Angst vor Raketeneinschlägen

22. Juli 2014 18:42; Akt: 23.07.2014 05:11 Print

Swiss streicht Flüge nach Israel

Aus Sicherheitsbedenken will die Swiss für die nächsten 36 Stunden Tel Aviv nicht mehr anfliegen. In der Nähe des Flughafens Ben Gurion war eine Rakete eingeschlagen.

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Sicherheit erste Priorität: Die Swiss streicht sechs Flüge von und nach Tel Aviv. (Bild: Keystone/Archivbild)

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Die Swiss setzt wegen Sicherheitsbedenken alle Flüge nach Israel aus. Auch die Muttergesellschaft Lufthansa, die Air France sowie alle US-amerikanischen Fluggesellschaften fliegen Tel Aviv vorübergehend nicht mehr an. «Aufgrund der unsicheren Lage am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv, Israel, hat die Lufthansa-Gruppe entschieden, die Flüge ihrer Fluggesellschaften von und nach Tel Aviv für die nächsten 36 Stunden einzustellen», schreibt die Swiss in einem Communiqué.

Für die Lufthansa-Gruppe, zu der neben der Lufthansa und der Swiss auch die Germanwings und die Austrian Airlines gehören, habe die Sicherheit der Passagiere und der Crew Vorrang. Insgesamt streicht die Swiss nach bzw. von Tel Aviv sechs Flüge. Gäste, die auf einen der annullierten Flüge gebucht waren, können kostenlos umbuchen oder sich den Ticketpreis erstatten lassen, wie die Airline schreibt. Die Swiss will die Situation im Austausch mit den Behörden fortlaufend verfolgen und die Öffentlichkeit auf dem Laufenden halten.

Delta und United stellen Flüge auf unbestimmte Zeit ein

Auch die US-amerikanische Luftfahrtbehörde (FFA) hat den amerikanischen Fluggesellschaften für die nächsten 24 Stunden verboten, den Flughafen in Tel Aviv anzufliegen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AP via Twitter. Betroffen seien Flüge, die den Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv anfliegen oder von dort starten.

Die Fluggesellschaften Delta Air Lines, United und US Airways haben am Dienstag alle ihre Flüge nach Israel gestrichen. Delta will sogar für unbestimmte Zeit die Flüge nach Tel Aviv einstellen.

Grund sei ein Raketeneinschlag in der Nähe des Flughafens Ben Gurion von Tel Aviv, erklärte die Airline am Dienstag. Eine Boeing 747 mit Ziel Tel Aviv sei deswegen abgedreht und stattdessen nach Paris geflogen. An Bord von Flug 468 seien 273 Passagiere und 17 Besatzungsmitglieder gewesen.

Sicherheit der Passagiere geht vor

Der US-Airways-Flug 796, der in Los Angeles startete, wurde auf dem Flughafen Philadelphia gestrichen. United Airlines annullierte die beiden Flüge 84 und 90, die in Newark hätten starten müssen.

«Wir haben alle Flüge von und nach Tel Aviv bis auf weiteres aufgeschoben», sagte United-Sprecherin Jennifer Dohm zur Zeitung «USA Today». «Wir arbeiten mit der Regierung zusammen, um die Sicherheit unserer Kunden und Mitarbeiter sicherzustellen, und werden die Situation laufend neu beurteilen.»

Israelisches Verkehrsministerium: Flughafen ist sicher

Das israelische Verkehrsministerium rief die Unternehmen unterdessen auf, ihre Entscheidung rückgängig zu machen. Der Airport sei sicher und werde bewacht. Es gebe keinen Grund, «dem Terror einen Preis zu reichen», indem Flüge gestoppt würden, hiess es.

Für Israel bedeutet die Entscheidung der Fluggesellschaften einen weiteren Schlag, nachdem das Land zuvor bereits bekannt gegeben hatte, dass ein israelischer Soldat nach einem tödlichen Gefecht im Gazastreifen vermisst werde. Palästinensische Militante haben in den vergangenen zwei Wochen mehr als 2000 Raketen auf Israel abgefeuert. Mehrere Geschosse, die in Richtung des Flughafens Ben Gurion flogen, wurden vom israelischen Abwehrsystem Iron Dome abgefangen.




(Quelle: Twitter)

(bee)