Süsse Luftpost

31. Juli 2014 20:35; Akt: 31.07.2014 20:35 Print

Tausende Schoko-Kuchen gegen Kim Jong-un

Süssigkeiten für das hungernde Volk. Weil der Führer Nordkoreas beliebte Schokoladenkuchen aus Südkorea verboten hat, schicken Aktivisten nun Ballone über die Grenze.

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Alles Gute kommt von Oben – zumindest in Nordkorea. Denn dort fallen derzeit süsse Fresspäcklivom Himmel. Südkoreanische Aktivisten haben an der Grenzstadt Paju 200 mit Helium gefüllte Luftballone in den Himmel gelassen. Auf diese Weise sollen über 350 Kilogramm Süssigkeiten in den Norden gelangen. In den Säcken befinden sich auch 10'000 Schokoladenkuchen. Diese sind für die hart arbeitenden, und nicht selten hungernde, Bevölkerung auf der anderen Seite der Grenze vorgesehen. Denn die Schokoladenkuchen seien «eines der beliebtesten Nahrungsmittel», sagt Organisator Choo Sun Hee gegenüber «N24».

Die Schokoladenkuchen wurden früher in Kaesong, einer Industriezone in der Nordkoreaner für südkoreanische Firmen arbeiten, den Einwohner aus dem Norden geschenkt. Die süssen Speisen werden bei der nordkoreanischen Bevölkerung äusserst beliebt und seien auf dem Schwarzmarkt der Renner. Es wird gar behauptet, dass die Kuchen als Ersatz für die Landeswährung galten. Zumindest früher, denn seit Mai werden die Schokoladenkuchen in Kaesong nicht mehr verteilt.

Vom Führer verboten

Wie südkoreanischen Medien berichten, wurde Kim Jong-un der Hype um die süssen Leckerein aus dem Süden zu viel. Er verbot den Firmen, die Schokoladenkuchen an die Arbeiter zu verteilen. «Beschämt von der wachsenden Beliebtheit der Schokokuchen verdammte Nordkorea sie als Symbol des Kapitalismus», so Choo. Aus diesem Grund werden die Kuchen jetzt per Luftpost nach Nordkorea geschickt.

Südkoreanische Aktivisten, schicken immer wieder Ballone Richtung Norden. Daran hängen sie meistens Nahrungsmittel oder Informationen. Die autoritäre Staatsführung beschwerte sich bereits mehrfach in Seoul und drohte gar mit Rache.

(cho)