06. April 2005 12:43; Akt: 06.04.2005 12:43 Print

Südkorea und China empört über japanisches Schulbuch

Südkorea und China sind verärgert über die Neuauflage eines «revisionistischen» Geschichtsbuchs in Japan.

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Aus Protest hat das südkoreanische Aussenministerium am Mittwoch den japanischen Botschafter in Seoul einbestellt.

Nach Ansicht Südkoreas verharmlost das Schulbuch die Verbrechen Japans in Asien während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. «Mit einer solchen Haltung kann Japan nicht erstrangiges Mitglied der internationalen Gemeinschaft werden», sagte der südkoreanische Ministerpräsident Lee Hae Chan.

Er spielte damit auf Tokios Streben nach einem ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat an. Japans Botschafter in Seoul, Toshiyuki Takano, gab zunächst keinen Kommentar ab.

Das umstrittene Geschichtsbuch soll ab April 2006 in japanischen Schulen zum Einsatz kommen; es richtet sich an Schüler zwischen 13 und 15 Jahren. Kritisiert wird vor allem, dass in dem Buch niemals der Begriff «Invasion» für die Besetzung weiter Teile Asiens durch die japanische Armee genannt wird.

In Südkorea sorgte vor allem die in dem Buch unterstützte These für Empörung, die Dokdo-Inseln (Japanisch: Takeshima) im japanischen Meer gehörten zu Japan. Seoul und Tokio erheben beide Anspruch auf die Inselgruppe. Südkorea war von 1910 bis 1945 japanische Kolonie.

China will «korrekte historische Perspektive»

Auch China hatte am Dienstag offiziell gegen das Schulbuch Protest eingelegt und den japanischen Botschafter ins Pekinger Aussenministerium zitiert.

«Das Schulbuch müsse überarbeitet werden, um der jungen Generation die «korrekte historische Perspektive» nahe zu bringen, forderte der chinesische Aussenministeriumsmitarbeiter Qiao Zhonghuai.

(sda)