China

11. Januar 2011 13:19; Akt: 11.01.2011 13:19 Print

Tarnkappen-Jet geht erstmals in die Luft

Der chinesische Tarnkappenbomber hat seinen ersten Testflug absolviert. China macht damit bei der Entwicklung neuer Militärtechnologien raschere Fortschritte als erwartet.

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Am 7. Januar wurden in Chengdu Tests mit dem neuen Tarnkappen-Jet durchgeführt. (Bild: Reuters)

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Ausgerechnet am zweiten Tag des Besuchs von US-Verteidigungsminister Robert Gates hat der chinesische Tarnkappenbomber J-20 seinen ersten bekannt gewordenen Testflug absolviert. Rund eine Viertelstunde lang sei der Prototyp über ein Flugfeld in der Stadt Chengdu im Südwesten des Landes geflogen, berichtete der Chefredakteur des Magazins «Kanwa Asian Defense», Andrei Chang. Bereits vergangene Woche seien dort mit dem J-20, der unsichtbar für gegnerisches Radar sein soll, einige Tests auf der Landebahn durchgeführt. Fotos des Tarnkappenjägers in der Luft und am Boden wurden auf inoffiziellen chinesischen Militär-Websites veröffentlicht. Ein J-10 genannter Tarnkappenjet folgte dem J-20.

Da die Regierung keinen Versuch unternahm, die Veröffentlichungen zu unterbinden oder einen Zeitpunkt zu wählen, wenn Gates nicht vor Ort ist, scheint Peking sich - wie von den Amerikanern und anderen wiederholt gefordert - transparenter über die Modernisierung militärischer Ausrüstung geben zu wollen. Zugleich zeigt der Einstieg in die Testflugphase des J-20, dass Chinas Fortschritte bei der Entwicklung von neuer Technologie rascher als erwartet sind. Zwar sind die Möglichkeiten des J-20 nicht detailliert bekannt. Analysten zufolge wurden jedoch zwei Prototypen entwickelt, von denen einer mit einem russischen, der andere mit einem chinesischen Triebwerk ausgestattet sein soll. Chang sagte, der J-20 am Dienstag sei der Prototyp mit chinesischem Triebwerk gewesen. «Sie investieren eine Menge, um raschere Fortschritte zu erzielen», sagte er. Den Testflug könne man wohl als Erfolg bezeichnen.

Eine staatliche Zeitung berichtete bereits vergangene Woche über das Auftauchen des J-20, eine offizielle Stellungnahme gab es bislang aber nicht.

(ap)