Gipfel in Vietnam

30. März 2019 06:01; Akt: 30.03.2019 07:04 Print

Trump forderte Kim auf, Atomwaffen zu übergeben

Beim Treffen vor vier Wochen hat Donald Trump Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un erstmals deutlich gemacht, was er unter Denuklearisierung versteht. Dies belegt ein Dokument.

Bildstrecke im Grossformat »
Enorme Sicherheitsvorkehrungen: Wegen des Gipfeltreffens ist es auf den Strassen von Hanoi zu einem völligen Chaos gekommen. (28. Februar 2019) «Keine Eile»: Kim Jong-un (links) und Donald Trump vertreten sich nach einem ersten Meeting die Beine. US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un sind in Vietnam zu ihrem zweiten Gipfel zusammengekommen. Sie eröffneten das Treffen am Mittwochabend in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Trump äusserte zum Auftakt die Erwartung, dass die Gespräche mit Kim «sehr erfolgreich» sein würden, während Kim sich überzeugt zeigte, dass es «dieses Mal» ein zufriedenstellendes Resultat geben werde. Der Gipfel ist am Donnerstag ohne Einigung zu Ende gegangen: Trump erklärt sich nach dem Scheitern der Gespräche vor den Medien. Im Durty Bird Restaurant wird der «Dirty Donald»-Burger serviert. Merch zum Gipfelauftakt: In Souvenir-Shops werden T-Shirt mit Trump und Kim als Motiv verkauft. Aus aktuellem Anlass malen Strassenkünstler in Hanoi Portraits des US-Präsidenten und des nordkoreanischen Machthabers. (27. Februar 2019) Bevor er den Nordkoreanischen Machthaber zum Gespräch trifft, wird Trump vom vietnamesischen Präsidenten Nguyen Phu Trong begrüsst. (27. Februar 2019) Donald Trump kommt mit seiner Air Force One ans Gipfeltreffen in Hanoi. Er trifft sich mit dem norkoreanischen Machthabe Kim Jong-un in Vietnam. Am Mittwoch steht ein Abendessen auf dem Programm. Nach einer 4500 Kilometer langen Zugreise: Kim Jong-un im Grenzort Dong Dang. (26. Februar 2019) Auf nach Vietnam: Kim Jong-un winkt in Pyongyang zum Abschied. (23. Februar 2019) Kim wird auf dem Bahnhof in Pyongyang verabschiedet. Die chinesische Polizei blockiert in Dandong die Strassen, bevor der Sonderzug von Kim durchfährt. Ein Polizist patrouilliert auf der Chinesisch-koreanischen Freundschaftsbrücke. Den Sonderzug hat bereits Kims Vater Kim Jong-il für Reisen nach China und Russland benutzt. Die erste Auslandsreise von Kim Jong-un führte ihn im März 2018 nach China.

Zum Thema
Fehler gesehen?

US-Präsident Donald Trump hat beim Gipfel in Hanoi vor vier Wochen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un aufgefordert, alle Atomwaffen an die USA zu übergeben. Er überreichte einem Insider zufolge Kim am 28. Februar ein entsprechendes Dokument.

In dem Papier, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, wird unter anderem neben der Auslieferung der Waffen und Waffenteile auch ein vollständiger Abbau jeglicher nuklearer Infrastruktur, Zugang von US-Inspektoren sowie die Versetzung aller am Atomprogramm beteiligten Wissenschaftler in zivile Projekte gefordert. Es sei das erste Mal gewesen, dass Trump gegenüber Kim deutlich gemacht habe, was er unter Denuklearisierung verstehe, sagte der Insider weiter.

Das US-Präsidialamt reagierte zunächst nicht auf die Bitte nach einer Stellungnahme. Das Aussenministerium in Washington lehnte eine Äusserung zu dem als vertraulich eingestuften Dokument ab. Der Gipfel wurde am 28. Februar ergebnislos abgebrochen, ein Mittagessen der beiden Staatschefs wurde abgesagt. Ein weiteres Treffen wurde nicht vereinbart. Auch Hintergründe wurden nicht genannt.

Nordkorea will kein Libyen-Modell

Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton hatte im Anschluss an den Gipfel in Fernsehinterviews über das Dokument gesprochen, jedoch keine Details genannt. Bolton gilt seit langem als Vertreter eines harten Kurses gegenüber Nordkorea und Befürworter eines «Libyen-Modell» zur Denuklearisierung.

Libyen hatte seine Atomwaffen 2004 an die USA übergeben. Sieben Jahre später beteiligten sich die USA an einer Nato-Mission in dem nordafrikanischen Land, die zum Sturz der Regierung von Muammar Gaddafi führte. Nordkorea lehnt ein Libyen-Modell ab. Vertreter des Landes verwiesen auf das «schreckliche Schicksal» Gaddafis.

Die Regierung in Pyongyang hat sich wiederholt gegen eine einseitige Abrüstung ausgesprochen und führt an, das Waffenprogramm sei zur Verteidigung des Landes nötig.

(sda)