Schweizer in Budapest

30. Mai 2019 13:01; Akt: 30.05.2019 18:55 Print

«Dann trieb ein lebloser Körper im Wasser»

Lega-Politiker Stefano Tonini war auf der Donau auf Kreuzfahrt, als es zum Todesdrama kam. Hautnah hat er den Rettungseinsatz miterlebt.

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So sieht das Schiff zwei Wochen nach dem Unglück aus. Die Bergungsarbeiten haben begonnen. Sie sollen ungefähr sechs Stunden dauern. Noch immer werden acht Menschen vermisst. Nur sieben Insassen überlebten das Unglück. Während der Bergung soll das Wrack immer wieder von Tauchern untersucht werden. Wegen der starken Strömung in der Donau konnten Taucher bisher nicht in das Wrack vordringen. Der Kapitän des Kreuzfahrtschiffs war nach dem Unglück verhaftet worden. Ein sechsjähriges Mädchen und der Kapitän des Ausflugsbootes werden noch immer vermisst. Die Zahl der Toten nach dem Schiffsunglück auf der Donau ist auf 20 gestiegen. (9. Juni 2019) Nach dem schweren Schiffsunglück auf der Donau in Budapest behindern Hochwasser und starke Strömung die Suche nach den 21 Vermissten. (31. Mai 2019) Bisher konnten Taucher das in sechs Metern Tiefe liegende Schiff nicht erreichen. Zehn Angehörige der aus Südkorea stammenden Todesopfer und Vermissten reisten am 31. Mai nach Ungarn. Im Verlauf des Tages würden weitere mehr als 30 Angehörige folgen. Auch wurde die südkoreanische Aussenministerin Kang Kyung Wha in Budapest erwartet. Das gesunkene Touristenboot wurde am 30. Mai lokalisiert. Taucher versuchten, in der starken Strömung zum Wrack vorzudringen. Die Polizei hat an einer Medienkonferenz 7 Tote und 21 Vermisste bestätigt. Zudem wurde ein Video, das den Zusammenstoss zeigt, veröffentlicht. Mit diesem Schiff ist das Unglücksboot zusammengestossen, berichten ungarische Medien. Ein kleiner Schaden ist zu erkennen. Passagiere auf der «Viking Sygin» wurden nicht verletzt. Einen Tag nach dem Unglück verlassen sie das Boot. Die Suche nach den Vermissten wird durch die Strömung erschwert. Das Wrack des Unglücksboots wurde bei der Margaretenbrücke gefunden. Am Morgen nach dem Unglück suchen Einsatzkräfte mit Booten immer noch nach Vermissten. Der Grosseinsatz hat die ganze Nacht angedauert. Verygoodtour.com hat die Reise der Südkoreaner organisiert. Der Kundenservice-Leiter Lee Sang-moo entschuldigte sich im Namen des Unternehmens für das Unglück. Südkoreas Präsident Moon Jae In ordnete an, einen Krisenstab einzusetzen und zusammen mit den ungarischen Behörden «alle verfügbaren Mittel» zur Rettung der Vermissten zu ergreifen. Schiffsunglück auf der Donau in Budapest: Ein Rettungsboot sucht nach Vermissten. (29. Mai 2019) Ein Ausflugsschiff ist mit einem anderen Schiff zusammen gestossen: Retter und Polizisten kurz vor einem Sucheinsatz. Von einer Brücke aus halten die Retter nach Vermissten Ausschau. Bei den Passagieren auf dem Boot handelt es sich um Touristen aus Südkorea. Mehrere Menschen sind bei dem Unglück auf der Donau ums Leben gekommen. Das Ausflugsboot Hableany (Nixe) ist in der Nähe des Parlaments gekentert. (Archivbild) Noch immer werden zahlreiche Menschen vermisst. Passanten in Seoul verfolgen die Nachrichten aus Budapest im südkoreanischen Fernsehen.

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Der Lega-Politiker Stefano Tonini hat das Drama in Budapest hautnah miterlebt. Er war auf einem Kreuzfahrtschiff auf der Donau, als es in wenigen Metern Entfernung zum Unglück kam.

«Wir haben die Sirenen der Feuerwehr und Polizei gehört. Wir wussten erst aber nicht, was passiert ist», schildert er 20 Minuti. Die Besatzung des Boots habe die Passagiere kurz darauf über das Unglück informiert.

Erfolglose Reanimation

«Ich habe gesehen, wie Retter versucht haben, jemanden wiederzubeleben. Die Person hat es leider nicht geschafft», so das Mitglied des Grossen Rates. «Ein paar Augenblicke später trieb ein lebloser Körper im Wasser.»

Das Erlebte schilderte er in einem Instagram-Post. Das Foto habe er nur eine Stunde vor dem Unglück aufgenommen.

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Ieri sera ero sul Danubio. Ero a bordo di un battello a cenare in compagnia di tutti i miei colleghi e questa foto l’ho scattata pochi minuti prima dell’incidente di cui tutti abbiamo sentito parlare in queste ore. Noi, grazie a Dio, stiamo bene e il destino ha voluto che non fossimo più nella zona dell’impatto, ma ho comunque vissuto quegli attimi con angoscia, vedendo la tragedia che si stava consumando di fronte ai miei occhi. Ho infatti assistito alla rianimazione di una persona coinvolta nell’incidente che purtroppo non ce l’ha fatta e, pochi istanti dopo, ho anche visto il corpo esanime di una persona galleggiare sul fiume. È in queste tragedie che ci si accorge di quanto sia incerta questa vita e di quanto il destino faccia il proprio corso senza guardare in faccia nessuno. In un momento del genere mi sento vicino alle persone coinvolte e soprattutto alle loro famiglie che in queste intense ore stanno piangendo i loro cari. Una preghiera è perciò rivolta a tutti coloro ai quali il Danubio ha strappato violentemente una vita. Non ci è dato di scegliere la cornice del nostro destino, ma ciò che vi mettiamo dentro è nostro. (Dag Hammarskjöld) #budapest #danubio #destino

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Tonini dankt Gott, dass er und sein Freunde wohlauf sind. Die Gebete seien an die Opfer und deren Familien gerichtet.

Insgesamt sind bisher sieben Leichen gefunden worden. Jedoch wird befürchtet, dass die Zahl der Toten weiter ansteigt: Noch immer werden 21 Personen vermisst.

(20M/tio)