Krise in Venezuela

19. Februar 2019 03:55; Akt: 19.02.2019 04:53 Print

Trump ruft Militär zu Abkehr von Maduro auf

US-Präsident Donald Trump hat die Militärs von Venezuela aufgefordert, die Hilfslieferungen ins Land zu lassen.

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«Ihr werdet alles verlieren»: US-Präsident Donald Trump spricht in Miami den venezolanischen Militärs ins Gewissen. (18. Februar 2019) (Bild: Keystone/Andrew Harnik)

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US-Präsident Donald Trump hat den Militärs in Venezuela mit schweren Konsequenzen gedroht, wenn sie den umstrittenen Staatschef Nicolás Maduro weiter unterstützen. Er forderte sie eindringlich auf, die an der Grenze bereitstehenden Hilfslieferungen ins Land zu lassen.

«Wenn ihr euch für diesen Weg entscheidet, werdet ihr keinen sicheren Hafen finden und keinen Ausweg. Ihr werdet alles verlieren», sagte Trump am Montagnachmittag bei einer Rede in Miami an die Adresse der venezolanischen Militärs, die noch an der Seite Maduros stehen.

Trump forderte das Militär eindringlich auf, die an der Grenze bereitstehenden Hilfslieferungen ins Land zu lassen. Das humanitäre Desaster müsse ein Ende haben, mahnte er. An die Adresse der Unterstützer des Maduro-Regimes sagte der US-Präsident: «Beendet diesen Alptraum von Armut, Hunger und Tod.»

Trump betonte, die USA «wollen einen friedlichen Machtwechsel, aber alle Optionen sind offen.» Die US-Regierung schliesst seit Wochen explizit nicht aus, im Zweifel auch militärisch in Venezuela einzugreifen, falls Maduro nicht freiwillig abtreten sollte.

Maduro nimmt Hilfsgüter aus Russland an

Venezuela erwartet derweil nach Angaben von Staatschef Nicolás Maduro 300 Tonnen Hilfsgüter aus Russland. Die humanitäre Hilfslieferung mit Medikamenten werde am Mittwoch ankommen, sagte der Linksnationalist am Montag bei einem im Fernsehen übertragenen Auftritt. Seine Regierung habe die Lieferung «mit Würde bezahlt», die Güter würden «legal» ins Land kommen. Dann fügte er hinzu, die Hilfsgüter stammten von Russland, China, der Türkei, anderen Ländern und der Uno.

Zugleich bezeichnete Maduro die geplanten US-Hilfslieferungen auf Bitten des selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó erneut als «Show» und «Bauernfängerei». Der Staatschef weigert sich kategorisch, US-Hilfen ins Land zu lassen. Er sieht sie als Vorwand, um den Boden für eine US-geführte Militärintervention zu bereiten.

Machtkampf seit Wochen

In Venezuela tobt seit Wochen ein Machtkampf zwischen der Opposition und der sozialistischen Regierung. Parlamentschef Juan Guaidó hatte sich am 23. Januar selbst zum Interimspräsidenten erklärt und Maduro damit offen herausgefordert.

Das erdölreichste Land der Welt leidet unter einer schweren Versorgungskrise. Viele Menschen hungern, in den Krankenhäusern fehlt es an Medikamenten und Material. Seit mehr als einer Woche stehen an der Grenze Kolumbiens zu Venezuela Laster mit Hilfsgütern bereit. Das venezolanische Militär lässt sie auf Geheiss Maduros aber nicht passieren. Maduro hält die humanitäre Hilfe für einen Vorwand für eine militärische Intervention und will sie nicht ins Land lassen.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geissenpeter am 19.02.2019 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer mischt sich nun in Wahlen ein?

    Alle werfen Putin vor sich heimlich in Wahlen einzumischen, dabei machen es die EU und USA öffentlich.

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  • Mein Senf am 19.02.2019 04:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wie jetzt?

    In Frankreich herrscht auch seit Wochen ein Machtkampf. Sollte man dort nicht auch die Gelbwesten als Übergangsregierung akzeptieren und zum Sturz von Macron aufrufen? Oder ist das wieder etwas ganz anderes?!

