Weltwirtschaftsforum

17. Januar 2018 20:31; Akt: 17.01.2018 20:31 Print

Trump lässt sich Davos ganz schön was kosten

Trumps Tross in der Schweiz wird riesig sein und massiv Geld verschlingen. Allein der Flug der Präsidentenmaschine kostet 3,2 Millionen Dollar.

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Wenn US-Präsident Donald Trump Ende Januar 2018 Adieu winkt und nach Davos fliegt, wird es für US-Steuerzahler teuer. (12. Januar 2018) Einen grossen Teil der Kosten verschlingt die Präsidentenmaschine Air Force One. Die umgebaute Boeing 747-200B kostet pro Flugstunde 206'000 Dollar. (8. Januar 2018) Zur Präsidentenmaschine lässt sich der US-Präsident mit dem Präsidentenhelikopter Marine One fliegen. (12. Januar 2018) Am Boden bewegt sich Trump nur im «Biest», einem gepanzerten SUV. Das 6,4 Tonnen wiegende Fahrzeug wird im Voraus an jede Reisedestination verschifft. Bild: First Lady Melania Trump und Donald Trump am 13. Juli 2017 beim «Beast». Das «Biest» wird zu Tarnzwecken jeweils in mehrfacher Ausführung eingesetzt und von anderen Panzerlimousinen begleitet. Bild: Trumps Fahrzeugtross am 7. November 2017 in Seoul, Südkorea. Zur Schätzung der Kosten von Trumps Davosreise kann man andere Trips von Präsidenten heranziehen. Eine dreitägige Reise von Barack Obama nach Chicago und Palm Beach, Florida, kostete im Jahr 2013 3,6 Millionen Dollar. Bild: Obama spricht am 15. Februar 2013 in Chicago. Flüge nach Davos sind teuer, weil sehr viel Personal mitfliegt. Das war auch bei Bill Clinton so, der 2000 als letzter US-Präsident das Weltwirtschaftsforum besuchte und am 29. Januar bei der Ankunft in Zürich die Anwesenden grüsste. Clinton wurde angeblich von einem 1500 Köpfe zählenden Tross von Sicherheitsleuten und Beratern begleitet. (29. Januar 2000) Zum Personal gehörten Helikopter-Piloten, die in Davos die Landestelle schützten. (29. Januar 2000) US-Sicherheitskräfte unterstützten Schweizer Polizisten wie die Scharfschützen am 29. Januar 2000 in der Nähe des Landeplatzes. Bill Clinton traf im Hotel Belvedere in Davos auch den damaligen Bundespräsidenten Adolf Ogi (rechts). (29. Januar 2000) Trumps bisherige Reisen waren teuer. 2017 besuchte er Israel, wo er am 22. Mai in Jerusalem die Klagemauer berührte. Später flog Trump nach Europa und besuchte im Vatikan den Papst, wo er sich am 24. Mai 2017 mit (von links) Tochter Ivanka und Gattin Melania fotografieren liess. Die eine Woche dauernde Reise kostete insgesamt zwischen 70 und 120 Millionen Dollar. Trumps Trip nach Davos wird im Vergleich kürzer sein und nur eine Destination betreffen. Vorbereitungen haben am 14. Januar 2018 mit der Landung eines C-17-Frachtflugzeugs auf dem Flughafen Kloten begonnen. Gemäss Schätzungen wird Trumps Davos-Trip zwischen zehn und 40 Millionen Dollar kosten. (12. Januar 2018)

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Klotzen, nicht kleckern. Das ist die Devise der Supermacht, wenn sie ihr Staatsoberhaupt auf die Reise schickt. Der Aufwand für Trips amerikanischer Präsidenten stellt alles in den Schatten, was andere Länder für die Reisen ihrer Regierungschefs ausgeben. Das wird bei Donald Trumps Trip ans Weltwirtschaftsforum WEF in Davos Ende Januar nicht anders sein.

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Zahlen für die Kosten der kommenden Reise sind nicht verfügbar. Selbst vergangene Präsidententrips in den USA und im Ausland werden in der Regel nicht öffentlich abgerechnet. Informationen zum Aufwand früherer Präsidentenreisen wurden nur in Einzelfällen herausgegeben.

Drei Tage im Inland: 3,6 Millionen Dollar

So erfuhr die Organisation Judicial Watch im Oktober 2016 die Kosten für einen Flug von Präsident Barack Obama von Washington nach Chicago und Palm Beach, Florida. Der Rundflug vom 15. bis 18. Februar 2013 wurde mit 3,6 Millionen Dollar verbucht. Beispiele wie dieses erlauben es, die Grössenordnung der Kosten für die Davos-Reise abzuschätzen.

