Jemen

03. Februar 2011 10:36; Akt: 03.02.2011 16:44 Print

Tausende demonstrieren gegen Saleh

Im Jemen sind die Proteste erneut aufgeflackert: Mehrere tausend Demonstranten gingen gegen die Regierung von Präsident Ali Abdullah Saleh auf die Strasse.

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Auch in Jemen gehen die Menschen gegen die Regierung auf die Strasse. (Bild: Reuters)

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In verschiedenen Teilen der Hauptstadt Sanaa und auch in anderen Städten des Jemens haben am Donnerstag zahlreiche Anhänger und Gegner der Regierung demonstriert. Tags zuvor hatte der seit drei Jahrzehnten herrschende Präsident Ali Abdullah Saleh in einer Rede vor beiden Häusern des Parlaments erklärt, dass er sich nicht um eine weitere Amtszeit bewerben will.

Der Opposition reicht das nicht. Mehrere Tausend Demonstranten forderten am Donnerstag auf einer Kundgebung an der Universität in Sanaa den sofortigen Rücktritt Salehs. In der Innenstadt kam es kurzzeitig zu Auseinandersetzungen mit Unterstützern des Präsidenten. Die Polizei trennte die beiden Gruppen.

«30 Jahre Lügen»

Bei den bislang grössten Kundgebungen forderten die Demonstranten weiterhin den Rücktritt von Saleh. «30 Jahre Versprechen und 30 Jahre Lügen», stand auf einem ihrer Banner. Die Protestierenden riefen: «Nieder, nieder mit dem Regime!»

Weit geringer war die Zahl der Demonstranten, die zur Unterstützung der Regierung auf die Strasse gingen und sich auf dem Tahrir-Platz in Sanaa versammelten. Sie warfen der Opposition vor, das Land zu destabilisieren und Chaos zu verbreiten. Vor dem Innenministerium und der Zentralbank wurde ein starkes Aufgebot an Sicherheitskräften zusammengezogen. Militärhubschrauber kreisten über der Stadt.

Geschäfte geschlossen

In der Stadt Aden überwanden Tausende Demonstranten eine Absperrung aus Schützenpanzern, mit der die Sicherheitskräfte den Aufmarsch der Protestierenden auf einer Hauptstrasse der Stadt verhindern wollten. «Das Volk will den Sturz des Regimes, den Sturz des Präsidenten», riefen die Demonstranten.

Alle grösseren Geschäfte in Sanaa und Aden schlossen und grössere Firmen engagierten Wachleute zum Schutz vor Plünderungen. Auch in der Stadt Dschaar in der südlichen Provinz Abjan kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.

(sda)