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  • Gregor am 19.02.2019 05:15 Report Diesen Beitrag melden

    Sanktionen?

    Ja und wer ist Schuld, dass die Leute dort verhungern? Es sind bestimmt nicht die Sanktionen der USA.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daddy Cool am 24.02.2019 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilfsgüter für Venezuela

    warum werden die Hilfsgüter für Venezuela auf dem Land und nicht auf dem Luftweg transportiert????

  • Matthias am 22.02.2019 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Echt, Diktatur pur!

    @Thamas Von wegen Demokratie! Amis will überall das Sagen haben. Auch der gane Westen wird ständig von den Amis unter Druck gesetzt und diktiert. Von wegen Demokratie. Wagt sich irgendein europäisches Land, sich eigenständig und gegen die USA zu stimmen. Haben wir Europäer diese Freiheit???

    • Marcel S. am 22.02.2019 13:56 Report Diesen Beitrag melden

      Wir werden buchstäblich von USA diktiert

      Wer den Amis nicht passt, wird von den USA willkürlich und auch mit unfairen und fragwürdigen Methoden auf Druck gesetzt. Die USA benützt ihre Medien-Dominanz als Sprachrohr, auf der ganzen Welt negativ über die Betroffenen zu verbreiten und wir Europäer kopieren oder schreiben es einfach ab. Welches Europäisches Land kann schon mit Stolz sagen, dass es wagt, eigene Meinungen zu bilden. Wir Europäer haben nicht wirklich diese Freiheit. Leider!

    • Alles klar? am 26.02.2019 18:15 Report Diesen Beitrag melden

      Mit weltgrösstem Rüstungsbudget von

      weit über 600 Milliarden US-Dollar, lassen sich Geld und Ressourcen nur noch mit Waffengewalt abpressen. Staaten zuerst mit Sanktionen destabilisieren, dann im Angriffskrieg zerstören und mit eigenem Profit wieder aufbauen, das nennt sich: US-Demokratie ins Land bringen.

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  • Mirjam am 20.02.2019 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubliche Frechheit

    Haben wir jetzt nicht endlich begriffen, dass die USA immer und überall Unruhen stiften!!!

    • Florian am 20.02.2019 11:06 Report Diesen Beitrag melden

      Doppelmoral des Westens

      Da die restlichen Nationen des Westens nach den Amis tanzen, stimmen wir alles zu. Welch eine Doppelmoral in unserer westlichen Welt.

    • Roger am 20.02.2019 11:14 Report Diesen Beitrag melden

      Gezwungenermaßen

      @ Florian Mit dabei sind natürlich die gehorsamen und wahllosen Japaner!

    • Beat S. am 20.02.2019 14:03 Report Diesen Beitrag melden

      Selbst für Abe

      @Roger Allerdings, die Japaner werden ja ständig von den USA unter Druck gesetzt. Es bleibt ihnen keine Wahl als zu gehorchen, die Armen! Selbst für Abe keine Ausnahme.

    • Jasper A. am 22.02.2019 10:59 Report Diesen Beitrag melden

      Japan wird diktiert

      Japan wird buchstäblich von den USA diktiert. Abe ist ist nicht mehr als eine Marionette.

    • Thomas am 22.02.2019 11:10 Report Diesen Beitrag melden

      Diktatur PUR

      Auf die Situation von Europa kann man aber auch nicht immer stolz sein. Die Deutschen z.B. wagen sich ja immer öfter nicht zu wehren und tanzen ganz brav mit. Echt traurig und ganz schön peinlich.

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  • MadChengi am 20.02.2019 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Bevor es zu spät ist

    Ich rufe alle Justin Bieber Fans zur Abkehr auf!!

  • Simon am 20.02.2019 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    1:1 Live vergleich. 2. Reaktionen

    Maduro=Macron Venezuela=Frankreich Demokratiekriese Nervige Demostranten Erdöl Kein Erdöl Da sieht man die lügnerische NATO. Merkel. etc.