Regierungskrise in Österreich

19. Mai 2019 18:10; Akt: 19.05.2019 18:23 Print

Stecken Aktionskünstler hinter dem Strache-Video?

Ein Video, das heimlich auf Ibiza aufgenommen wurde, hat den österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache zu Fall gebracht. Spuren führen nun nach Deutschland.

Videoaufnahmen vom Treffen wurden der «Süddeutschen Zeitung» und dem «Spiegel» zugespielt. (Video: Youtube/FALTER)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die deutsche Guerilla-Polit-Prop-Gruppe «Zentrum für Politische Schönheit», die vom deutsch-schweizerischen Aktionskünstlers Philipp Ruch geleitet wird, soll beim «Ibiza-Video», das den österreichischen Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache seine Karriere kostete, involviert gewesen sein. Das hat eine der Gruppe nahestehende Person bestätigt, wie heute.at schreibt.

Laut einem «Profil»-Bericht will sich das «Zentrum für Politische Schönheit» erst zu der Causa äussern, wenn auch der österreichische Innenminister Herbert Kickl zurückgetreten ist.

Skandal in Österreich

Wie der deutsche Journalist Daniel Laufer auf Twitter berichtet, steht der Account «Kurzschluss14» mit dem «Ibiza-Video» in Zusammenhang. Das Twitter-Konto sei kurz vor der Veröffentlichung durch den «Spiegel» und und die «Süddeutsche Zeitung» erstellt worden, der erste Follower war das «Zentrum für Politische Schönheit». Ruch wollte sich gemäss dem Journalisten nicht dazu äussern.



Die ORF-Journalistin Susanne Schnabl gibt hingegen an, mit dem Kollektiv telefoniert zu haben. Es soll nicht hinter dem Video stecken. Derzeit machen Gerüchte die Runde, dass sie es an den «Spiegel» und die «Süddeutsche Zeitung» weitergereicht haben könnten.

Das «Zentrum für Politische Schönheit» hat in der Vergangenheit immer wieder mit aufwändigen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Sie errichteten etwa über Nacht ein Holocaust-Mahnmal neben dem Wohnhaus des AfD-Politikers Björn Höcke.

Auch in der Schweiz war das Kunstkollektiv aktiv. Ruch sorgte für einen Skandal, als er zum Mord an Weltwoche-Verleger und SVP-Nationalrat Roger Köppel aufrief. Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen Ruch wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung.


(heute.at)