Beschwerde eingereicht

30. Juni 2013 09:13; Akt: 01.07.2013 01:49 Print

Tauziehen um Homo-Ehe in Kalifornien

Wie gewonnen, so zerronnen: Kaum wurde die Homo-Ehe in Kalifornien wieder eingeführt, stellte eine konservative Organisation einen Eilantrag beim Supreme Court, um den Entscheid wieder aufzuheben.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das juristische Tauziehen um die Ehe von gleichgeschlechtlichen Partnern in Kalifornien geht weiter: Zwei Tage nach einem bahnbrechenden Urteil des Obersten Gerichtshofes der USA führte der Bundesstaat die Homo-Ehe wieder ein. Gegen diesen Entscheid wiederum legte kurz darauf eine Organisation beim Obersten Gerichtshof Beschwerde ein.

Am Freitag hatte ein Berufungsgericht in San Francisco das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe mit sofortiger Wirkung für aufgehoben erklärt. Die Organisation ProtectMarriage.com, die für das Verbot der Homo-Ehe gekämpft hatte, bezeichnete dies als voreilig und stellte einen Eilantrag beim Supreme Court.

Das Berufungsgericht in San Francisco hätte aus Sicht der Homo-Ehe-Gegner nach der Entscheidung des Supreme Court am Mittwoch mindestens 25 Tage verstreichen lassen müssen, um Berufungsanträge gegen die Entscheidung zu ermöglichen.

Juristisches Hin und Her

In Kalifornien durften gleichgeschlechtliche Paare zwischen Mai und November 2008 legal heiraten, rund 14'000 Paare nutzten damals das neue Recht. Dann konnten die Gegner der Homo-Ehe mit einem Volksbegehren durchsetzen, dass die Ehe in der Verfassung des Bundesstaats als Bund zwischen Mann und Frau festgelegt wurde.

Dagegen wiederum zogen homosexuelle Paare vor Gericht, zuletzt bekamen sie im Februar 2012 vor dem Bundesberufungsgericht in San Francisco Recht.

Die Gegner der Homo-Ehe klagten dagegen vor dem Obersten Gerichtshof der USA. Dieser erklärte die Klage jedoch am Mittwoch für ungültig, weshalb das vorinstanzliche Urteil gegen das Verbot der Homo-Ehe Bestand habe.

Das Gericht in San Francisco musste die Aufhebung des Verbots allerdings formal verfügen. Beobachter hatten nicht damit gerechnet, dass dies so rasch geschehen würde.

Homo-Ehe-Gegner empört

ProtectMarriage.com nannte das Urteil vom Freitag «skandalös». Dies sei ein «schändlicher Tag für Kalifornien», erklärte die Organisation. «Die Wiederaufnahme der gleichgeschlechtlichen Ehe heute wurde durch illegitime Mittel erreicht.» Die Befürworter «sollten sich schämen».

Kaliforniens Generalstaatsanwältin Kamala Harris, eine entschiedene Verfechterin der Homo-Ehe, würdigte hingegen die Entscheidung: «Schwule und lesbische Paare haben so lange auf diesen Tag gewartet und auf ihr Grundrecht zu Heiraten. Endlich sind ihre Liebesbeziehungen genau so legitim und legal wie jede andere.»

Erste Trauungen

Die ersten Paare liessen sich noch am selben Tag trauen. Nur eine Stunde nach der Urteilsverkündung traute Harris im Rathaus von San Francisco Kristin Perry und Sandra Stier.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Ausgewählte Leser-Kommentare

Pfff, solange wir in unserem Land eine Scheidungsrate von ca 50% haben, Ehebruch nicht unter Strafe steht, nachweislich nicht "prüft, wer sich ewig bindet", solange sollten wir uns auch nicht stören über Leute die (in den Worten von Marge Simpson) denselben Huhu oder Haha haben. :-) – Papstine

Solche Meldungen tun einfach nur weh. Kann mir mal bitte jemand erklären weshalb Homosexuelle nicht gleichberechtigt sein sollten? Gleichberechtigung einer Minderheit tut niemanden weh. Oder werdet ihr dadurch eingeschränkt? Ihr liebt doch auch, weshalb dürfen das andere nicht? Homosexualität ist keine Wahl und sollte deshalb gleichberechtigt sein, auch in der Schweiz. – Stefan Beck

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike Meier am 30.06.2013 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    dieses Thema stiehlt sich zu viel Raum

