Mindestens fünf Tote

17. Juli 2014 15:31; Akt: 17.07.2014 16:06 Print

Taliban greifen Flughafen von Kabul an

Bewaffnete Männer haben nach Armeeangaben den Flughafen der afghanischen Haupstadt überrannt. Sicherheitskräfte lieferten sich mit ihnen Gefechte, fünf Menschen starben.

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Zivilisten und Polizisten bringen sich am Flughafen in Kabul in Sicherheit. (Bild: AFP/Shah Marai)

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Fünf der Rebellen wurden laut Innenministerium am Donnerstagmorgen bei stundenlangen Gefechten mit den afghanischen Sicherheitskräften getötet. Die Taliban bekannten sich zum Anschlag.

Ein sechster Angreifer habe sich in die Luft gesprengt, und ein Polizist sei bei den Kämpfen verwundet worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Kabul. Zivilisten seien nicht zu Schaden gekommen. Nach Angaben des Flughafens wurden am Morgen alle Flüge vorübergehend ausgesetzt.


Eine Gruppe Aufständischer habe den Kabuler Flughafen von einem im Bau befindlichen Gebäude aus angegriffen, sagte Vize-Innenminister Mohammad Ajub Salangi. Ziel sei der militärische Teil des Flughafens gewesen. Die Rebellen hätten vor Sonnenaufgang unter anderem mit Panzerfäusten das Feuer eröffnet.

Die Kämpfe dauerten demnach fast vier Stunden an. Den Taliban sei es aber nicht gelungen, Schaden anzurichten, hiess es weiter. Die islamisch-fundamentalistischen Taliban ihrerseits teilten mit, Ziel ihres Angriffs sei das afghanische Militär am Flughafen gewesen. Der militärische Teil des Flughafens liegt neben dem zivilen Teil; beide nutzen dieselbe Landebahn.

Vierter Angriff innerhalb von Tagen

Es war der vierte Angriff innerhalb von vier Tagen in Kabul. Erst am Mittwoch hatten die Taliban den Flughafen mit Raketen beschossen. Vor zwei Wochen waren bei einem Raketenangriff auf den militärischen Teil ein Helikopter beschädigt und zwei Lagerhallen in Brand gesetzt worden.

Vor dem Auslaufen des NATO-Kampfeinsatzes Ende des Jahres hat die Gewalt in Afghanistan wieder deutlich zugenommen. Zugleich sorgt für Unsicherheit im Land, dass immer noch kein Sieger der Präsidentenwahl feststeht, deren erste Runde vor mehr als drei Monaten stattfand.

Umstrittene Präsidentschaftswahl

Der jüngste Angriff erfolgte kurz nach Einleitung der Neuauszählung sämtlicher Stimmen der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl von Mitte Juni. Dazu sollen alle 8,1 Millionen Stimmzettel nach Kabul gebracht werden, um dort unter internationaler Aufsicht neu ausgezählt zu werden.

Darauf hatten sich die beiden Kandidaten Abdullah Abdullah und Aschraf Ghani auf Vermittlung der USA geeinigt, nachdem es zu heftigem Streit über Wahlfälschungen gekommen war.

Angriff auf Karsais Personenschützer

In der Provinz Paktika im Südosten des Landes wurden am Donnerstag vier Personenschützer von Präsident Hamid Karsai bei einem Angriff von Taliban-Kämpfern verwundet. Das Fahrzeug der Spezialkräfte sei auf dem Weg in den Distrikt Orgun in einen Hinterhalt geraten und beschossen worden, sagte ein Armeesprecher.

Die Personenschützer hatten sich vor einem geplanten Besuch Karsais in Orgun auf den Weg dorthin gemacht. In Orgun hatte ein Selbstmordattentäter am Dienstag mehr als 40 Menschen mit in den Tod gerissen. Karsai wollte Familien der Opfer treffen.

Der Anschlag mitten im muslimischen Fastenmonat Ramadan war der schwerste in Afghanistan seit Jahresbeginn. Die Taliban hatten jede Verantwortung für die Tat zurückgewiesen. Sie bekannten sich aber zu dem Angriff auf die Personenschützer.

(sda)