Obama ruft Notstand aus

21. Mai 2013 01:12; Akt: 22.05.2013 10:13 Print

Tornado tötet 91 Menschen in Oklahoma

Bei einem der schlimmsten Wirbelstürme seit Beginn der Messung sind im US-Bundesstaat Oklahoma mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen. Darunter 20 Kinder – beim Einsturz einer Schule.

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Der Tornado hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Hier ist die Spur deutlich zu sehen. Auch auf diesem Bild ist gut sichtbar, wie der Tornado sich bewegte. Bilder wie nach einem Nuklearangriff. Im Ort Moore ausserhalb von Oklahoma City hat ein Tornado ein Schulgebäude zerstört. Dabei wurden etliche Kinder unter den Trümmern begraben. Die Zahl der Opfer könnte noch weiter steigen, da sich unter den Trümmern der Schule noch eine unbestimmte Anzahl Kinder befinden könnte. Zunächst war von über 90 Toten die Rede. Doch am Dienstag, 21. Mai 2013, korrigierten die Behörden die Zahl der Toten nach unten - auf vorerst 24 bestätigte Todesopfer. Rettungskräfte suchen mit blossen Händen nach Überlebenden. Eine Frau trägt ihr Kind vom zerstörten Schulgebäude in Moore weg. Nicht nur Schüler mussten aus den Trümmern geborgen werden. Wirbelstürme haben in Oklahoma auch ganze Wohnwagen-Siedlungen demoliert. Aus den Trümmern eines Wohnwagens konnte ein kleines Kätzchen gerettet werden. Die Bewohner sind fassungslos. Am Sonntag waren bereits zwei ältere Männer ums Leben gekommen, als ein Tornado den Ort Shawnee in Oklahoma heimsuchte. Mehr als 20 Personen wurden verletzt. Der Wirbelsturm war mit unvorstellbarer Wucht auf die 55'000-Einwohner-Stadt Moore getroffen. Der Tornado hinterliess ausserhalb von Oklahoma City eine mehr als drei Kilometer breite Schneise der Verwüstung. Sein Haus in Oklaohma City wurde zerstört - dieser Stuhl scheint eines der wenigen Dinge zu sein, die den Sturm überstanden haben. Präsident Barack Obama versprach Unterstützung aus Washington. Der Wirbelsturm war mit unvorstellbarer Wucht auf die 55'000-Einwohner-Stadt Moore getroffen.

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Ein Tornado im US-Bundesstaat Oklahoma hat mehr als 90 Menschen in den Tod gerissen und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde fegte der Wirbelsturm am Montag (Ortszeit) über Moore, einen Vorort von Oklahoma City hinweg. Die Rettungskräfte meldeten am Dienstag 91 Tote, es wurden aber weitere Opfer befürchtet.

40 weitere Leichen seien in Moore aus den Trümmern zerstörter Wohnhäuser und Schulen geborgen worden, sagte Amy Elliott, eine Vertreterin der Rettungskräfte, am Dienstagmorgen dem US-Nachrichtensender CNN.

Zuvor waren bereits 51 Todesopfer gemeldet worden. Unter den Toten seien auch mindestens 20 Kinder, die meisten unter zwölf Jahren, sagte Elliott. Durch den Tornado wurden zwei Primarschulen schwer beschädigt, allerdings wurden bislang nur aus der einen Schule Opfer gemeldet.

Die Gouverneurin von Oklahoma, Mary Fallin, rief den Notstand für fünf weitere Bezirke aus. Insgesamt galt der Notstand damit für 21 Bezirke in dem Bundesstaat. Fallin sprach von «vielen Verletzten». Ausserdem habe der Tornado in Moore sowie im gesamten Bundesstaat enorme Sachschäden angerichtet.

Laut CNN kamen mindestens 145 Verletzte ins Spital. Der örtliche Polizeichef Jerry Sillings rief die Einwohner auf, das Sturmgebiet zu verlassen. «Es gibt eine Menge Sicherheitsprobleme», warnte Sillings. So habe der Sturm Gas- und Stromleitungen zerstört.

Riesige schwarze Sturmsäule

Fernsehsender zeigten eine riesige schwarze Sturmsäule, die alles mitriss, was auf ihrem Weg lag. Selbst Autos wurden durch die Luft gewirbelt. Der Streifen der Zerstörung, den der Tornado durch das dicht besiedelte Gebiet am Rand von Oklahoma City zog, war Meteorologen zufolge drei Kilometer breit. US-Präsident Barack Obama stufte den Tornado als Katastrophe ein und mobilisierte die Nationalgarde zur Unterstützung der Rettungsteams vor Ort.

In der 55'000-Einwohner-Stadt Moore irrten traumatisierte Einwohner durch die Trümmerlandschaft, wie auf Live-Fernsehbildern zu sehen war. Auch einige Pferde liefen orientierungslos durch die zerstörten Strassenzüge. Mehr als 300 Häuser seien zerstört worden, hiess es.

Als der Tornado auf die Stadt traf, sei der Lärm «unerträglich» gewesen, sagte ein Arbeiter. In der Plaza-Towers-Primarschule suchten Einsatzkräfte weiter nach Überlebenden, mehrere Kinder wurden aus den Trümmern geborgen. Verzweifelte Eltern warteten vor der Schule auf Lebenszeichen.

In der Tornado-Passage

Oklahoma City liegt in der sogenannten Tornado-Passage, Wirbelstürme sind in den weiten Ebenen der Gegend häufig. Der Tornado vom Montag hatte Wetterbehörden zufolge die Stärke F5 - die höchste Stufe auf der Schadensskala der Wirbelstürme. Er folgte ungefähr derselben Route, die 1999 ein Wirbelsturm genommen hatte. Damals waren 44 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden. Etwa tausend Häuser wurden zerstört.

Seit dem Wochenende wird der Mittlere Westen der USA von einer Reihe schwerer Wirbelstürme heimgesucht. Am Sonntag waren zwei ältere Männer ums Leben gekommen, als ein Tornado über den Ort Shawnee im Bundesstaat Oklahoma hinwegzog. Seit Sonntag wurden zudem Dutzende weitere Tornados aus den Bundesstaaten Oklahoma, Kansas, Iowa und Illinois und Missouri gemeldet.

Zwar hatten Meteorologen weitere Unwetter für den Montag vorausgesagt. Aber es habe lediglich eine extrem kurze Vorwarnzeit von wenige Minuten vor dem Durchzug des Tornados gegeben, hiess es. Daher hätten sich nicht alle Bewohner in Sicherheit bringen können.

(Video: Reuters)


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(bro/rey/sda)