Norwegen in Angst

24. Juli 2014 17:53; Akt: 24.07.2014 17:53 Print

Terroranschlag in den nächsten Tagen?

Höchste Alarmbereitschaft in Norwegen: Das Innenministerium warnt vor möglichen Terroraktionen. Das Land fürchtet sich vor heimkehrenden Kämpfern aus Syrien.

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Die norwegische Polizei ist in den nächsten fünf bis zehn Tagen auf Flug- und Fährhäfen und Bahnhöfen in höchster Alarmbereitschaft. (Bild: Keystone/AP)

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Erst vor zwei Tagen gedachte ganz Norwegen der Opfer des Amoklaufs auf Utøya. Jetzt geht im Land die Angst vor einem neuen Terroranschlag um. Das norwegische Innenministerium hat am Donnerstag die Öffentlichkeit vor einer Attacke in den kommenden Tagen gewarnt. Konkret fürchtet man sich vor heimkehrenden Syrien-Kämpfern.

«Es gibt eine konkrete Drohung gegen unser Land», sagte Justizminister Anders Anundsen bei einer Pressekonferenz in Oslo. Wann und wo die Attacken stattfinden könnten, wisse man nicht. Die Polizei sei in den nächsten fünf bis zehn Tagen auf Flug- und Fährhäfen und Bahnhöfen in höchster Alarmbereitschaft, meinte Vidar Refvik von der norwegischen Polizei.

Man wolle die Bevölkerung informieren, um die Terroristen abzuschrecken, erklärte Benedicte Bjørnland, Chefin des Sicherheitsdienstes der Polizei. Da sich die Drohungen aber nicht gegen konkrete Ziele richte, sei es schwer, den Menschen konkrete Ratschläge zu geben – ausser, dass sie besonders wachsam sein sollten.

Angst vor heimkehrenden Kämpfern auch in der Schweiz

Der Verdacht richte sich gegen radikalislamistische Kämpfer mit norwegischer Staatsbürgerschaft, die aus dem syrischen Bürgerkrieg zurückkehrten. Die Informationen habe das Ministerium aus dem Ausland erhalten, so Bjørnland. Solche Drohungen habe es schon öfter gegeben, doch diesmal seien die Quellen glaubwürdiger.

In Norwegen, aber auch in Frankreich, Grossbritannien, Deutschland und in der Schweiz, macht man sich wegen der kampferprobten Rückkehrer aus dem Bürgerkrieg in Syrien und dem Irak zunehmend Sorgen, schreibt das Nachrichtenportal Bloomberg. «Diese Gefahr ist nicht neu, aber mit dem Konflikt in Syrien hat sie quantitativ eine neue Dimension erhalten», sagte Markus Seiler, Chef des Nachrichtendienstes des Bundes, gegenüber 20 Minuten. Und fügt an: «Diejenigen, die aus Syrien zurückkehren, werden Europa noch auf Jahre oder Jahrzehnte beschäftigen.»

(gux)