Terror in Damaskus

24. Dezember 2011 12:47; Akt: 24.12.2011 12:47 Print

Syrien sucht nach Attentätern

Bei Selbstmordanschlägen starben 44 Menschen. Jetzt sucht die Regierung die Drahtzieher der Attentate. In Damaskus sind zahlreiche Menschen verhaftet worden.

storybild

Staatliche Stellen machen Al-Kaida für die Selbstmordanschläge verantwortlich, daran zweifeln oppositionelle Kreise. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach den beiden Selbstmordanschlägen mit mindestens 44 Toten hat in Syrien eine gross angelegte Suche nach Mittätern und Drahtziehern begonnen. Augenzeugen berichteten von zahlreichen Strassenkontrollen und Festnahmen in der Hauptstadt Damaskus.

Gleichzeitig versammelten sich tausende Trauernde im Gedenken an die Opfer. Sie trugen mit Nationalflaggen bedeckte Särge in die Omaijaden-Moschee in der Innenstadt.

Die Trauernden warfen Reis und Rosenblätter auf die Prozession. Viele bekundeten ihre Unterstützung für den umstrittenen Präsidenten Baschar Assad. «Dies sind die Märtyrer des freien Syriens», riefen Assad-Anhänger.

Hintergrund unklar

Es waren die ersten Selbstmordanschläge in Syrien seit Beginn der Massenproteste gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Bei der Explosion der Autobomben vor Gebäuden der syrischen Sicherheitskräfte und des Geheimdienstes sind nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana 44 Menschen ums Leben gekommen und weitere 166 verletzt worden. Laut Spitalärzten gab es 50 Tote.

Staatliche Stellen machen das Terrornetzwerk Al-Kaida für die Selbstmordanschläge verantwortlich. Oppositionelle Kreise zweifeln diese Version allerdings an. Manche vermuten sogar den Staat hinter den Anschlägen.

Auch am Samstag gingen Regierungstruppen gegen Assad-Gegner in den Protesthochburgen Idlib und Homs vor. Dabei sollen zwei Menschen getötet worden sein. Seit Beginn des Aufstands gegen Assad im März sind nach UNO-Schätzungen mindestens 5000 Menschen ums Leben gekommen.

(sda)