Schockierendes Video

14. Mai 2013 18:08; Akt: 14.05.2013 18:08 Print

Syrischer Rebell reisst totem Feind das Herz raus

Ein Video zeigt, wie ein Kommandant der syrischen Rebellen die Leiche eines toten Soldaten schändet. Die Opposition ist erschüttert und distanziert sich davon.

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Die Zerstörung in Reyhanli nach dem Doppelanschlag ist gigantisch: Die Fassade dieses Hauses wurde durch die Detonation der beiden Autobomben einfach weggerissen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Innenminister Muammer Güler berichtete, explodierten am Samstag, 11. Mai, zwei mit Sprengstoff präparierte Autos im Stadtzentrum von Reyhanli. In Fernsehbildern waren massive Zerstörungen zu sehen, eine Explosion hatte ein riesiges Loch in die Strasse gerissen. Nach Angaben syrischer Aktivisten waren unter den Verletzten auch einige Syrer. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte, die Anschläge könnten im Zusammenhang mit dem Krieg in Syrien stehen oder eine versuchte Sabotage der Friedensbemühungen im Kurden-Konflikt sein. Aussenminister Ahmet Davutoglu bewertete die Taten als gezielt gegen sein Land gerichtete Provokationen. Über 42 Menschen wurden getötet, rund 150 verletzt. Die Suche nach Vermissten dauert auch zwei Tage nach dem Anschlag noch an. Es handelt sich um den bislang schwersten Zwischenfall auf türkischer Seite der Grenze seit Beginn des Aufstandes gegen Präsident Baschar al-Assad im März 2011 im Nachbarland. Die Türkei steht auf der Seite der syrischen Aufständischen und hat zahlreiche Flüchtlinge aus Syrien untergebracht. Erst jüngst hatte Ankara den Kurs gegen Damaskus noch einmal verschärft. Reyhanli ist nicht weit entfernt vom Grenzübergang Cilvegözü, über den viele Flüchtlinge aus Syrien in die Türkei kommen. Die Suche nach Vermissten dauert auch zwei Tage nach dem Anschlag noch an. Als Reaktion auf die Anschläge soll es in dem Ort auch zu Übergriffen der türkischen Bevölkerung auf syrische Flüchtlinge und auf Autos mit syrischen Kennzeichen gekommen sein. Syrische Revolutionäre kommentierten die Tat indes mit den Worten «Assads Geschenk an Reyhanli». Reyhanli und die Grenzprovinz Hatay, in der die Stadt liegt, ist für das friedliche Zusammenleben verschiedener Völker bekannt: Hier wohnen Türken, Araber, Tscherkessen und Kurden seit Jahrhunderten im Guten nebeneinander. «Der soziale Friede hier in Reyhanli muss erhalten bleiben. Der terroristische Anschlag hat alle Menschen in der Türkei ins Herz getroffen und grosses Leid verursacht», sagt der Schweizerisch-türkische Doppelbürger Naci E., der vor zwei Wochen selbst in Reyhanli war.

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Ein Video aus Syrien zeigt den Horror des Bürgerkriegs. Darin ist zu sehen, wie ein Kämpfer der Rebellen die Leiche eines feindlichen Soldaten aufschlitzt und dem Toten das Herz und die Leber herausreisst. Anschliessend tut er so, als würde er in das Herz beissen.

Der Mann im Video ist Chalid al-Hamad alias Abu Sakkar aus der Stadt Homs. Sakkar ist Kommandant bei der Omar-al-Faruk-Brigade, die seit März 2011 gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad kämpft. Der Rebell beschimpft in den Aufnahmen die religiöse Minderheit der Alawiten, denen auch Präsident al-Assad angehört.

Täter muss bestraft werden

Laut einem Bericht des Senders BBC sei nicht klar, wo und wann das Video entstanden ist. «Sollte sich herausstellen, dass die Aufnahme und die Identität des Täters echt sind, so ist dieses Verhalten abzulehnen», war die Reaktion der Nationalen Syrischen Koalition in Istanbul. Ein Verbrechen bleibe ein Verbrechen, unabhängig davon, wer es verübt. Der Täter müsse vor Gericht gestellt werden.

Die Menschenrechtsorganisation «Human Rights Watch» hatte zuvor erklärt, es sei nicht genug, derartige Verbrechen zu verurteilen. Die Täter müssten auch bestraft werden. Diejenigen, die Kriegsverbrechen begingen, auf beiden Seiten, müssten auch wissen, dass sie dafür zur Verantwortung gezogen werden, sagte ein HRW-Sprecher laut der BBC.

Abu Sakkar sei schon vorher gefilmt worden, wie er Raketen in den Libanon abschoss und wie er neben den Körpern von getöteten Hisbollah-Kämpfern posierte. Keine Bestätigung gab es für Berichte regimetreuer Kräfte, wonach Sakkar inzwischen getötet worden sein soll.

(kle)