein gehen.

    • Andreas Lange am 21.05.2012 21:00 Report Diesen Beitrag melden

      Beben in Malcesine deutlich spürbar

      So ähnlich haben wir das Beben in Malcesine erlebt .

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  • Claudia Mayer am 21.05.2012 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Erdbeben

    Wurden in Toscolano- Maderno aus dem Schlaf gerissen. Alle Hotelgäste , ich und mein Mann verliessen kurz nach vier das Hotel und blieben ca. eine Stunde draußen. Wir sind jetzt noch schockiert ! Die Glastür zum Balkon war so laut durch das Beben und der Fernseher wurde hin und her geschoben. Es war einfach schrecklich

  • Andrea S. am 21.05.2012 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Die Erde kommt nicht zur Ruhe

    Jetzt regnet es dort auch noch un-unterbrochen! Das macht alles noch viel schwerer :-( Mein Beileid an die Betroffenen dieser Katastrophe!

  • Claudia Palovsky am 21.05.2012 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Erdbeben in Lazise am 20.5.12

    Waren in Lazise/Gardasee, haben Sa auf So-Nacht 2x Beben erlebt, in unserem Zimmer hat es geknarzt und gewackelt,das Bett war wie auf einer Welle. War und ist unheimlich und beängstigend.

    • Berndt Lang am 21.05.2012 12:29 Report Diesen Beitrag melden

      Das Selbe erlebt...

      Wir waren in Bardolino... exakt das Selbe. Wir hatten auch Angst und sind sofort auf die Strasse (im Schlafanzug)!

    • Claudia Mayer am 21.05.2012 13:53 Report Diesen Beitrag melden

      Erdbeben

      Ja so haben wir das auch empfunden, es war gespenstisch!Da hat man pure Überlebensangst.

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