Unruhen in Jemen

12. März 2011 11:11; Akt: 13.03.2011 14:11 Print

Tote bei Räumung von Protest-Lager

Jemenitische Sicherheitskräfte haben am Samstag gewaltsam einen Platz in der Hauptstadt Sanaa geräumt, der seit mehreren Wochen von Demonstranten besetzt worden war.

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Demonstranten hatten den Platz in Sanaa während mehrerer Wochen besetzt gehabt. (Bild: Reuters)

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Im Jemen sind bei Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften am Wochenende sieben Demonstranten ums Leben gekommen und mehrere Hundert verletzt worden. Am Samstag waren Sicherheitskräfte mit Tränengas und scharfer Munition gegen protestierende Regierungsgegner in mehreren Städten vorgegangen und hatten dabei sechs Menschen erschossen. Ein weiterer Mann erlag am Sonntag in Aden seinen Verletzungen, die er am Vortag erlitten hatte, berichtete der zurückgetretene Parlamentarier Abdel-Bari Degheisch.

In der Hauptstadt Sanaa schoss die Polizei am Sonntag mit scharfer Munition sowie mit Tränengas von Hausdächern und verletzte dabei mehr als 100 Demonstranten, die in der Nähe der Universität kampiert hatten. Aber auch auf der Strasse griffen Sicherheitskräfte und Unterstützer der Regierung die Demonstranten mit Knüppeln und Messern an, sagte ein Arzt in einem nahegelegenen Krankenhaus. Bereits am Samstag hatten Ärzte von mehr als 250 Verletzten berichtet. Mehrere der Opfer wurden nach Angaben von Augenzeugen in den Kopf getroffen.

Demonstranten erbeuten Waffen aus Polizeiwache

Auch in Dar Saad in der Provinz Aden im Süden ging die Polizei mit Schusswaffen und Tränengas gegen tausende Demonstranten vor und tötete drei Menschen mit Kopfschüssen, wie ein Krankenhausmitarbeiter sagte. In der Hafenstadt Mukalla in der Provinz Hadramaut wurde ein 15-jähriger Schüler erschossen.

Unterdessen berichteten Zeugen am Sonntag, dass Demonstranten im Süden der Provinz Aden eine Polizeiwache gestürmt und Waffen beschlagnahmt hätten, nachdem die Polizisten geflohen seien.

Die seit Wochen anhaltenden Proteste im Jemen richten sich vor allem gegen den Präsidenten Ali Abdullah Saleh, der seit 32 Jahren das Land regiert. Saleh entliess am Sonntag einen nahen Verwandten von seinem Posten als hochrangiger Militär. Der Verwandte verkündete später seine Unterstützung für die Proteste.

(ap)