Raketenfund in Turin

18. Juli 2019 14:58; Akt: 18.07.2019 14:58 Print

Tessiner Waffenschieber arbeitete bei der Ruag

Weitere Details zum Tessiner Waffenschieber kommen ans Licht: Der 42-Jährige arbeitete drei Jahre lang bei der Ruag.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ermittlungen nach einer Todesdrohung gegen den italienischen Innenminister Matteo Salvini haben zu einem spektakulären Waffenfund bei Rechtsextremen geführt. Mittendrin ist auch ein 42-jähriger Waffenschieber aus dem Tessin. Neben diversen Schusswaffen fanden die Ermittler auch eine voll funktionstüchtige Lenkrakete.

Wie die «WOZ» in ihrer Ausgabe schreibt, arbeitete der verhaftete Tessiner A. M.* von 2010 bis 2013 für den bundeseigenen Rüstungsbetrieb Ruag. Nun stellt sich die Frage, ob der 42-Jährige seine Kontakte aus der Ruag-Zeit für den geplanten Waffendeal genutzt hat. Ein Ruag-Kunde ist auch der Golfstaat Katar. Von dort stammt auch die gefundene Rakete. Vertreter von Katar teilten allerdings mit, dass sie den Flugkörper bereits vor 25 Jahren verkauft hatten.

«Ruag muss ihre Verantwortung für die Sicherheit wahrnehmen»

Die Ruag bestätigt gegenüber der Wochenzeitung, dass «eine Person mit diesem Namen von September 2010 bis Ende Juni 2013 im Unternehmen angestellt war. Weitere Angaben konnten nicht gemacht werden.

Lewin Lempert, Sekretär der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), sagt auf Anfrage von 20 Minuten: «Es ist beunruhigend, dass die Ruag Personen anstellt, die anscheinend zu solchen Waffendeals fähig sind. Hier muss die Ruag ihre Verantwortung als Waffenschmiede für die Sicherheit aller wahrnehmen.»

Kein Strafverfahren eingeleitet

Ausserdem fordert Lempert: «Es braucht eine Untersuchung, welche Strukturen und Verbindungen hinter diesen Waffendeals stecken, und ob weitere Personen – auch aus der Schweiz – involviert waren.»

Die Bundesstaatsanwalt meldet, dass man im Kontakt mit den Behörden in Italien stehe. Ein Strafverfahren in der Schweiz wurde allerdings nicht eingeleitet.

(fss)