Viel Auszählarbeit

06. Mai 2012 01:27; Akt: 06.05.2012 02:08 Print

Super-Wahltag in Europa

Dieses Wochenende stehen in vier Ländern Wahlen an: Frankreich und Serbien wählen einen neuen Präsidenten, Griechenland erhält ein neues Parlament und Schleswig-Holstein einen neuen Landtag.

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Wahlposter in Athen. (Bild: Keystone/AP/Kostas Tsironis)

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Gut 44 Millionen Franzosen sind am Sonntag zur Präsidentschaftswahl aufgerufen. Hoher Favorit ist Francois Hollande. Mit dem Versprechen einer Wachstumspolitik will er den Élysée-Palast nach 17 Jahren für die Sozialisten zurückerobern. Der konservative Amtsinhaber Nicolas Sarkozy gab sich trotz seines Rückstands von vier bis acht Punkten bis zuletzt zuversichtlich. Mit dem Aufruf, Frankreich stehe vor einer Schicksalsentscheidung und Hollandes Wahlversprechen würden das Land in die Krise stürzen, versuchte er die Franzosen zu mobilisieren.

Die Wähler in Serbien sind zur Abstimmung über ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten aufgerufen. Für das Präsidentenamt kandidieren zwölf Bewerber. In Umfragen lagen Amtsinhaber Boris Tadic von der Demokratischen Partei (DS) und Tomislav Nikolic von der pro-russischen nationalistischen Serbischen Fortschrittspartei (SNS) klar vorn. Es wurde erwartet, dass es zwischen beiden am 20. Mai zu einer Stichwahl kommen wird. Auch bei der Wahl der 250 Parlamentssitze wurde ein knappes Rennen zwischen Nikolics Nationalisten und Tadics pro-westlichem Lager vorhergesagt. Die amtlichen Ergebnisse werden für Montag oder Dienstag erwartet.

Griechenland vor Richtungswahl

Angesichts der andauernden Schuldenkrise dürfte die griechische Parlamentswahl eine der bedeutendsten Abstimmungen des Landes der vergangenen Jahrzehnte sein. Wegen des harten Sparprogramms gehen Beobachter mit deutlichen Stimmverlusten für die konservativ-bürgerliche Neue Demokratie und die sozialistische PASOK aus, die sich in den vergangenen 38 Jahren an der Regierungsspitze abwechselten. Mit prognostizierten 25,5 Prozent dürfte die Neue Demokratie die Wahl gewinnen. Die stärkste Partei erhält zwar 50 Sitze zusätzlich im 300-köpfigen Parlament, die 151 zur Regierungsbildung benötigten Sitze dürfte die Neue Demokratie dennoch nicht erreichen. Der Parteivorsitzende Antonis Samaras wird damit ab Montag voraussichtlich Koalitionsgespräche führen müssen.

Rund 2,24 Millionen Schleswig-Holsteiner sind heute zur Landtagswahl im äussersten Norden Deutschlands aufgerufen. Dabei steuert das kleine Bundesland laut jüngsten Umfragen auf einen Regierungswechsel zu. CDU und SPD liegen laut den Demoskopen in etwa gleichauf bei 31 bis 32 Prozent. Für Rot-Grün wird es aber vermutlich ebenso wenig reichen wie für eine Neuauflage des seit 2009 regierenden Bündnisses von CDU und FDP. Mit besonderer Spannung wird das Ergebnis der FDP erwartet: Nachdem die Partei bei den letzten sechs Landtagswahlen an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war und den Einzug in die Landtage verpasst hatte, könnte es diesmal mit ihrem populären Spitzenkandidaten Wolfgang Kubicki klappen.

(sda/ap)