15. Mai 2008 18:23; Akt: 15.05.2008 18:26 Print

Steinmeier im Kessel von Leningrad

Mit einer Kranzniederlegung hat Aussenminister Frank-Walter Steinmeier in St. Petersburg der Opfer der deutschen Belagerung der Stadt im Zweiten Weltkrieg gedacht.

Fehler gesehen?

In das Gästebuch am Mahnmal schrieb er am Donnerstag, er verneige sich vor den Opfern der über 800-tägigen Belagerung. Er hob die Verpflichtung Deutschlands hervor, mit Russland für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt zu arbeiten.

Die Zahl der Belagerungsopfer in der Stadt, die bis zur Wende in Russland Leningrad hiess, wird heute auf etwa 1,1 Millionen geschätzt. Genaue Angaben gibt es nicht. Der Sowjetarmee gelang es am Ende, den Einschliessungsring zu sprengen. Die abgeriegelte Stadt konnte nur noch über den Ladogasee erreicht werden.

Petersburg ist die letzte Station der Russlandreise Steinmeiers, die am (morgigen) Freitag nach fast einwöchiger Dauer endet. Am Morgen hatte der Minister mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten für Wirtschaftskoordination, Igor Schuwalow gesprochen. Schuwalow war Wirtschaftsberater des jetzigen Ministerpräsidenten Wladimir Putin, als dieser noch Präsident war.

Nach Angaben von Sprecher Martin Jäger wurden Fragen des Klimaschutzes und der Technikförderung erörtert. Das Gespräch sei «substanzreich und sachlich» gewesen. Ausserdem sprach Steinmeier mit den Oppositionsvertretern Juri Gasparow und Maria Gajda.

Ein Treffen Steinmeiers mit Putin gab es auf der Reise nicht. Der neue Präsident Dmitri Medwedew hatte Steinmeier als erstes Mitglied der Bundesregierung am Mittwoch im Kreml empfangen.

(ap)