Treffen mit «New York Times»

30. Juli 2018 01:35; Akt: 30.07.2018 06:51 Print

Trump reagiert mit Attacken auf Medienkritik

Der Herausgeber der «New York Times» hat den US-Präsidenten wegen seiner «gefährlichen» Rhetorik gewarnt. Trump antwortete erbost.

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Trägt seinen Streit mit dem «New York Times»-Herausgeber A. G. Sulzberger an die Öffentlichkeit: US-Präsident Donald Trump. (29. Juli 2018) (Bild: Keystone/AP/Carolyn Kaster)

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Der Herausgeber der «New York Times» hat US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen im Weissen Haus für dessen Verbalattacken gegen die Medien kritisiert. Trump gefährde die Sicherheit von Journalisten.

Er habe Trump gewarnt, dass diese aufrührerische Rhetorik «zu einem Anstieg von Drohungen gegen Journalisten beiträgt und zur Gewalt führen wird», teilte Herausgeber A. G. Sulzberger am Sonntag mit. Kritische Berichterstattung über seine Politik, wie sie etwa die vielfach ausgezeichnete «New York Times» betreibt, bezeichnet Trump als «Fake News». Kritische Reporter nennt er «Volksfeinde».

Hintergrund von Sulzbergers Mitteilung ist ein Gespräch mit Trump im Weissen Haus. Trump hatte am Sonntag auf Twitter geschrieben, er habe «ein sehr gutes und interessantes Treffen» mit Sulzberger gehabt.

Die «New York Times» teilte daraufhin mit, auf Bitten des Weissen Haus hätte das Treffen am 20. Juli vertraulich bleiben sollen. Nachdem Trump das Gespräch nun selber öffentlich gemacht habe, habe sich Sulzberger dazu entschlossen, die Inhalte publik zu machen.

«Schädlich für unser Land»

Sulzberger teilte mit, er habe dem Präsidenten gesagt, dass er dessen Sprachwahl «nicht nur für polarisierend, sondern für zunehmend gefährlich» halte. Das gelte besonders im Ausland, wo manche Regierungen Trumps Rhetorik zum Vorwand nähmen, gegen Journalisten vorzugehen: «Ich habe gewarnt, dass das Leben gefährdet, dass es die demokratischen Ideale unserer Nation schwächt und dass es eines unserer grossartigsten Exportgüter untergräbt: ein Bekenntnis zur Meinungsfreiheit und einer freien Presse.»

Trump teilte mit, er habe lange mit Sulzberger über «die enorme Menge an Fake News gesprochen, die die Medien veröffentlichen» – und wie diese «Fake News» zum Begriff «Volksfeind» geführt hätten. «Traurig!», schrieb er auf Twitter. Sulzberger meinte, Trump stehe es frei, Berichterstattung über seine Regierung öffentlich zu kritisieren, wenn er sie für unfair halte. Die pauschalen Angriffe gegen Journalisten seien aber «schädlich für unser Land».

Trump reagiert mit Schimpftirade

Die öffentliche Erwiderung des Verlegers liess Trump nicht lange auf sich sitzen und legte mit mehreren Twitter-Botschaften nach. Er beklagte sich, dass die «angeschlagene New York Times nichts als schlechte Geschichten selbst über sehr positive Entwicklungen» schreibe. «Ich werde es nicht zulassen, dass unser Land von Trump-Hassern in der sterbenden Zeitungsbranche ausverkauft wird», fügte Trump hinzu.

Offenbar in direkter Anspielung auf Sulzbergers Warnung warf Trump den Medien vor, durch die Veröffentlichung interner Regierungsinformationen «das Leben vieler Menschen – nicht nur von Journalisten – aufs Spiel setzen».

Trump steht mit zahlreichen weiteren US-Medien auf Kriegsfuss. Erst vor wenigen Tagen untersagte das Weisse Haus einer Journalistin des Senders CNN die Teilnahme an der Pressekonferenz mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Grund seien «unangemessene» Fragen gewesen, die sie bei einer anderen Pressekonferenz früher am Tag gestellt habe.

(anf/chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heidi Heidnisch am 30.07.2018 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsfreiheit

    Die Unterdrückung der Meinungsfreiheit ist in der Regel ein Zeichen für die Installation einer Diktatur.

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  • Thoro am 30.07.2018 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Machtmissbrauch

    Dieser selbstherrliche Alte hasst einfach alles was ihm in die Quere kommt und missbraucht seine Position und Macht um es zu beseitigen. Sein Ziel ist es hier die Pressefreiheit zu erwürgen.

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  • Thoms am 30.07.2018 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump der Autokrat

    Herr Trump behauptet das Establishment zu bekämpfen. Macht er auch. Er ersetzt sie durch eine Autokratie. Das bekämpfen der freien Presse und somit der freien Meinungsbildung, ist ein wesentlicher Bestandteil davon.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Trumper am 30.07.2018 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr gas geben

    Ich liebe trump aber ein bisschen entäuscht bin ich, da er zuwenig gas gibt und schroff ist! Nach meinem geschmack muss er das doppelte nachlegen gegen das ethablishment das ja die ganze welt vor den abgrund geführt hat in den letzten 40 jahre!

  • Michch am 30.07.2018 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    trump wohin das Auge reicht

    Über was werden die Medien schrieben wenn Trump mal nicht mehr da ist? Gleich die Zeitung halbieren?

  • .Nicolas. am 30.07.2018 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so nebenbei

    denken wir an die Bush Ära zurück. ... da wurde zensiert das es krachte.

  • Tennisspieler am 30.07.2018 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    0:3, aber Trump will Sieger sein.

    Erst hat ihn Kim über den Tisch gezogen, dann hat in Putin elegant and die Wand gespielt und am Schluss hat ihn sogar Juncker abgesabbert und Verhandlungszeit abgeluchst. Aber immer war es GREAT! Und ein Erfolg für die USA. So will er das verbucht haben. Und so verbuchen es die Trump-Fans auch in der Schweiz. Alle anderen wundern sich.

  • Marlies2018 am 30.07.2018 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unkonventionell

    Er hat einen völlig unkonventionellen Stil. Folgendes Muster scheint aber erkennbar: In einem ersten Schritt genau mit der gleichen (manchmal primitiven) Waffe dreinhauen wie der Gegner, aber kraftvoller und entschlossener. Dann später sich treffen und Kompromisse schliessen. Beispiele sind Jim Kung und Juncker/EU. Iran ist noch offen, aber die Iraner verstehen diese Sprache jedenfalls besser als jene der Europäer.

    • schuschleid am 30.07.2018 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marlies2018

      Träumen sie mal schön weiter!! Diese "Sprache" hat Trump alleine zu verantworten mit seinen unsäglichen pubertierenden Wutausbrüchen!! Er ist eine Beleidigung für jeden Provinzpolitiker!

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