Festnahmen in Belgien

21. September 2014 10:08; Akt: 21.09.2014 12:00 Print

Terror-Anschlag auf EU-Kommission geplant

Die belgischen Behörden haben offenbar mehrere von Syrien-Rückkehrer und IS-Sympathisanten geplante Attentate vereitelt. Ein Ziel dafür sei auch die EU-Kommission gewesen.

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Das Gebäude der EU-Kommission in Brüssel gehörte offenbar zu den Anschlagszielen der festgenommenen Islamisten. (Bild: Keystone/Julien Warnand)

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Die belgischen Sicherheitsbehörden haben laut Medienberichten Attentate von Dschihadisten vereitelt, darunter einen Anschlag auf das Gebäude der EU-Kommission in Brüssel. Das Kommissionsgebäude gehörte zu den Zielen der mutmasslichen Dschihadisten, die in Belgien festgenommen wurden.

Die belgische Tageszeitung «L'Echo» schrieb am Samstag, die Sicherheitsbehörden hätten mehrere Anschläge von Syrien-Rückkehrern und Sympathisanten der Dschihadisten-Miliz «Islamischer Staat» (IS) vereitelt.

«Eines der Ziele war das Gebäude der EU-Kommission», hiess es dazu in einem Beitrag des niederländischen Fernsehsenders NOS. Der Sender nannte dabei aber keine konkreten Quellen.

Mindestens zwei der in Belgien festgenommenen mutmasslichen Dschihadisten stammten demnach aus Den Haag. Einzelne EU-Kommissare seien nicht im Visier der Dschihadisten gewesen. Vielmehr sei es um ähnliche Taten gegangen wie der Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel im Mai.

Anschlag in jüdischem Museum

Auch «L'Echo» berichtete, die Pläne hätten darauf abgezielt, ähnliche Attentate wie auf das Jüdische Museum zu verüben. Am 24. Mai hatte dort ein bewaffneter Mann im Eingangsbereich das Feuer eröffnet. Vier Menschen starben.

Der mutmassliche Täter, ein algerischstämmiger Franzose, sitzt in Belgien in Haft. Er hatte mehr als ein Jahr auf der Seite von Islamisten in Syrien gekämpft.

Ein Sprecher der EU-Kommission sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, die Berichte seien der Behörde bekannt. «Wir vertrauen auf die angemessenen Schritte der nationalen Behörden», sagte er. Das Gebäude der EU-Kommission beherbergt mehrere tausend Büros für Mitarbeiter aus den 28 EU-Mitgliedstaaten. Auch das NATO-Hauptquartier befindet sich in Belgien.

Auch der Vatikan im Visier

Ziel von mutmasslichen Dschihadisten sollte offenbar auch der Vatikan werden. Die italienischen Behörden erhielten laut einem Zeitungsbericht Hinweise auf entsprechende Pläne.

Die Tageszeitung «Il Messaggero» berichtete am Samstag, ein ausländischer Geheimdienst habe ein Gespräch zwischen zwei Arabisch sprechenden Männern abgefangen, in dem von einer «überzeugenden Tat am Mittwoch im Vatikan» die Rede gewesen sei.

In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Warnungen gegeben, Anhänger des im Irak und in Syrien aktiven IS könnten einen Anschlag auf Papst Franziskus planen.

Für die regelmässigen Auftritte des 77-Jährigen an Sonntagen und jeden Mittwoch auf dem Petersplatz wurden daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen bereits erhöht. Franziskus hatte das brutale Vorgehen der IS-Kämpfer im Irak und in Syrien mehrfach verurteilt.

Auch die argentinische Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner ist nach eigenen Angaben von IS bedroht worden. Grund sei ihre Freundschaft zu dem in Argentinien geborenen Papst Franziskus, sagte Fernandez in Rom am Samstag nach einem Mittagessen mit dem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

(sda)