Demonstrationen

09. Oktober 2019 02:31; Akt: 09.10.2019 03:03 Print

Strassenschlacht vor Ecuadors Parlament

Regierungsgegner versuchen, das Parlamentsgebäude in Ecuadors Hauptstadt Quito zu stürmen.

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Vor dem Parlament in Ecuadors Hauptstadt Quito haben sich Regierungsgegner und die Polizei am Dienstag erneut gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert. Hunderte Demonstranten versuchten, die Polizeiabsperrung vor dem Gebäude zu durchbrechen.

Viele von ihnen waren maskiert und warfen Steine auf die Einsatzkräfte. Die Polizei setzte Tränengas ein. Bereits am Montag hatten Demonstranten versucht, das Parlamentsgebäude zu stürmen.

Ecuadors Präsident Lenín Moreno verhängte angesichts der heftigen Proteste eine nächtliche Ausgangssperre in der Nähe von wichtigen öffentlichen Gebäuden. Die Ausgangssperre gelte zwischen 20.00 Uhr und 5.00 Uhr unter anderem vor den Sitzen von Staatsorganen, heisst es in einem am Dienstag unterzeichneten Dekret.

Die seit Tagen anhaltenden Massenproteste in dem lateinamerikanischen Land richten sich gegen die gestiegenen Treibstoffpreise. Wegen der sozialen Unruhen hatte Präsident Lenín Moreno vergangene Woche für 60 Tage den Ausnahmezustand verhängt. Dutzende Menschen wurden bei den Protesten verletzt.

Regierungssitz bereits verlagert

Am Montag besetzten die Demonstranten drei Erdölförderanlagen. Die Produktion an den Standorten im Amazonas-Gebiet musste deswegen gestoppt werden. Auf Anordnung von Präsident Moreno wurde Regierungssitz von Quito in die Küstenstadt Guayaquil verlegt. Die Dachorganisation der Ureinwohner, Conaie, kündigte für den heutigen Mittwoch eine Grosskundgebung mit mehr als 20'000 Teilnehmern in Quito an.

Die Demonstranten geben Moreno die Schuld für den Anstieg der Preise, da er im März ein Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgeschlossen hatte. Ecuador sicherte sich damit IWF-Kredite in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar. Im Gegenzug wurde Morenos Regierung zur Auflage gemacht, die staatlichen Subventionen für Kraftstoff zu senken. Diese Subventionen schlagen mit 1,3 Milliarden Dollar im Jahr zu Buche.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jhug am 09.10.2019 04:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ecuador

    Einmal mehr ist der IWF involviert, d.h. ausplündern eines Staates. Peter König hat vor Wochen darüber geschrieben, dass es soweit kommen wird. Erinnert euch daran was mit Lulien Assange passierte in der Ecuadorianischen Botschaft in London. Kurz nach der Wahl von Lenin Moreno musste er die Botschaft verlassen. Hängt alles damit zusammen. IWF ist tiefer Staat, keine Verschwörung sondern Wirklichkeit. P.König schreibt in Global Research News, einer Kanadischen Online Zeitung. Hat auch lange bei der IWF gearbeitet und war involviert in solche Dinge, heute deckt er die Machenschaften auf.

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  • Franky am 09.10.2019 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Passt aufeinander auf.

    Ecuador, Irak, Hongkong, Farankreich, Indonesien... Das Spiel beginnt wieder von vorne.

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  • Josef am 09.10.2019 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ökologisch gesehen braucht es höhere Benzinpreise.

    Für alle Anhänger der Friday for Future Bewegung. Die Aufhebung der Subventionen für Erdölprodukte ist eine von Euren Forderungen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 10.10.2019 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mittelamerika muss

    seinen Weg selber finden.

    • Bernie am 13.10.2019 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Typhoeus

      Mittelamerika? Schon mal auf eine Karte geschaut??

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  • Pato am 09.10.2019 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    China und Venezuela

    Die Lage ist hier in Ecuador prekär. Aber der Grund liegt eben tiefer als was eine oberflächliche Berichterstattung und Kommentare zeigen. Die Reformen welche die Regierung vorantreibt waren längst fällig (PS, Ja auch von IWF abgesegnet). Der Benzin Preis ist neu auf 60 Rappen pro Liter, bisher wurde er Subventioniert. Das geht doch nicht und es trifft aber nicht nur die Armen. Hier hat nur 12% der Bevölkerung ein Auto, also wer Benzin kauft ist Mittelstand oder Reich. Hinter den gewalttätigen Protesten und Plünderungen steht der Ex Präsident Correa mit Hilfe von Maduro aus Venezuela.

