«Wie originell»

19. September 2013 16:15; Akt: 20.09.2013 15:27 Print

Steinbrück kanzelt SRF ab

Dem SPD-Kanzlerkandidaten wird ein verkrampftes Verhältnis zu den Medien nachgesagt. Auch das Schweizer Fernsehen blitzte bei Peer Steinbrück ab. Der Korrespondent konnte einem leidtun.

(Video: SRF)
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Noch zwei Tage, dann wählt Deutschland ein neues Parlament. Dass der Wahlkampf arm an Höhepunkten war, ist gut für Amtsinhaberin Angela Merkel und schlecht für Herausforderer Peer Steinbrück. Der bisweilen frustriert wirkende Spitzenkandidat der SPD vermutet den Grund für seine schlechten Umfragewerte in einer Medienkampagne gegen seine Person. Er sagte einmal, Berlin liege unter einer «medialen Käseglocke», in der die Psychologie eines Politikers mehr interessiere als seine Positionen.

Als ob es eines weiteren Beweises für Steinbrücks angespanntes Verhältnis zu den Medien bedurft hätte, schickte das Schweizer Fernsehen diese Woche einen Reporter los. Thomas Vogel folgte dem Kandidaten für die «Rundschau» einen Tag lang und bemühte sich redlich um ein Interview, kam aber auf keinen grünen Zweig (siehe Video oben). Vielleicht lag es an rhetorischen Fragen wie «Sind Sie zufrieden mit Ihren Umfragewerten?». Da darf man sich über die pampige Antwort «Wie originell von Ihnen!» nicht wundern.

Der «Tagesspiegel» verwirft in einem aktuellen Kommentar die These der Medienkampagne. Die Regierungskoalition aus Union und FDP werde weit härter kritisiert als Steinbrück. Journalisten stünden tendenziell links und wären zudem eher an einem spannenden Rennen interessiert – beides Argumente, die gegen eine Medienhetze gegen den Underdog sprechen. «Kann der Bauer nicht schwimmen, ist die Badehose schuld», resümiert die Zeitung aus Berlin.

(kri)