Drei Komponenten bestimmen die Kosten: das Flugzeug, die Grösse des Begleitpersonals und die Sicherheitsmassnahmen. Alle drei Faktoren sind bei Amerikas Präsidenten extrem:

Präsidentenmaschine: Trump wird in der Air Force One fliegen, einer umgebauten Boeing 747-200B, die 70 Passagieren Raum bietet. Eine Flugstunde der immer in doppelter Ausführung eingesetzten Maschine kostete 2014 nicht weniger als 206'000 Dollar. Zur Davos-Reise trägt daher die Air Force One allein 3,2 Millionen Dollar bei.

Weitere Flugzeuge:
Die acht ebenfalls nach Davos bestellten Minister fliegen in separaten Flugzeugen, deren Kosten pro Flugstunde allerdings wesentlich geringer sind. Hinzu kommen zahlreiche Transportflugzeuge. Fahrzeuge für den Präsidenten und seinen Tross werden in Lockheed-C-5-Galaxy-Grossfrachtern verschifft. Anderes Material und das Sicherheitspersonal werden in kleineren Boeing-C-17-Globemaster transportiert. Für den Transport zwischen Flughafen und Davos werden wahrscheinlich drei Helikopter eingesetzt.

Sicherheitspersonal:
Auf internationalen Reisen lassen sich US-Präsidenten von einer kleinen Privatarmee schützen. Sie besteht aus Leibwächtern des Secret Service und Angehörigen der Streitkräfte. Beim letzten WEF-Besuch eines amerikanischen Präsidenten begleiteten Bill Clinton im Jahr 2000 insgesamt 1500 Leute. Sie alle brauchten Unterkunft und Verpflegung. Trump wird kaum mit weniger Personal auskommen.

Bis 40 Millionen Dollar

Da zu wenige Details bekannt sind, lassen sich die Kosten von Trumps Davosreise nicht aus einzelnen Komponenten zusammenzählen. Hilfreich sind Vergleiche. So kostete die teuerste Reise Bill Clintons etwa 40 Millionen Dollar. Der Aufwand für Trumps einwöchige Reise nach Saudiarabien, Israel und Europa im Mai letzten Jahres dürfte nach Schätzungen zwischen 70 und 120 Millionen Dollar betragen haben.

Trumps kommende Reise nach Davos ist mit etwa drei Tagen weniger als halb so lang und hat nur eine Destination. Grob geschätzt wird sie zwischen zehn und 40 Millionen Dollar kosten.

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Omama am 17.01.2018 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Preis Vergleich

    Mit Easy-Jet wärs billiger gewesen. Vergleichen die den keine Preise ?

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  • Marcello 1152 am 17.01.2018 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    amerika kann zaubern

    wo ist das problem. Amerika muss nur einige dollar noten mehr drucken und schon erledigt. die machen aus luft geld.

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  • DasTier am 17.01.2018 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sick!

    Wenn ich dran denke wie vielen todkranken Amerikanern man mit dem Geld helfen könnte... Z.B. Obamacare anschubsen damit, irgendwohin sinnvolles stecken wäre nötig! ...nicht in diese aufgeblähte Marionette...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Basri am 18.01.2018 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Sponsered by Swiss Banks

    Die CH Banken habe ja bereits durch die Abfindung seine Reise bezahlt.

  • Herbie Ziet am 18.01.2018 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur die Schweiz

    ist so doof, einen Dumpinghändler aus dem Drittweltland USA einzuladen, der ihr vor Ort die Unternehmen mit Steuerprivilegien weglockt.

  • Chualee am 18.01.2018 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Flugzeugnamen

    20min hat noch nicht gelernt, dass Air Force One, Marine One etc. nicht die Namen der Flugzeuge, sondern nur Rufnamen sind, während sie mit dem Presidenten an Bord fliegen. Ist dagegen der Vice-President an Bord, lautet der Rufname dann Air Force Two etc

  • Dr.Atom am 18.01.2018 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbares Versagen aller!

    Krankes Machtgehabe und niemalsendende Geldvernichtung, dies wärend Zeitgleich andere verdursten oder verhungern! Bravo an die Führung aller Länder, ihr seit die Besten!

  • Ironicus am 18.01.2018 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    C-5-Galaxy

    Habe gar nicht gewusst, dass die C-5-Galaxy ein Schiff ist. War immer der Meinung es handle sich um ein Gross-Transportflugzeug. Man lernt nie aus!