Gerichtsurteil in Frankreich

11. September 2019 14:35; Akt: 11.09.2019 14:35 Print

Tod während Sex wird als Arbeitsunfall eingestuft

Während einer Geschäftsreise stirbt ein Mann beim Sex mit einer fremden Frau. Sein Arbeitgeber muss den Hinterbliebenen nun weiterhin Salär zahlen.

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Ein Gerichtsfall in Frankreich wird zum Präzedenzfall: Nach einem Urteil des Berufungsgerichts von Paris gilt ein Todesfall während des Sexaktes als Arbeitsunfall.

Konkret geht es um den Tod eines Sicherheitstechnikers am 21. Februar 2013, der in Medienberichten Xavier genannt wird. Der verheiratete Mann reiste geschäftlich nach Meung-sur-Loire im französischen Département Loiret. Dort lernte er eine Frau kennen, am Abend kam es in einem Hotelzimmer zum Sex zwischen den beiden. Während des Geschlechtsaktes erlitt er einen Herzinfarkt und starb.

Sex ist so alltäglich wie essen oder duschen

Die Justiz stufte den Fall als Arbeitsunfall ein. Damit hatten die Hinterbliebenen – die Ehefrau und Kinder des Verstorbenen – Anrecht, monatlich 80 Prozent von Xaviers Salär zu bekommen, bis zum Tag seiner Pensionierung. Die Firma, für die Xavier gearbeitet hatte, legte Berufung gegen den Entscheid ein, mit der Begründung, Xavier sei nicht in dem Hotelzimmer gestorben, das das Unternehmen für ihn organisiert gehabt habe.

In der zweiten Instanz erklärte ein Richter im Jahr 2016 den Fall erneut als Arbeitsunfall. Schliesslich gehöre Geschlechtsverkehr zu den alltäglichen Handlungen wie duschen oder essen, meinte der Richter. Einmal mehr legte der Arbeitgeber Berufung ein.

In der letzten Instanz im Mai dieses Jahres erhielt Xaviers Familie erneut Recht. Was der Arbeitnehmer während seiner Geschäftsreise im Auftrag des Arbeitgebers mache, sei irrelevant. Während einer Geschäftsreise sei er klar unter der Verantwortung der Firma gestanden.

Die Arbeitsrecht-Anwältin Sarah Balluet machte den Fall erst jetzt bekannt.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Angi80 am 11.09.2019 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahrheit

    Ojé , der Mann ist Tod und die Ehefrau musste auf diesem Weg erfahren dass sie betrogen wurde ... das ist ein harter Schlag

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  • Tönu am 11.09.2019 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kommen und gehen

    hoffentlich kam er, bevor er ging :) wünsche den hinterbliebenen alles gute.

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  • sam mine am 11.09.2019 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Dass das Unternehmen 80% des Lohns weiterzahlen muss, finde ich schrecklich. Das ist einne unnötige Last auf den Schultern des Unternehmen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Iwa So am 12.09.2019 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Richterliche Selbstvorsorge

    Die Richter wissen wohl was sie selber tun.

  • Herbstzeitlose am 12.09.2019 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So so...

    ...Sex ist so alltäglich wie duschen und essen. Wenn das so ist, bin ich schon längst erstunken und verhungert.

  • Martial2 am 12.09.2019 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Als Arbeitgeber wäre: Nix...

    Dieser pseudo Unfall ist nicht während der Arbeit passiert, und erst noch in einem anderen Hotel. Ergo Der Tod hat sich während seiner Freizeit "Hobby" ereignet, dazu wäre seinen Arbeitgeber keinesfalls daran verpflichtet zu bezahlen... Das gilt als - Nichtbetriebsunfall"

  • Markus Müller am 12.09.2019 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ich suche eine...

    ...Variante, bei der man wegen Sex eine Rente bekommt, aber ohne dabei sterben zu müssen.

  • Möhlin am 12.09.2019 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja, jenjen

    Ach, mein heimlicher (verheiratet mit 2 Kinder) betrügt seine Frau auch mit mir während der Arbeitsstunde.. ich fahre meistens zu ihm! Hoffe nur, dass ihm nie sowas geschieht, da er mit mir Vollgas gibt!