Angst vor Raketeneinschlägen

23. Juli 2014 15:47; Akt: 23.07.2014 17:31 Print

Swiss streicht vorerst alle Flüge nach Israel

Aus Sicherheitsgründen fliegen die Swiss und die Lufthansa den israelischen Flughafen in Tel Aviv weiterhin nicht an. Die Absage von Flügen erhöht den politischen Druck auf Israel.

Lange Gesichter an den Flughäfen.
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Wegen anhaltender Raketengefahr in Israel haben die Lufthansa und ihre Tochtergesellschaft Swiss auch für den Donnerstag sämtliche Flüge nach Israel aus Sicherheitsgründen gestrichen.
Es lägen keine ausreichend belastbaren, neuen Informationen vor, die eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs rechtfertigen würden, erklärte die Lufthansa am Mittwoch in Frankfurt.

Auch die zweitgrösste deutsche Fluggesellschaft Air Berlin fliegt am Donnerstag nicht nach Israel. Air Berlin berief sich auf eine enge Zusammenarbeit mit den Behörden bei der Bewertung der Situation.

Keine Ausweichmöglichkeit

Der von Israel angebotene Ausweichflughafen sei wegen der fehlenden Abfertigungsmöglichkeiten keine Option, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Israel hatte den Militärflughafen Ovda in der Negev-Wüste nördlich von Eilat als Ausweichmöglichkeit für internationale Flüge geöffnet.

Die Verlängerung des seit Dienstag geltenden Flugstopps um 24 Stunden trifft im Lufthansa-Konzern 20 Flüge der verschiedenen Gesellschaften wie Swiss, Austrian, Lufthansa oder Germanwings aus Zürich, Frankfurt, Köln, München, Wien und Brüssel.

Air Berlin musste nur einen Flug aus Düsseldorf in die Wirtschaftsmetropole Tel Aviv absagen. Den Passagieren wurden von beiden Gesellschaften kostenlose Umbuchungen angeboten.

Absage von Flügen erhöht Druck auf Israel

Der Gaza-Krieg beeinträchtigt derzeit den internationalen Luftverkehr nach Israel massiv. Am Mittwoch sind israelischen Angaben zufolge 80 von insgesamt 209 Flügen nach Tel Aviv gestrichen worden.

Dies erhöhte den politischen und auch wirtschaftlichen Druck auf Israel deutlich. Vor allem die israelische Tourismusbranche fürchtet Einbussen. Der israelische Luftfahrt-Experte Efraim Kommissar sagte dem Sender Arutz 7, die USA wollten mit der Einstellung des Flugverkehrs nach Tel Aviv politischen Druck auf die Regierung in Jerusalem ausüben. Sie wollten den Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas damit «Rückenwind verleihen», sagte er.

Die israelische Fluggesellschaft El Al erhöhte angesichts des Flugstopps ihre Kapazitäten. Nach Informationen der Swiss wurden etwa die Verbindungen zwischen Tel Aviv und Zürich mehr als verdoppelt. El Al führte am Mittwoch drei zusätzliche Flüge durch, dabei kamen zum Teil auch grössere Maschinen zum Einsatz als üblich.

Erstattung des Ticketpreises angeboten

Eine Reihe weiterer europäischer sowie amerikanischer Gesellschaften stellten ihre Flüge nach Tel Aviv vorübergehend ein. Am Dienstag untersagte die US-Luftfahrtbehörde FAA allen US-Gesellschaften die Flüge. Auch Air France strich ihre Linienflüge zum Airport Ben Gurion, Israels «Tor zur Welt».

Lufthansa entschuldigte sich bei ihren Kunden für die Unannehmlichkeiten durch den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensergebieten und bot neben Umbuchungsmöglichkeiten auch die Erstattung des Ticketpreises an.

(sda)