    • Typhoeus am 10.10.2019 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pato

      Schwer nachzuvollziehen

    • Anton Meier am 10.10.2019 19:13 Report Diesen Beitrag melden

      TATSACHE IST...

      die Verdoppelung der Spritpreise war nur das Feuer an der Zündleine. Das Paket vom IWF enthält noch viele Forderungen mehr wie Streichung von Pensionsgelder, Stipendium für Studenten, Kürzung der Löhne und Feiertage der öffentlichen Angestellten... . Die Erhöhung der Spritpreise löst einen Dominoeffekt aus. Alles wird viel teurer ob gerechtfertigt oder nicht und das alles bei einem minimal Lohn von 360 USD monatlich. Ich lebe in Ecuador und habe vollste Verständnis für die Unruhen. Weder Correa noch Maduro haben was damit zu tun. Fragen sie die Indios dort im Lande Pato.

    • Yvonne am 10.10.2019 20:05 Report Diesen Beitrag melden

      Die Armen sind betroffen

      Ich lebe ebenfalls in Ecuador und kann ihnen nur zustimmen. Und natürlich trifft es die Armen. Besonders der Dieselpreis ist enorm gestiegen. Nicht nur, dass praktisch alles inkl. Lebensmittel teurer wird, auch die Preise für den Bus steigen gravierend. Und exakt das ist das Haupttransportmittel für die Armen.

    • Bernie am 13.10.2019 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pato

      Natürlich können sich die Reichen, die Autos haben, höhere Benzinpreise leisten. Die sind ja nicht mal so sehr gestiegen. Aber die grosse Masse der Armen muss jetzt doppelt so hohe Bustarife zahlen, weil der Dieselpreis mehr als verdoppelt wurde! Das geht an die Existenz. Einmal mehr muss das kleine Volk dafür bluten, damit die Staatsschulden bezahlt werden können.

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  • cyrill am 09.10.2019 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    warum denken sie

    will ich das die länder lateeinameerikas eine stabile wirtschaft haben, grundrobust? das ist nicht nur der agrarsektor das ist auch maschinenbaut und chemie, die meisten patente sind abgelaufen, warum fossieren wir das über russland und china? es geht um unabhängigkeit. ich bin nicht gewillt andere auszunutzen. aber das machen nunmal dominierende partner mit ihre schwächeren partnern und das ist nicht fair. wie in gesprächsebenen mit superior inferior , also überliegend und unterliegend.

  • cyrill am 09.10.2019 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    ich halte nichts vom iwf

    das ist ausbeutung auf lange sicht. der IWF macht keine nullzinsgeschäfte. hat er nie, dabei könnte er das, ich habe christiane lagarde nie gemocht und schauen sie wo sie jetzt ist? EZB. wie draghi!er vorher goldman sachs wenn ich mich nicht irre.

    • Pato am 09.10.2019 13:34 Report Diesen Beitrag melden

      Verkehrt

      Sie widersprechen sich total. Draghi macht doch eben Nullzinspolitik.

    • nochmals verkehrt ;) am 09.10.2019 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pato

      nullzinspolitik und nullzinsgeschäfte sind hoffentlich noch nicht ganz das gleiche.

    • Anton Meier am 11.10.2019 17:34 Report Diesen Beitrag melden

      IWF und sein Zinsspiel

      Der IWF verleiht das Geld an Ecuador zu 5% Zins. Wenn es die Zinsen nicht pünktlich bezahlt steigt der Zins beachtlich. Costa Rica hat dies erlebt und musste bis 20% Strafzins bezahlen und ist jetzt in der Schuldenfalle.

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  • Franky am 09.10.2019 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Passt aufeinander auf.

    Ecuador, Irak, Hongkong, Farankreich, Indonesien... Das Spiel beginnt wieder von vorne.

    • Dali Lama am 10.10.2019 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      noch mehr Proteste

      Sie haben Peru, Haiti, Venezuela, Bolivien, Columbia, Chile, Libanon, Liberia, Nigeria in der Auflistung vergessen. Es brennt in immer mehr Ländern.

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