Verschollenes Flugzeug

08. März 2014 02:01; Akt: 09.03.2014 20:54 Print

Studentin verpasste den Todesflug

Noch immer fehlt von der Boeing 777 jede Spur. Eine Studentin hatte besonderes Glück: Sie hatte ein Ticket für den Flug gebucht, verpasste ihn aber. «Ich hätte eine von ihnen sein können», sagt sie.

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Bereits am berichtete der australische Premierminister Tony Abbott von zwei möglichen Flugzeugteilen, die im Indischen Ozean gesichtet wurden. Der Co-Pilot der verschollenen Maschine wollte seine grosse Liebe Nadira Ramli nach neun Jahren Beziehung heiraten. Seine Verlobte hat noch «einen Schimmer Hoffnung». Die Allianz-Versicherung beginnt mit den Auszahlungen an die Angehörigen und die Fluggesellschaft. Nach unbestätigten Angaben liegt die komplette Versicherungssumme der Zeitung «Handelsblatt» zufolge bei 100 Millionen Dollar. China kritisiert das Vorgehen bei der Suche nach dem verschollenen Flugzeug. Malaysia, Boeing, Rolls-Royce und die USA haben zu schlecht informiert. Am veröffentlicht der US-Radiosender WNYC 634 mögliche Landebahnen für die Boeing 777; ob bei der Auswahl der Strecken auch die Flügelspannweite des Flugzeugs miteinbezogen wurde, ist unklar. Jüngste Erkenntnisse deuten auf eine Flugzeugentführung hin - das lässt Angehörige weiter hoffen. Doch Experten glauben nicht an einen glimpflichen Ausgang. Ein chinesischer Satellit machte diese Aufnahmen im Golf von Thailand. Experten glauben den weissen Fleck als Flugzeugteile identifiziert zu haben. Die Polizei veröffentlichte am die Bilder der mutmasslichen Passdiebe. Der Chef der malaysischen Luftverkehrsbehörde, Azharuddin Abdul Rahman, beschreibt einen der mutmasslichen Passdiebe bei einer Pressekonferenz als ähnlich aussehend wie Mario Balotelli, Stürmer bei der AC Milan. Die USA untersuchen die Fingerabdrücke und Fotos der beiden Männer, die mit gestohlenen Pässen an Bord der Unglücksmaschine gestiegen sind. Die Ermittler gleichen die Informationen mit jenen von bekannten Terroristen ab. Der malaysische Transportminister Hishammuddin Husse informiert darüber, dass Videoaufnahmen der Passdiebe existieren: «Ich kann bestätigen, dass wir Material von Überwachungskameras (über die beiden) haben.» Am Sonntag stand bei den Suchaktionen auf dem Wasser dieses mögliche Wrackteil im Fokus. 40 Schiffe und 22 Flugzeuge sind an der Suche beteiligt. Die Studentin Jessie Yee Wai Ching hatte grosses Glück: Sie hatte ein Ticket für den Unglücksflug gebucht, kam aber zu spät am Flughafen an und verpasste ihn. Diese Luftaufnahme soll die Ölspuren im Meer 250 Kilometer vor Vietnam zeigen. Das Flugzeug der Malaysia Airlines ist rund zwei Stunden nach dem Start verschollen. Es war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. An Bord seien 239 Personen gewesen, erklärt ein Sprecher der Airline am Samstag, 8. März, den Medien. Ein Fischerboot in der Nähe der mutmasslichen Absturzstelle südlich der Insel Phu Quoc. Medien belagern eine Frau am Flughafen von Kuala Lumpur. Ein Mitglied ihrer Familie befand sich an Bord der vermissten Maschine. Angehörige eines Passagiers am Flughafen in Peking. Weinende Frau am Flughafen in Peking. Am Flughafen in Kuala Lumpur wurde ein Bereich für Angehörige der Passagiere des vermissten Flugzeugs eingerichtet.

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Die Boeing 777-200 der Malaysia Airline war in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur um 0.41 Uhr Ortszeit (17.41 MEZ) gestartet, als auf dem Weg nach Peking zwei Stunden später der Funkkontakt abbrach. Die Maschine befand sich nach Angaben der vietnamesischen Behörden zu dem Zeitpunkt über dem Meer, kurz vor dem Luftraum über Vietnam. Seither fehlt von der Maschine jede Spur.

