Chemikalien gekauft

19. November 2019 12:49; Akt: 19.11.2019 12:49 Print

Syrer plante grossen Anschlag in Deutschland

Ein 37-Jähriger ist in Berlin verhaftet worden, weil er sich Bauteile und Chemikalien für eine Bombe besorgt hatte. Er soll damit einen Sprengstoffanschlag geplant haben.

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In Berlin ist ein Syrer festgenommen worden, der einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant haben soll. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 37-Jährigen vor, sich seit Januar 2019 Bauteile und Chemikalien für den Bau einer Sprengvorrichtung besorgt zu haben.

Das teilte die Behörde in Karlsruhe am Dienstag mit. Die Bombe sollte demnach zu einem unbekannten Zeitpunkt an einem unbekannten Ort gezündet werden, um möglichst viele Menschen zu töten und zu verletzen. Der Vorwurf lautet auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Wohnung wurde durchsucht

Im August und September 2019 soll der Mann unter anderem Aceton und Wasserstoffperoxidlösung gekauft haben. Beide Chemikalien werden für die Herstellung des hochexplosiven Triacetontriperoxid benötigt.

Es sei daher anzunehmen, dass der 37-Jährige beabsichtigt habe, diesen Sprengstoff herzustellen, erklärte die Bundesanwaltschaft. Der Mann wurde auf Grundlage eines Haftbefehls des Amtsgerichts Tiergarten festgenommen. Seine Wohnung wurde auf Anordnung des Ermittlungsrichters beim Bundesgerichtshof durchsucht.

Hinweise aus dem Ausland

Laut der Berliner Generalstaatsanwaltschaft soll der Mann auch seit dem Frühjahr in neun Fällen in einer der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nahestehenden Chatgruppe Anleitungen zum Bau von Waffen und zum Herstellen von Sprengstoff ausgetauscht haben. Zweck des Chats soll der Behörde zufolge die Vorbereitung von Terroranschlägen gewesen sein.

Die ausgetauschten Anleitungen hätten sich auf die Herstellung von Plastiksprengstoff, Paket- und Magnetbomben sowie Türfallen mit Explosivstoffen, Kalaschnikow-Sturmgewehre vom Typ AK-47, Maschinenpistolen und weitere Schusswaffen bezogen, erklärten die Berliner Ermittler. Ermittelt wird hier wegen des Verdachts der Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Das ARD-Hauptstadtstudio berichtete, der Festgenommene sei seit Monaten im Visier der Sicherheitsbehörden gewesen. Das Berliner Landeskriminalamt habe die Ermittlungen an das Bundeskriminalamt übergeben. Erste Hinweise auf den Mann habe der Verfassungsschutz von einem ausländischen Geheimdienst erhalten.

(vro/sda)