Arabische Welt in Aufruhr

26. Februar 2011 17:51; Akt: 26.02.2011 18:03 Print

Tote und Verletzte bei Protesten

Die Kundgebungen gegen repressive Machthaber hält viele arabische Staaten weiterhin in Atem. Von Bahrein bis nach Tunesien gingen Tausende auf die Strasse.

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Die arabische Welt ist in Aufruhr: Hier Proteste in Algerien. (Bild: Keystone/AP)

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Im Golfstaat Bahrain haben am Samstag erneut tausende Oppositionsanhänger gegen König Hamad bin Issa al-Chalifa protestiert. Auch in Tunesien, Algerien und Ägypten gab es erneut Proteste, während sich in Libyen und im Jemen Aufständische Kämpfe mit den Sicherheitskräften lieferten.

In Bahrain forderten die Demonstranten, die in der Hauptstadt Manama vom zentralen Perlenplatz zum Aussenministerium marschierten, den Sturz des Monarchen. Ein Vertreter der schiitischen Oppositionspartei Wefak kritisierte, dass der von der Regierung versprochene «nationale Dialog» noch nicht begonnen habe. Unterdessen kehrte der exilierte Oppositionsführer Hassan Maschaima nach Manama zurück.

In der tunesischen Hauptstadt Tunis setzte die Polizei Tränengas ein, um eine Kundgebung von rund 300 Menschen vor dem Innenministerium zu zerstreuen. Am Freitag waren nach Angaben des Ministeriums auf der grössten Demonstration seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Zine al-Abidine Ben Ali 21 Polizisten verletzt worden.

Zusammenstösse in Kairo

In Ägypten riefen Oppositionsanhänger für Samstag zu erneuten Protesten auf, nachdem es in der Nacht auf dem Kairoer Tahrir-Platz zu Zusammenstössen zwischen Militärpolizisten und Demonstranten gekommen war, die den politischen Wandel in Ägypten feierten.

In der algerischen Hauptstadt Algier verhinderten Sicherheitskräfte Proteste von Regierungsgegnern. Wie ein AFP-Journalist berichtete, wurden die Demonstranten nicht zum Märtyrer-Platz durchgelassen, auf dem sie sich zu einer Kundgebung versammeln wollten.

Vier Menschen in Aden getötet

Im Jemen wurden bei heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei in der Stadt Aden mindestens vier Menschen getötet.

Mehrere wichtige Stammesführer sagten sich mit Zehntausenden ihrer Anhänger von Präsident Ali Abdallah Saleh los. Bei einer Stammesversammlung in Amran nördlich der Hauptstadt Sanaa schlossen sich Führer der Hasched und der Bakil, zwei der bedeutendsten Stämme des Landes, der Opposition an, wie aus Stammeskreisen verlautete.

Andauernde Kämpfe in Libyen

In Libyen dauerten die Kämpfe zwischen Aufständischen und regierungstreuen Sicherheitskräften an. Der Machthaber Muammar al- Gaddafi war am Freitag vor Anhängern in der Hauptstadt Tripolis aufgetreten und hatte sie zum bewaffneten Kampf aufgerufen.

In der Nacht waren dort erneut Schüsse zu hören, in einigen Vierteln fiel der Strom aus. Wie ein Sprecher der oppositionellen «Revolutionskoalition des 17. Februar» sagte, ziehen täglich Freiwillige aus dem Osten des Landes nach Tripolis zum Kampf gegen Gaddafi.

(sda)