Rettungskräfte bestätigten am frühen Samstagnachmittag den Absturz. «Ich kann bestätigen: Die Maschine ist abgestürzt, sie gilt nicht als vermisst», sagte Generalleutnant Pham Hoai Giang der Zeitung «VTC News». Die Unglücksursache bleibt aber weiterhin ein Rätsel.

Suchflugzeuge haben im Meer vor der vietnamesischen Küste kilometerlange Ölspuren entdeckt, sagte der stellvertretende Verkehrsminister Pham Quy Tieu der Nachrichtenagentur DPA. Die Suche musste nach seinen Angaben allerdings kurz darauf wegen Dunkelheit abgebrochen werden. «Wir schicken Schiffe in das Gebiet», sagte der Vizeminister.

Studentin hatte Schutzengel

Die Ursache für das Verschwinden der Maschine des Fluges MH370 vom Radar war auch Stunden später noch unklar. Die Maschine konnte zunächst nicht geortet werden. Malaysia, Vietnam und China suchten aus der Luft und zu Wasser fieberhaft nach dem Flugzeug. An Bord waren 227 Fluggäste und zwölf Besatzungsmitglieder.

Riesiges Glück hatte offenbar eine Studentin: Sie hatte ein Ticket für den Todesflug gebucht, verpasste ihn aber, weil sie zu spät am Flughafen eintraf. Gegenüber dem malaiischen Fernsehsender «Astro Awani» sagte sie: «Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich die eine war.» Zu wissen, dass so viele Leute im Flugzeug sassen, sei aber ein furchtbares Gefühl. «Ich hätte eine von ihnen sein können», so Jessie Yee Wai Ching.

Passagiere mit gestohlenen Pässen

Mittlerweile werden Spekulationen über einen Terroranschlag laut. Wie die Bild berichtet, waren zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen an Bord. Die Pässe gehörten einem Italiener und einem Österreicher. Beide Pässe wurden vor einiger Zeit in Thailand als gestohlen gemeldet. Die Namen der beiden Passagiere standen auf der Passagierliste, obwohl sie nie einen solchen Flug gebucht haben.

Seltsam sei auch, dass selbst die Blackbox kein Signal entsendet. Es habe keine Anzeichen gegeben, dass das Flugzeug in Not gewesen sei, sagte Malaysia Airlines-Chef Ahmad Jauhari Yahya.

Erfahrener Pilot

Ausserdem: «In der Region, in der die Maschine verschwand, wurde zu dem Zeitpunkt keine ungewöhnliche Wetterlage gemeldet», sagte Vietnams Vize-Verkehrsminister Pham Quy Tieu. Der Pilot sei ein erfahrener Kollege mit mehr als 30 Dienstjahren gewesen.

Die mutmassliche Unglücksstelle befindet sich zwischen der Ostküste Malaysias und der Südspitze Vietnams, zwischen dem Golf von Thailand und dem Südchinesischen Meer. Malaysia, Vietnam und China setzten Such- und Rettungsschiffe ein. Die vietnamesischen Behörden versetzten auch Fischer in der Region in Alarmbereitschaft.

An Bord waren Menschen aus 14 Ländern. Nach Angaben der Airline handelte es sich überwiegend um chinesische Passagiere, sowie aus Europa drei Franzosen, ein Österreicher, ein Niederländer und ein Italiener. Schweizer waren demnach offenbar nicht unter den Reisenden.

Zuverlässige Fluggesellschaft

Malaysia Airlines ist die nationale Fluggesellschaft. Sie gilt als zuverlässige Airline. Sie fliegt mit Boeing und Airbus-Maschinen nach eigenen Angaben täglich 37'000 Passagiere zu 80 Zielen im In- und Ausland.

In der Unternehmensgeschichte der wirtschaftlich angeschlagenen Airline ist es bislang selten zu Unfällen gekommen. Beim Absturz einer Maschine im Süden Malaysias kamen 1977 alle 93 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder ums Leben.

Ein kleines Flugzeug des Tochterunternehmens MASwings verunglückte vergangenen Oktober bei der Landung auf der Insel Borneo, wobei der Copilot und ein Passagier getötet wurden.

(woz/ bee/hae/pat/sda)