    Dieses Thema stiehlt sich unverhältnismässig viel Raum im gesellschaftlichen Diskurs. Für die Gesellschaft hat bei der Ehe von Mann und Frau der Wege aus dem Dilemma berufstätiger Eltern bzw. das Problem der Doppelbelastung der Frau und der Berufstätigkeit im Einklang mit der Familie einen essentiell höheren Stellenwert.

    einklappen einklappen
  • Italo am 30.06.2013 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben und leben lassen

    Immer diese Menschen, die anderen etwas verbieten wollen. Die Menschheit hat noch einen sehr weiten Weg vor sich, auch hier in der Schweiz wo es diese Art von Ehe noch nicht gibt. Was anderen nicht schadet, kann problemlos erlaubt werden. Wem schadet nun die Homo-Ehe? Ist doch ihr Ding, leben und leben lassen.

  • arnold patrick am 30.06.2013 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Homo-Ehe

    ich finde das unmöglich,das ein gerichtshof so ein entscheid fassen kann.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Isa Bel am 01.07.2013 02:12 Report Diesen Beitrag melden

    Titel hier

    Ich werde nie verstehen, warum manche Leute Anderen nicht einfach ihr Glück gönnen. Es macht mich glücklich, Leute zu sehen, die sich lieben, egal ob sie gleichgeschlechtlich sind oder nicht. Warum gewisse Leute so gegen die Homo-Ehe schiessen, ist mir ein Rätsel. Tut es ihnen weh? Schadet es ihnen in irgendeiner Weise? Die Welt wäre ein viel schönerer Ort wenn die Menschen einfach nur Leute die "anders" sind als sie akzeptieren könnten.

  • anonym am 30.06.2013 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Begriffsverwirrung

    Warum muss man den Begriff Ehe auch für homosexuelle Paare verwenden, wenn dies konservative Kreise stört? Eingetragene Partnerschaft ist auch ok. Wesentlich sind doch gleiche Rechte und Pflichten bezüglich gegenseitiger Verantwortung, Erbe usw. Wie man diesen Vertrag nennt, ist egal. Adoption sollte ohnehin im Einzelfall geprüft werden. Die seltenen Fälle, in denen diese bei homosexuellen Paaren Sinn macht, sind kaum Grund zur Aufregung. Und ja - intolerante Ewiggestrige, die selbst so noch ein Problem damit haben, sollten ohne Rückflugticket auf den Mond geschossen werden!

  • erika z. am 30.06.2013 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    omg ist das so schlimm?

    also ich finde ehe für homosexuelle richtig. was ist daran schlimm wenn das erlaubt ist? ehe ist nur ein zeichen für liebe welche eingetragen wird. es ist alles auf der welt noch zu religiös veranlagt und alle glauben den "allwissenden" kirchen alles. liebe ist liebe und sie fällt hin wo sie hinfällt. egal ob hetero oder schwul oder lesbisch oder dergleichen. jeder mensch ist ein freier mensch oder sollte es sein. doch wenn man jemandem die liebe verwehrt, bzw hier das zeichen dazu, finde ich das etwas schlimmes und so ist die freiheit = 0

  • Hetero Mary am 30.06.2013 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    LIEBE

    Was ist los mit euch? Es ist LIEBE! Was kann daran falsch sein?! Ich bin absolut für Gleichberechtigung auch was das Adoptieren von Kindern durch homosexuelle Paare angeht. Diese Menschen entscheiden sich bewusster für Kinder und sind bessere Eltern als ihr verklemmten hetero-Bünzlis!

    • Sonja am 01.07.2013 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sachlichkeit, bitte!

      Zivil heiraten ist nichts anderes als eine juristische Regelung des Lebens zu Zweit. Das sollten auch homosexuelle Paare können. Allerdings muss man halt schon auch die Meinungsfreiheit und Lebensansichten anderer Leute respektieren. Wer anfängt zu Beschimpfen ist kein Deut besser, dem fehlen die sachlichen Argumente. Es ist nun mal so, dass jeder das Recht hat etwas zu mögen oder eben nicht. Moralpolizei und Gesinnungspolizei braucht es nicht egal von welcher Seite auch immer. Das hatten wir schon mal.

    einklappen einklappen
  • Papstine am 30.06.2013 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja...

    Pfff, solange wir in unserem Land eine Scheidungsrate von ca 50% haben, Ehebruch nicht unter Strafe steht, nachweislich nicht "prüft, wer sich ewig bindet", solange sollten wir uns auch nicht stören über Leute die (in den Worten von Marge Simpson) denselben Huhu oder Haha haben. :-)