Deutschland

12. März 2011 15:52; Akt: 13.03.2011 00:01 Print

Tausende demonstrieren gegen Atomkraft

Angesichts der Explosion in einem Atomkraftwerk in Japan ist die Unterstützung für Atomkraftgegner gross: Zehntausende gingen für einen Ausstieg aus der Atomenergie auf die Strasse.

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Zwischen dem Atomkraftwerk Neckarwestheim und Stuttgart bildeten Atomkraftgegner eine Menschenkette. (Bild: Keystone)

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Mehrere Zehntausend Menschen haben am Samstag in Baden-Württemberg für einen Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert. Sie bildeten zwischen dem Atomkraftwerk Neckarwestheim und Stuttgart eine 45 Kilometer lange Menschenkette. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich etwa 60 000 Menschen an der Aktion. Erwartet worden waren rund 40 000. Die Polizei gab zunächst keine eigene Zahl bekannt. Für 15.30 Uhr ist eine Schlusskundgebung in Stuttgart geplant.

Allein rund um das Schloss in Ludwigsburg demonstrierten mindestens 10 000 Atomkraftgegner unter anderem mit Sprechchören und Trommeln lautstark gegen die im Herbst beschlossene Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke. Heftig diskutiert wurden auch die aktuellen Ereignisse in Japan, wo es nach dem Erdbeben und einem Tsunami am Freitag zu einer Kernschmelze im Reaktor Fukushima gekommen sein soll. Dort droht eine atomare Katastrophe.

Japan zeige Gefährlichkeit der Atomkraftwerke

Der Geschäftsführer des Landesverbands BUND, Berthold Friess, sagte der Nachrichtenagentur dapd in Neckarwestheim, die Ereignisse um den japanischen Atomreaktor zeigten, wie riskant der Einsatz dieser Energietechnologie sei. «Wir sind mit unseren Gedanken bei den Opfern in Japan und hoffen, dass diese furchtbaren Ereignisse auch bei der Landesregierung für ein Umdenken sorgen», sagte Friess.

Ähnlich äusserte sich der evangelische Pfarrer Ulrich Koring, der wie Friess zu den Organisatoren der Menschenkette gehört. «Wir können nicht nach Japan schauen und gleichzeitig die bestehenden Defizite deutscher Atomkraftwerke ignorieren», sagte der 59-Jährige.

Auch wenn es in Deutschland aller Wahrscheinlichkeit nicht zu so starken Erdbeben wie in Japan kommen könne; das Risiko von Flugzeugabstürzen und Terroranschlägen sei dennoch ebenso realistisch.

(ap)