Pakistan

10. Februar 2011 06:56; Akt: 10.02.2011 10:49 Print

Taliban-Bombe reisst Rekruten in den Tod

Bei einem verheerenden Anschlag auf ein Rekrutierungszentrum in Pakistan sind mindestens 27 Soldaten getötet worden. Die Taliban bekennen sich zum Anschlag.

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Verwirrung nach dem tödlichen Anschlag in Pakistan. (Bild: Reuters)

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Beim Anschlag eines jugendlichen Selbstmordattentäters in Pakistan sind nach Angaben der Polizei 27 Soldaten getötet worden. Der Attentäter habe seinen Sprengsatz am Donnerstag in einem Militärstützpunkt in Mardan im unruhigen Nordwesten des Landes gezündet.

Zu dem Anschlag bekannten sich in einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AFP die pakistanischen Taliban (TTP). Der Junge sei offenbar unbemerkt auf das Gelände eines Rekrutierungszentrums der Armee gelangt und habe den Sprengsatz gezündet, als die Kadetten beim Morgensport gewesen seien, teilten Sicherheitsvertreter mit.

Der Attentäter sei ein Jugendlicher in Schuluniform gewesen, sagten ein Polizeisprecher sowie ein hochrangiger Vertreter der Armee. Bei dem Attentat seien 35 Menschen verletzt worden, erklärte der Informationsminister der Provinz Khyber-Pakthunkhwa, Mian Iftikhar Hussain.

Die Armee riegelte den Anschlagsort weiträumig ab. Es war der schwerste Anschlag in Pakistan seit dem Selbstmordattentat einer Frau im Bezirk Bajaur Ende Dezember.

Taliban-Sprecher Azam Tariq sagte in einem Telefonanruf bei AFP, der Anschlag sei die Rache für US-Drohnenangriffe auf islamistische Aufständische in Pakistan sowie für Offensiven der pakistanischen Armee. Er kündigte weitere Angriffe an.

An der Grenze zu Afghanistan

Die kleine Garnisonsstadt Mardan ist nicht weit von den an Afghanistan grenzenden Stammesgebieten entfernt, die eine Hochburg der Taliban sowie des Terror-Netzwerkes Al Kaida sind. Etwa 50 Kilometer von Mardan entfernt, im Bezirk Mohmand, führt die pakistanische Armee seit Ende Januar eine Offensive gegen die Taliban.

Die pakistanischen Taliban überziehen das Land seit langem mit einer Welle der Gewalt: In den vergangenen dreieinhalb Jahren sollen sie knapp 450 Anschläge verübt haben und dabei mehr als 4000 Menschen getötet haben. Auch die pakistanischen Sicherheitskräfte waren immer wieder Ziel der Angriffe.

(sda)