USA

03. Februar 2011 07:59; Akt: 03.02.2011 07:59 Print

Todeskandidaten klagen gegen Betäubungsmittel

Todeskandidaten werden vor der Hinrichtung mit Thiopental betäubt – doch die Vorräte sind seit Monaten erschöpft. Gegen den Import eines anderen Mittels haben sechs Verurteilte Klage eingereicht.

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Da in den USA seit Monaten das Betäubungsmittel Thiopental ausgegangen ist, wird eine alternative Arznei aus Europa importiert. (Bild: Keystone)

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Sechs Todeskandidaten in den USA haben Klage gegen die Arzneimittel-Behörde FDA wegen des Imports eines Betäubungsmittels eingereicht, das bei Hinrichtungen eingesetzt wird.

Die Kläger werfen der FDA vor, die Einfuhr des Mittels Thiopental gesetzwidrig autorisiert zu haben, wie ihre Anwälte am Mittwoch mitteilten. Die Vorräte an Thiopental in den USA sind seit Monaten erschöpft, nachdem das einzige US-Labor, in dem das Anästhetikum hergestellt wurde, Ende Januar die Produktion eingestellt hatte.

Importe aus Europa

Die Kläger werfen der FDA demnach vor, mehrere Bundesstaaten nicht daran gehindert zu haben, das Mittel aus Europa zu importieren. Zunächst sei Arizona, Kalifornien und Tennessee erlaubt worden, Thiopental in grossem Stil einzuführen, hiess es in der Klageschrift.

Anschliessend sei die Genehmigung auch auf Arkansas, Nebraska sowie Georgia und schliesslich auf alle Bundesstaaten ausgedehnt worden. Die Chargen stammten offiziellen Angaben zufolge aus Österreich und würden über Grossbritannien vertrieben. Die Klage beim Bundesgericht in Washington war am Mittwoch noch nicht offiziell registriert.

Vorwurf der Willkür

Die FDA-Vorschriften verböten jegliche Importe von Medikamenten, die nicht auf der Liste der genehmigten Mittel stünden, argumentierten die Anwälte. Die FDA handle «willkürlich».

Der Produktionsprozess des eingeführten Thiopental sei niemals von FDA-Beamten überprüft worden. Die Kläger forderten daher die Bundesbehörde auf, bis auf weiteres alle Importe des Medikaments zu verbieten.

(sda)