«Brutaler Terrorakt»

23. Juni 2013 08:28; Akt: 23.06.2013 18:01 Print

Taliban erschiessen mehrere Touristen

Radikale Islamisten haben im Norden von Pakistan, in der Nähe Berges Nanga Parbat, das Basislager überfallen und mindestens zehn ausländische Bergsteiger ermordet.

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Taliban-Kämpfer haben im Norden Pakistans das Basislager des Berges Nanga Parbat gestürmt und zehn ausländische Alpinisten getötet. Fünf Ukrainer, drei Chinesen, ein Russe und ein Nepalese starben.

Auch ein pakistanischer Helfer sei im Hochgebirge des Bezirks Diamir in der Region Gilgit-Baltistan getötet worden, teilten die Behörden am Sonntag mit. Es ist der erste Angriff auf ausländische Bergsteiger in der Gegend.

Ein Chinese habe den Angriff überlebt, sagte Innenminister Chaudry Nisar Ali Khan, ohne weitere Details zu nennen. Zu dem Mordanschlag bekannte sich die Dachorganisation der pakistanischen Taliban (TTP).

Rache für US-Drohnenangriff

Taliban-Sprecher Ehsanullah Ehsan erklärte in einer Textnachricht an Journalisten, die TTP-Untergruppierung Jundullah Hafsa habe den Angriff ausgeführt. «Die Touristen wurden von den Taliban getötet.»

Ehsan nannte das Blutbad einen Racheaktion für die Tötung von Wali ur Rehman. Der Vizechef der pakistanischen Taliban war Ende Mai bei einem Drohnenangriff in der Region Nord-Waziristan getötet worden. «Wir haben damit eine Nachricht an die internationale Gemeinschaft gesandt, dass die USA mit den Drohnenangriffen aufhören muss.»

Die schiitenfeindliche Jundullah begründete den Anschlag anders: «Sie (die Ausländer) sind Ungläubige. Sie wollen dem Islam schaden und wir werden sie angreifen, wo immer wir können», sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur DPA. In Gilgit-Baltistan kommt es oft zu Zusammenstössen zwischen sunnitischen Extremisten und der schiitischen Minderheit.

Angreifer in Uniformen

Nach Angaben der Polizei drangen 15 Männer in Uniformen paramilitärischer Einheiten gegen Mitternacht in das Basislager in der Region nahe der Grenze mit China ein und töteten die Bergsteiger.

Nach Angaben von Veranstaltern der Expeditionen waren die Opfer in Zelten untergebracht und warteten auf den Aufstieg auf den neunthöchsten Berg der Welt. Die Leichen wurden in die Hauptstadt Islamabad überführt.

Pakistans Regierungschef Nawaz Sharif verurteilte den Anschlag. «Wir tun alles, um Pakistan sicher für Touristen zu machen», erklärte Sharif. Die neu gewählte Regierung bezeichnet die US-Drohnenangriffe als «kontraproduktiv» und fordert deren Ende.

Die Region Gilgit-Baltistan ist beliebt bei ausländischen Bergsteigern. Wie der pakistanische Alpinclub mitteilte, wurde Gilgit-Baltistan im Vorjahr von 90 Expeditionen besucht. Etwa 90 Prozent der Bergsteiger seien Europäer.

Nach Angaben von Veranstaltern der Expeditionen waren die Opfer in Zelten untergebracht und warteten auf den Aufstieg auf den neunthöchsten Berg der Welt. Die Leichen wurden in die Hauptstadt Islamabad überführt.

Expeditionen abgebrochen

Die Veranstalter teilten mit, alle Expeditionen am Nanga Parbat würden abgebrochen. Die 51 Bergsteiger aus 18 Nationen, die derzeit auf dem Berg seien, seien zum Abstieg aufgefordert worden. Sie sollten voraussichtlich am Montag ausgeflogen werden.

Pakistanische Sicherheitskräfte suchten nach den Angreifern. Ein Polizeisprecher sagte, Kräfte am Boden würden von Kampfhelikoptern unterstützt.

Pakistans Regierungschef Nawaz Sharif verurteilte den Anschlag. «Wir tun alles, um Pakistan sicher für Touristen zu machen», erklärte Sharif. Die neu gewählte Regierung bezeichnet die US-Drohnenangriffe als «kontraproduktiv» und fordert deren Ende.

(kub/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Celine am 23.06.2013 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man

    Was soll das radikale Islamisten? Wird auch mal radikale Christen, Reformierte in den Medien mal geschrieben?!

  • Pascal am 23.06.2013 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vernichtung bam

    Gut gemacht weiter so, verteilt euch mal in der Schweiz um diese "Experten" und "Medien" zu vernichten

  • Gwundernase am 23.06.2013 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    Wenn 99% der Muslime friedlich sind und das Land für Tourismus öffnen möchten (=Einnahmequelle, Ausbau, Anschluss an die Welt) dann sei es doch der vorwiegende Volkswille, oder? Für wen kämpfen denn die Taliban überhaupt? Irgendwie scheint mir als ob die einzige Motivation dieser Organisation militärischer Lebensstil wäre? Ohne Waffen, Kampfübungen, militärische Lager und Attentaten gibt es kein Dasein. Was machen denn Taliban, wenn sie nicht kämpfen? Nach Friedensschluss werden sie sich wohl kaum auflösen, es muss immer wieder ein neuer Krieg hin, damit die Organisation überlebt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ray Kimberly am 23.06.2013 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    Und schon wieder werden die

    Taliban scharf kritisiert, nach dieser Tat, ist auch verständlich. Aber dann müsste man die USA ja noch weitaus mehr kritisieren, denn die Opfer ihrer Drohnenangriffe sind GENAUSO Unschuldige Menschen in Pakistan/Afghanistan. Klar, die USA darf das ja, spielt ja keine Rolle, denn ein paar Pakistanis und Afghanen sind ja nichts wert. Wehe, es sterben Touristen oder Amis, dann wird wieder eine auf grosse Klappe gemacht. Die USA sollen sich verdammt nochmals zurück ziehen aus diesen Ländern, denn SOLANGE sie dort die Zivilisten massakrieren sind Gegenschläge der Taliban vorprogrammiet!!

  • Peter Dietlmeier am 23.06.2013 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Fehler der Taliban

    Mit dem Mord an den Touristen und dem Hinweis auf die Drohnen Angriffe der USA bestätigt die Taliban doch nur die Wirksamkeit der Drohnen Angriffe und zeigt den Moralischen Erfolg den sie damit bei den Talibans auslösen . Das wird die USA nicht dazu bewegen mit den Drohnen angriffen aufzuhören eher das Gegenteil wird der Fall sein .

  • bergimeister am 23.06.2013 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    absurd

    niemals war das die taliban, ihr glaubt langsam auch alle märchengeschichten!

  • Celine am 23.06.2013 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man

    Was soll das radikale Islamisten? Wird auch mal radikale Christen, Reformierte in den Medien mal geschrieben?!

  • Pascal am 23.06.2013 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vernichtung bam

    Gut gemacht weiter so, verteilt euch mal in der Schweiz um diese "Experten" und "Medien" zu vernichten